The National Times - Trump will Prozessauftakt in Aktenaffäre auf unbestimmte Zeit verschieben lassen

Trump will Prozessauftakt in Aktenaffäre auf unbestimmte Zeit verschieben lassen


Trump will Prozessauftakt in Aktenaffäre auf unbestimmte Zeit verschieben lassen
Trump will Prozessauftakt in Aktenaffäre auf unbestimmte Zeit verschieben lassen / Foto: © AFP/Archiv

In der Dokumentenaffäre hat der angeklagte frühere US-Präsident Donald Trump beantragt, den Prozessbeginn auf unbestimmte Zeit zu verschieben. In einem am Montagabend (Ortszeit) an die zuständige Bundesrichterin Aileen Cannon gerichteten Antrag schreiben Trumps Anwälte, ein Prozesstermin sollte erst festgelegt werden, nachdem die wichtigsten prozeduralen Fragen geklärt seien. Als strittige Punkte führen sie unter anderem den Umgang mit Geheimdokumenten als Beweismittel sowie grundsätzliche rechtliche Fragen rund um die Anklage gegen Trump an.

Textgröße ändern:

Bundesrichterin Cannon hatte in der Geheimdokumentenaffäre eigentlich den 14. August als Termin für einen möglichen Prozessbeginn angesetzt. Allerdings war von Anfang an klar, dass ein solcher Zeitplan kaum eingehalten werden könnte. Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, als Termin für den Prozessauftakt den 11. Dezember festzulegen.

Sollten Trumps Anwälte sich mit ihrem neuen Antrag durchsetzen, könnte das bedeuten, dass der Prozess erst im kommenden Jahr beginnt - und damit mitten im Vorwahlkampf der Republikaner oder im Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl vom November 2024 selbst.

Die Anwälte des Ex-Präsidenten und Favoriten für die republikanische Präsidentschaftskandidatur schreiben nun, der Fall sei "eine ernsthafte Herausforderung" für "unsere amerikanische Demokratie". Die Strafverfolgung werde von der Regierung eines amtierenden Präsidenten gegen dessen "wichtigsten politischen Rivalen" vorangetrieben, der zugleich ein "führender Kandidat für das Präsidentenamt der USA" sei.

Deswegen sei ein "maßvoller" Zeitplan nötig, der eine "sorgfältige und vollständige Überprüfung der Prozeduren, die zu dieser Anklage führten, und der beispiellosen rechtlichen Fragen" in dem Fall ermögliche, schreiben die Anwälte weiter. Es gebe keinen Grund für einen beschleunigten Prozess. Außerdem koste der Wahlkampf Trump eine "riesige Menge an Zeit und Energie" - und das bis zum Wahltermin am 5. November 2024.

Trump war in der Dokumentenaffäre im Juni von der Bundesjustiz in 37 Punkten angeklagt worden. Dem 77-jährigen Rechtspopulisten wird das illegale Aufbewahren von Geheimakten zur nationalen Verteidigung in seinem Privatanwesen Mar-a-Lago in Florida zur Last gelegt. Die Dokumente hatte er zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2021 aus dem Weißen Haus mit nach Mar-a-Lago genommen. Bei einer Verurteilung würde ihm eine lange Haftstrafe drohen.

Trump hat alle Vorwürfe bestritten und vor Gericht auf nicht schuldig plädiert. Er bezeichnet die Ermittlungen gegen ihn als Versuch der Regierung von Präsident Joe Biden, ihn vor der Wahl 2024 politisch kaltzustellen. Der Ex-Präsident und langjährige Immobilienunternehmer ist bekannt dafür, in juristischen Verfahren mit einer Reihe von Verzögerungstaktiken auf Zeit zu spielen.

B.Cooper--TNT

Empfohlen

Berliner Linke trifft sich mit Grünen und SPD zu Gespräch vor möglichen Sondierungen

Elf Tage nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin treffen sich Linke, Grüne und SPD am Donnerstag (11.00 Uhr) zu einem ersten Gespräch vor möglichen Sondierungen. Bei dem Treffen auf Einladung der Linken soll geklärt werden, ob die Voraussetzungen für Sondierungsgespräche gegeben sind. Die Linke gewann die Wahl am 20. September deutlich. Spitzenkandidatin Elif Eralp kündigte anschließend an, eine Regierung mit Grünen und SPD anzustreben.

Bundesgericht prüft Herstellung von Impfstoff gegen Coronavirus durch Arzt

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt am Donnerstag (11.30 Uhr) darüber, ob ein Arzt selbst einen Impfstoff gegen das Coronavirus für seine Patienten herstellen darf. Der Mediziner aus Baden-Württemberg meldete dem Karlsruher Regierungspräsidium im Sommer 2021, dass er einen solchen Impfstoff anfertige. Die Behörde verbot ihm das. (Az. 3 C 11.24)

EU-Innenminister beraten über Abschiebungen

Die EU-Innenminister treffen sich am Donnerstag in Luxemburg, um über weitere Möglichkeiten zur Förderung von Abschiebungen zu diskutieren. Laut Tagesordnung sollen die Minister darüber beraten, wie die Abschiebung von Menschen ohne Aufenthaltsrecht durch eine "verstärkte Zusammenarbeit" mit "prioritären" Drittstaaten verbessert werden kann. Gleichzeitig prüfen Deutschland und vier weitere Länder Optionen zur Einrichtung von Abschiebezentren außerhalb der EU.

Wadephul trifft europäische Außenminister in Montenegro und reist nach Italien

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) berät am Donnerstag in Montenegro mit weiteren europäischen Außenministern über die Annäherung der Westbalkanstaaten an die Europäische Union. Das Treffen in der Hauptstadt Podgorica findet im Rahmen des sogenannten Berlin-Prozesses statt, den Deutschland 2014 initiiert hatte. Zum Westbalkan gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, das Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Alle sechs Staaten bewerben sich seit vielen Jahren um eine Mitgliedschaft in der EU.

Textgröße ändern: