The National Times - Mehr als 800 Festnahmen bei Protesten gegen Ukraine-Einsatz in Russland

Mehr als 800 Festnahmen bei Protesten gegen Ukraine-Einsatz in Russland


Mehr als 800 Festnahmen bei Protesten gegen Ukraine-Einsatz in Russland
Mehr als 800 Festnahmen bei Protesten gegen Ukraine-Einsatz in Russland

Bei landesweiten Demonstrationen in Russland gegen den "Militäreinsatz" Moskaus in der Ukraine sind nach Angaben von Aktivisten am Sonntag mehr als 800 Menschen festgenommen worden. Die Polizei habe in 37 Städten 817 Demonstranten in Gewahrsam genommen, teilte die Bürgerrechtsplattform OWD-Info am Sonntag mit. Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten einige brutale Festnahmen in Moskau und St. Petersburg. Auch mehrere Journalisten wurden in Gewahrsam genommen.

Textgröße ändern:

In Moskau widersetzten sich einige Dutzend Menschen dem Demonstrationsverbot und versammelten sich auf einem Platz nahe des Kremls. Laut einem AFP-Korrespondenten nahm die Polizei mindestens hundert Demonstranten sowie einen Journalisten mit. Eine junge Frau rief "Frieden für die Welt", während sie von zwei Polizisten weggetragen wurde. Unter den Festgenommenen in Russlands zweitgrößter Stadt St. Petersburg waren laut einem AFP-Reporter mehrere Journalisten.

Die Helme einiger Polizisten in Moskau waren mit einem in den russischen Nationalfarben gehaltenen "Z" beschriftet, wie der AFP-Reporter aus Moskau berichtete. Der Buchstabe hat sich zum Symbol von Befürwortern des "militärischen Sondereinsatzes" Russlands in der Ukraine entwickelt. Russische Panzer und andere Fahrzeuge in der Ukraine sind mit dem Symbol gekennzeichnet.

Das russische Innenministerium teilte am frühen Abend mit, in Moskau seien knapp 300 Menschen wegen "verschiedener Verstöße gegen die öffentliche Ordnung" in Gewahrsam genommen worden. Nun würden juristische Schritte gegen sie geprüft. In St. Petersburg waren zahlreiche Polizeifahrzeuge im Stadtzentrum zu sehen. Auch wenn die Demonstranten versuchten, nicht viel Aufsehen zu erregen, wurden laut OWD-Info mindestens 156 von ihnen festgenommen.

Die 20-jährige Demonstrantin Kristina trug einen gelben Hut und eine blaue Jacke - die Farben der ukrainischen Nationalflagge. Sie wolle damit "ihren Protest ausdrücken", auch wenn es "beängstigend" sei, auf die Straße zu gehen, sagte sie. "Viele meiner Freunde wurden in den vergangenen Tagen festgenommen, einige wurden sogar von der Uni geschmissen."

Eine ältere Passantin wandte sich derweil lautstark gegen die Demonstranten. "Ihr seid alle Verräter, man müsste Euch alle festnehmen", rief die Frau.

Laut OWD-Info gab es seit dem 24. Februar in Russland mehr als 14.800 Festnahme im Zuge von Kundgebungen gegen den Konflikt mit der Ukraine. Allein am Sonntag vergangener Wochen waren demnach landesweit mehr als 5000 Demonstranten festgenommen worden. Protestteilnehmern drohen in Russland Geld- und Haftstrafen.

R.T.Gilbert--TNT

Empfohlen

Trump lehnt Tragen von schusssicherer Weste aus ästhetischen Bedenken ab

US-Präsident Donald Trump will trotz mehrerer mutmaßlicher Mordanschläge auf ihn keine schusssichere Weste tragen - aus ästhetischen Bedenken. "Ich weiß nicht, ob ich es aushalte, 20 Pfund schwerer auszusehen", sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten in Washington. US-Medienberichten zufolge war die Maßnahme nach den Schüssen am Rande einer Gala-Veranstaltung mit Trump in Washington am vergangenen Samstag in Erwägung gezogen worden.

Grüne und CDU in Baden-Württemberg einigen sich auf Koalitionsvertrag

Fast acht Wochen nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg haben sich die Grünen und die CDU auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Das teilten die Parteien nach langen Sondierungsgesprächen und zweiwöchigen Koalitionsverhandlungen am Donnerstag in der Landeshauptstadt Stuttgart mit.

Kreise: Dschihadisten in Mali beginnen mit Blockade von Hauptstadt Bamako

Dschihadisten in Mali haben Sicherheitskreisen zufolge mit einer Blockade der Hauptstadt Bamako begonnen. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Sicherheits- und Transportkreisen erfuhr, wurde in Richtung der Hauptstadt eine Straßenblockade errichtet. Nach Angaben von Transportunternehmen saßen am Donnerstag hunderte Fahrzeuge und Waren an verschiedenen Zufahrtsstraßen zur Stadt fest, insbesondere auf den Straßen in die für Malis Wirtschaft wichtigen Hafenstädte Conakry, Abidjan und Dakar.

Teil-Shutdown in USA beendet - Kein zusätzliches Geld für umstrittene Grenzschutzbehörden

Kurz vor Ablauf einer Frist hat der US-Kongress den größten Teil des Haushalts für das Heimatschutzministerium bewilligt und damit einem beispiellosen Teil-Shutdown der Regierung ein Ende gesetzt. Das US-Repräsentantenhaus stimmte am Donnerstag nach dem Senat für ein Haushaltsgesetz, das die Finanzierung wichtiger Behörden sichert. Der politische Streit um die Einwanderungsbehörde ICE, der den Stillstand ausgelöst hatte, bleibt allerdings ungelöst.

Textgröße ändern: