The National Times - Aserbaidschan schließt einzige Straße zwischen Armenien und Berg-Karabach

Aserbaidschan schließt einzige Straße zwischen Armenien und Berg-Karabach


Aserbaidschan schließt einzige Straße zwischen Armenien und Berg-Karabach
Aserbaidschan schließt einzige Straße zwischen Armenien und Berg-Karabach / Foto: © AFP/Archiv

Aserbaidschan hat am Dienstag wegen Schmuggelvorwürfen gegen das armenische Rote Kreuz vorübergehend die einzige Straße zwischen Armenien und der umkämpften Kaukasus-Enklave Berg-Karabach geschlossen. Die Durchfahrt des Latschin-Grenzübergangs sei "vorübergehend ausgesetzt", während eine Untersuchung gegen den armenischen Zweig des Roten Kreuzes wegen Schmuggels in ihren medizinischen Fahrzeugen laufe, erklärte der aserbaidschanische Grenzschutz. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wies die Vorwürfe zurück.

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Das Rote Kreuz habe nicht die nötigen Schritte unternommen, um "illegale Handlungen" wie den Schmuggel von Mobiltelefonen von Armenien nach Karabach in ihren Fahrzeugen zu verhindern, erklärte der aserbaidschanische Grenzschutz weiter.

Das IKRK erklärte, es sei "kein unzulässiges Material" in den Fahrzeugen der Organisation gefunden worden. "Wir bedauern jedoch, dass vier beauftragte Fahrer ohne unser Wissen versucht haben, kommerzielle Waren in ihren eigenen Fahrzeugen zu transportieren, die zeitweise das IKRK-Emblem trugen", schrieb die Organisation. Die Fahrer seien keine Rotes-Kreuz-Mitarbeiter und die Verträge über ihre Dienstleistungen seien sofort beendet worden.

Aserbaidschan hatte die Grenzkontrolle am Eingang zum Latschin-Korridor im April eingesetzt und damit armenischen Vorwürfen einer "Blockade" Berg-Karabachs Vorschub geleistet. Das armenische Rote Kreuz erklärte Ende Juni inmitten von wachsenden Sorgen um die humanitäre Situation in der umstrittenen Region, dass Aserbaidschan den Zugang blockiere. Nach Angaben der aserbaidschanischen Grenzschützer wurde der Verkehr durch den Latschin-Korridor einige Tage später wieder aufgenommen.

Die aktuelle Schließung des Grenzübergangs erfolgte kurz vor Geprächen zwischen Baku und Eriwan unter Vermittlung der Europäischen Union. Überdies sind Washington, Moskau und Brüssel, alle drei mit einer Vermittlerrolle in der Region, derzeit mit dem Nato-Gipfel in Vilnius beschäftigt und abgelenkt.

Aserbaidschan und Armenien streiten seit dem Zerfall der Sowjetunion um Berg-Karabach und lieferten sich bereits zwei Kriege um das Gebiet, das überwiegend von Armeniern bewohnt wird. Nach den jüngsten Kämpfen im Jahr 2020 hatte Russland ein Waffenstillstandsabkommen vermittelt, das Armenien zur Aufgabe großer Gebiete zwang. Seitdem gibt es aber immer wieder tödliche Scharmützel an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze.

Nach dem Abkommen wird der fünf Kilometer lange Latschin-Korridor von Soldaten einer russischen Friedenstruppe bewacht, damit freie Durchfahrt zwischen Armenien und Berg-Karabach gewährleistet ist.

S.Clarke--TNT

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