The National Times - Wirtschaftsexperten halten Lockerung der Schuldenbremse für verkraftbar

Wirtschaftsexperten halten Lockerung der Schuldenbremse für verkraftbar


Wirtschaftsexperten halten Lockerung der Schuldenbremse für verkraftbar
Wirtschaftsexperten halten Lockerung der Schuldenbremse für verkraftbar / Foto: © AFP/Archiv

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält eine deutliche Lockerung der Schuldenbremse für verkraftbar. Es sei "vertretbar, den Verschuldungsspielraum wachstumspolitisch zu öffnen, um wichtige Investitionen in die Zukunftsfähigkeit zu ermöglichen", zitierte das Düsseldorfer "Handelsblatt" am Donnerstag aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts.

Textgröße ändern:

Demnach könnte selbst bei einem dauerhaften Defizit von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) die Schuldenstandsquote bis 2030 von derzeit 66,3 auf 61,2 Prozent sinken. Deutschland würde damit trotz einer höheren Verschuldung die Maastricht-Kriterien wieder einhalten, schreiben die Expertinnen und Experten des IW dem Bericht zufolge. Sie weisen darauf hin, dass eine solche Lockerung der Schuldenbremse den Haushaltsspielraum der Ampel deutlich erhöhen würde.

Für das Jahr 2023 würde ein Defizit von 1,5 Prozent einer gesamtstaatlichen Neuverschuldung von 61 Milliarden Euro entsprechen, hieß es weiter. Eine nachhaltige Verschuldung ohne ansteigende Schuldenstandsquote wäre laut IW sogar bis zu einem langfristigen Haushaltsdefizit "von etwa 1,8 Prozent pro Jahr maximal möglich", zitierte das "Handelsblatt" aus der Studie. Erst ab noch höheren Defiziten würde die Schuldenquote steigen.

Zwar seien die Zinsen wieder merklich gestiegen, "allerdings erscheint eine Finanzierung der wichtigen Zukunftsaufgaben wie Klimaneutralität und Digitalisierung über zusätzliche Schulden zumindest teilweise erforderlich", heißt es in der Studie dem Bericht zufolge weiter.Derzeit erlaubt die im Grundgesetz festgeschriebene Schuldenbremse lediglich ein Defizit des Bundes in Höhe von 0,35 Prozent.

Hält der Staat diese Grenze ein, würde die Schuldenstandsquote laut IW bereits bis Mitte dieses Jahrzehnts laut IW auf wieder 60 Prozent sinken. "Dies würde jedoch nicht zuletzt vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine starke Restriktion auf der Ausgabenseite darstellen, die zur Sicherstellung solider Staatsfinanzen nicht notwendig ist", mahnen die Forscherinnen und Forscher.

S.Arnold--TNT

Empfohlen

Lettland wählt neues Parlament unter Druck russischer Bedrohung

In Lettland wird am Samstag unter dem Eindruck wiederholter Drohnenvorfälle und der Bedrohung durch Russland ein neues Parlament gewählt. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

Ostbeauftragte Kaiser: Zeit ist reif für Bundespräsidentin aus Ostdeutschland

Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, hat anlässlich des Tages der Deutschen Einheit mehr ostdeutsche Spitzenpolitiker gefordert und sich für eine Bundespräsidentin aus Ostdeutschland ausgesprochen. "Wenn die Spitzen der Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober in Bremen zum Tag der deutschen Einheit zusammenkommen, fällt wieder mal auf, dass von Ihnen derzeit niemand aus Ostdeutschland kommt", sagte Kaiser der Neuen Osnabrücker Zeitung (Samstag).

Kritik an brasilianischer Justiz wegen Einmischung in TV-Debatte vor Präsidentschaftswahl

Zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl in Brasilien ist die Justiz wegen ihrer Einmischung in die letzte geplante TV-Debatte vor dem Urnengang in die Kritik geraten. Drei brasilianische Medienverbände äußerten am Freitag ihre "tiefe Empörung über die richterliche Einmischung in zuvor festgelegte Regeln". Der Sender Globo hatte die Debatte nach zwei kurzfristigen Gerichtsentscheidungen abgesagt.

G7 geben bis zu 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel frei - Ölpreise fallen

Angesichts gestiegener Treibstoffpreise und auf Druck aus den USA haben die G7-Staaten am Freitag die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven vereinbart. Die Freigabe solle "sofort beginnen" und sich über vier Monate erstrecken, "einschließlich einer vorgezogenen umfangreichen Dieselfreigabe innerhalb der ersten 20 Tage", hieß es in der G7-Erklärung. Die Ölpreise gaben deutlich nach.

Textgröße ändern: