The National Times - Belarussische Oppositionsführerin: Wagner-Chef kann Lukaschenko nicht trauen

Belarussische Oppositionsführerin: Wagner-Chef kann Lukaschenko nicht trauen


Belarussische Oppositionsführerin: Wagner-Chef kann Lukaschenko nicht trauen
Belarussische Oppositionsführerin: Wagner-Chef kann Lukaschenko nicht trauen / Foto: © AFP/Archiv

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja geht davon aus, dass der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko nur aus Eigennutz beim Aufstand der Wagner-Söldner in Russland vermittelt hat. Lukaschenko habe sich nicht eingeschaltet, um das Gesicht von Kreml-Chef Wladimir Putin zu wahren oder um Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin zu retten "oder um einen Bürgerkrieg in Russland zu verhindern", sagte Tichanowskaja im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel.

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Lukaschenko kümmere sich vielmehr nur um sein persönliches Überleben - weil er wisse, dass er der nächste sein werde, wenn der Machtapparat in Russland durcheinander gerate, sagte Tichanowskaja.

Lukaschenko ist ein enger Verbündeter Putins. Am Dienstag hatte der belarussische Machthaber mitgeteilt, dass Prigoschin nach Belarus geflogen sei. Dies sei Teil eines von Lukaschenko ausgehandelten Deals zur Beendigung des bewaffneten Aufstands der Wagner-Gruppe in Russland am Wochenende.

Unter der Führung von Prigoschin waren die Söldner von der Ukraine aus in Russland einmarschiert und bis auf wenige hundert Kilometer in Richtung Moskau vorgerückt.

"Sie sind keine Verbündete. Sie können einander nicht trauen", sagte Tichanowskaja über das Verhältnis zwischen Lukaschenko und Prigoschin. Beide könnten sich jederzeit gegenseitig verraten.

Dass nun möglicherweise eine große Anzahl von Wagner-Söldnern in Belarus stationiert wird, betrachtet die im Exil lebende Oppositionsführerin mit Sorge. "Die Präsenz von Prigoschin selbst oder Wagner-Söldnern auf unserem Staatsgebiet stellt eine Bedrohung für die Menschen in Belarus und für unsere Unabhängigkeit dar", sagte sie. Zudem würden dadurch auch die Ukraine und die westlichen Nachbarn bedroht.

Tichanowskaja sagte, der belarussische Machthaber habe nun "Vergewaltiger und Mörder" ins Land gelassen. Sie warnte davor, dass Lukaschenko die Söldner nutzen könnte, um gegen Kritiker vorzugehen. "Was werden diese Menschen in unserem Land tun? Das ist die große Frage", zeigte sich die Oppositionsführerin besorgt.

Tichanowskaja gilt als Gesicht der belarussischen Opposition. Bei den Präsidentschaftswahlen 2020 war sie gegen Lukaschenko angetreten, der seit drei Jahrzehnten in Belarus an der Macht ist. Die damalige Wahl, die Lukaschenko laut dem offiziellen Ergebnis gewann, wurde von Betrugsvorwürfen überschattet. Die anschließenden Massenproteste ließ der Machthaber gewaltsam niederschlagen.

I.Paterson--TNT

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