The National Times - Mitsotakis kann nach Wahlsieg in Griechenland zweite Amtszeit antreten

Mitsotakis kann nach Wahlsieg in Griechenland zweite Amtszeit antreten


Mitsotakis kann nach Wahlsieg in Griechenland zweite Amtszeit antreten
Mitsotakis kann nach Wahlsieg in Griechenland zweite Amtszeit antreten / Foto: © AFP

Seine Rechnung ist aufgegangen: Kyriakos Mitsotakis kann nach einem deutlichen Sieg seiner Partei Nea Dimokratia (ND) bei der zweiten Parlamentswahl in Griechenland innerhalb von nur fünf Wochen seine zweite Amtszeit antreten. Seine Partei errang am Sonntag 40,56 Prozent der Stimmen und kommt nun auf die erhoffte absolute Mehrheit, so dass sie ohne Koalitionspartner regieren kann. Mitsotakis sollte am Montag seinen Amtseid ablegen.

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Am Sonntag kam ein neues Wahlrecht zur Anwendung, demzufolge der stärksten Partei bis zu 50 Bonus-Sitze zufallen. Somit verfügt die Nea Dimokratia im griechischen Ein-Kammer-Parlament nun über 158 von 300 Sitzen. Mitsotakis wird am Montag von Staatspräsidentin Katerina Sakellaropoulou offiziell den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten.

Das Wahlergebnis gebe ihm ein "starkes Mandat", sagte der 55-jährige Mitsotakis am Wahlabend vor Anhängern. Seine Regierung werde rasch "größere Reformen" wie Lohnsteigerungen angesichts steigender Lebenshaltungskosten sowie Maßnahmen für eine effizientere Verwaltung umsetzen. Er habe "ambitionierte" Ziele für die kommenden vier Jahre, versicherte er.

Der Sieg von Mitsotakis' Partei war erwartet worden. Sie war aus dem Urnengang im Mai bereits mit 40,8 Prozent der Stimmen als klare Siegerin hervorgegangen. Für die ND war es das beste Ergebnis seit 2007. Da ihm nur fünf Mandate fehlten, um eine Ein-Parteien-Regierung zu bilden, lehnte Mitsotakis Verhandlungen über die Bildung einer Koalition ab. Stattdessen forderte er, die 9,8 Millionen Stimmberechtigten erneut an die Wahlurnen zu rufen.

Mitsotakis setzte darauf, wegen des dann geltenden neuen Wahlrechts nach einer erneuten Parlamentswahl nicht auf Koalitionspartner angewiesen zu sein. Die Bürger wollten für die kommenden vier Jahre "eine stabile und effiziente Regierung", sagte Mitsotakis am Sonntag vor seiner Stimmabgabe in Athen. Seine Wette ging auf.

Die linke Syriza-Partei von Ex-Regierungschef Alexis Tsipras errang am Sonntag 17,83 Prozent der Stimmen und schnitt damit noch schlechter ab als am 21. Mai, als sie auf 20,0 Prozent kam. Tsipras räumte eine "schwere politische Niederlage" ein und sagte, er überlasse sein politisches Schicksal dem "Urteil" der Syriza-Mitglieder. Nach Einschätzung von Beobachtern sind seine Tage an der Parteispitze gezählt.

Zehn Tage nach dem Untergang eines völlig überfüllten Flüchtlingsboots vor Griechenland mit mutmaßlich hunderten Toten wurden drei kleine nationalistische und einwanderungsfeindliche Parteien ins Parlament gewählt, die zusammen auf knapp 13 Prozent der Stimmen kamen. Darunter ist die rechtsextreme Partei Spartiates (Spartaner), die überraschend 4,68 Prozent erhielt.

Mitsotakis war von 2019 bis Ende Mai Ministerpräsident, nach der Parlamentswahl am 21. Mai wurde er durch Übergangsregierungschef Ioannis Sarmas ersetzt. Im Wahlkampf hatte Mitsotakis außer Lohnsteigerungen auch eine Stärkung des unterfinanzierten Gesundheitssystems versprochen. Außerdem kündigte er an, die Sicherheit der Bahn zu erhöhen - eine Antwort auf das verheerende Bahnunglück mit 57 Toten im Februar.

Unter dem Harvard-Absolventen Mitsotakis hat sich die griechische Wirtschaft nach Jahren der Austeritätspolitik stabilisiert. Die Arbeitslosigkeit sank, das Wirtschaftswachstum lag 2022 bei sechs Prozent, die Investitionsquote wuchs und der Tourismus nimmt in diesem Jahr wieder an Fahrt auf. Mitsotakis hatte im Wahlkampf zudem betont, mehr als 50 Steuern gesenkt zu haben.

Nach seinem deutlichen Wahlsieg könnte Mitsotakis nun auch eine stärkere Rolle innerhalb der Europäischen Volkspartei (EVP) einfordern, deren deutschem Chef Manfred Weber er nahe steht. Die Staats- und Regierungschefs der EU wird er am Donnerstag beim EU-Gipfel in Brüssel treffen.

H.Davies--TNT

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