The National Times - Großbritannien will Wagner-Gruppe als terroristische Organisation verbieten

Großbritannien will Wagner-Gruppe als terroristische Organisation verbieten


Großbritannien will Wagner-Gruppe als terroristische Organisation verbieten
Großbritannien will Wagner-Gruppe als terroristische Organisation verbieten / Foto: © AFP/Archiv

Großbritannien will die russische Söldnergruppe Wagner auf seine Liste terroristischer Organisationen setzen. "Es ist richtig, dass wir heute diese Gruppe als das ächten, was sie ist: eine Terrororganisation", erklärte Regierungschef Rishi Sunak am Mittwoch im Onlinedienst X, ehemals Twitter, und bestätigte damit entsprechende Medienberichte. In Deutschland ist ein ähnlicher Schritt einem Sprecher des Auswärtigen Amts zufolge nicht möglich. Die Einstufung als Terrororganisation erfolge auf europäischer Ebene.

Textgröße ändern:

Zuvor hatte die Zeitung "Daily Mail" unter Berufung auf Innenministerin Suella Braverman berichtet, das Vereinigte Königreich wolle die Wagner-Gruppe auf Grundlage von Anti-Terror-Gesetzen verbieten. Das Vorhaben sollte noch im Laufe des Mittwoch im Parlament vorgestellt werden.

Sobald der Entwurf verabschiedet ist, ist es in Großbritannien illegal, ein Mitglied von Wagner zu sein oder die Gruppe zu unterstützen. Darunter fällt auch das Zeigen des Logos. Zudem kann das Eigentum der Söldnergruppe beschlagnahmt werden.

Wagner sei "eine brutale und zerstörerische Organisation, die im Ausland als militärisches Werkzeug von Wladimir Putins Russland tätig" sei, zitierte "Daily Mail" die Innenministerin. "Während Putins Regime entscheidet, was es mit dem Monster macht, das es geschaffen hat, dienen die anhaltenden destabilisierenden Aktivitäten von Wagner weiterhin den politischen Zwecken des Kreml", sagte Braverman demnach.

Nach dem Terrorismusgesetz von 2000 kann die britische Innenministerin eine Organisation bei Verdacht auf terroristische Aktivitäten verbieten. Ein derartiges Verbot gilt bereits für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und das Terrornetzwerk Al-Kaida. Die Unterstützung verbotener Organisationen wird zum Straftatbestand.

Die Wagner-Gruppe sei "an Plünderungen, Folter und barbarischen Morden beteiligt" gewesen, sagte Braverman laut "Daily Mail". Das Vorgehen der Gruppe in der Ukraine, im Nahen Osten und Afrika sei eine "Gefahr für die globale Sicherheit", fügte sie hinzu. Deshalb werde London "diese terroristische Organisation" verbieten und die Ukraine weiter "wo wir können in ihrem Kampf gegen Russland unterstützen".

"Sie sind Terroristen, ganz einfach - und diese Verbotsanordnung stellt das im britischen Gesetz klar", zitierte der Sender BBC die Ministerin. Regierungschef Sunak erklärte, die vom Kreml und Russlands Präsident Wladimir Putin angestiftete Söldnergruppe bedrohe die Demokratie und Freiheit weltweit.

Wegen Beteiligung an Russlands Krieg gegen die Ukraine hatte Großbritannien bereits Sanktionen gegen den im vergangenen Monat bei einem Flugzeugabsturz getöteten Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin und mehrere seiner wichtigsten Kommandeure verhängt.

In Deutschland ist einem Sprecher des Auswärtigen Amts zufolge eine Listung der Söldnergruppe Wagner als terroristische Organisation nicht möglich. Diese erfolge auf europäischer Ebene, erklärte der Sprecher am Mittwoch in Berlin. Die Bundesregierung habe jedoch mehrere Personen aus dem Wagner-Umfeld mit Sanktionen belegt.

In der Europäischen Union (EU) sprachen sich bereits mehrere Länder für die Einstufung der Wagner-Gruppe als terroristische Organisation auf EU-Ebene aus. Im Mai forderte die französische Nationalversammlung die Regierung in Paris in einer Resolution auf, sich bei der EU für einen solchen Schritt einzusetzen. Auch Schweden und Litauen unterstützten diesen Vorstoß.

Die EU hatte Wagner im April in ihre Liste der Personen und Organisationen aufgenommen, die wegen "aktiver Teilnahme am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine" sanktioniert werden.

V.Bennett--TNT

Empfohlen

Emiratische Behörden: Flydubai-Copilot plante "Terrorakt"

Der Copilot der Flydubai-Maschine hat nach Angaben der emiratischen Behörden einen "Terrorakt" geplant. Der aus dem Oman stammende Mann habe den Piloten am Mittwoch auf dem Flug von Dubai nach Israel mit der Notaxt im Cockpit angegriffen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur WAM am Samstag die Generalstaatsanwaltschaft. Der Copilot verletzte den Piloten schwer, konnte aber von Passagieren überwältigt werden, so dass die Maschine mit mehr als 170 Menschen an Bord später sicher landete.

Parlamentswahl in Lettland hat begonnen

In Lettland haben am Samstag die Parlamentswahlen begonnen. Sicherheit und Verteidigung sind die wichtigsten Themen für die Wählerinnen und Wähler, gefolgt von wirtschaftlichen Fragen. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

G7 geben Rohöl- und Diesel-Reserven frei - Trump schließt Diesel-Exportstopp aus

Angesichts der massiv gestiegenen Spritpreise haben sich die G7-Staaten auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven verständigt - ein zuvor von den USA angedrohter Diesel-Exportstopp ist laut US-Präsident Donald Trump vom Tisch. "Wir werden kein Exportverbot verhängen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus und lobte die Entscheidung der europäischen Staaten, Diesel aus ihren Reserven freizugeben.

Lettland wählt neues Parlament unter Druck russischer Bedrohung

In Lettland wird am Samstag unter dem Eindruck wiederholter Drohnenvorfälle und der Bedrohung durch Russland ein neues Parlament gewählt. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

Textgröße ändern: