The National Times - Länder und Kommunen bereiten sich auf Aufnahme der Flüchtlinge aus der Ukraine vor

Länder und Kommunen bereiten sich auf Aufnahme der Flüchtlinge aus der Ukraine vor


Länder und Kommunen bereiten sich auf Aufnahme der Flüchtlinge aus der Ukraine vor
Länder und Kommunen bereiten sich auf Aufnahme der Flüchtlinge aus der Ukraine vor

Länder und Kommunen bereiten sich angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen aus der Ukraine auf die Aufnahme der Menschen vor. Die Landkreise seien sich sicher, dass die Verteilung und Versorgung gelingen werde, erklärte der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager (CDU) am Dienstag. Der Berliner Senat bekräftigte seine Forderung nach einer gerechteren Verteilung der Menschen auf die Bundesländer. Die Bundespolizei registrierte bis Dienstagmittag insgesamt 64.604 Ankömmlinge.

Textgröße ändern:

Am Montag hatte die Zahl noch bei gut 50.000 gelegen. Zwar führe die Bundespolizei momentan verstärkte Kontrollen durch, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Da es aber keine festen Grenzkontrollen gebe, könne die Zahl bereits wesentlich höher sein.

Der Landkreistag zeigte sich zuversichtlich, die Verteilung und Versorgung ankommender Flüchtlinge aus den ukrainischen Kriegsgebieten bewältigen zu können. Es bestehe eine "sehr große menschliche Verbundenheit, Empathie und Mitgefühl", erklärte Sager nach einer Präsidiumssitzung im Landkreis Saarlouis. Das helfe den Landkreisen bei ihrer Aufgabe.

Dabei könnten sie auf die "guten Erfahrungen aus den Jahren 2015/2016 aufbauen". Es sei wichtig, dass Bund, Länder und Kommunen gut abgestimmt vorgingen, erklärte Sager, der Landrat im schleswig-holsteinischen Landkreis Ostholstein ist.

Ein Großteil der Flüchtlinge kommt bislang in Berlin an. Sozialsenatorin Katja Kipping (Linke) sagte am Dienstag dem RBB-Sender Radio Eins: "Wenn wir eine gute Unterbringung für die Flüchtlinge wollen, ist es wichtig, dass die anderen Bundesländer mit zum Einsatz kommen." Andere Länder bereiteten sich darauf auch vor.

"Flächenländer haben ja nochmal ganz andere Möglichkeiten der Unterbringung als man das in so einer Stadt hat", sagte die Sozialsenatorin. Bislang sei die Situation so, dass alle Busse zunächst nach Berlin kommen, sagte Kipping. Von dort steuerten sie dann in eine andere Richtung, wo sie womöglich gleich von Polen aus hätten hinfahren können.

Die Bundesländer bereiten sich zudem auf den Schulbesuch Geflüchteter vor. Die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) teilte mit, die Schulämter sollten den Kindern und Jugendlichen Schulplätze zuweisen, sobald die Familie einer Kommune zugewiesen sei. Der Schulbesuch solle aber auch dann grundsätzlich möglich sein, wenn Kinder mit noch ungeklärtem Aufenthaltsstatus sich direkt bei Schulen meldeten.

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte vor Journalisten, die ersten Flüchtlinge seien an den Schulen im Land angekommen. Das wichtigste Ziel sei, den Kindern und Jugendlichen "möglichst schnell Angebote zu machen". Das solle für alle Schularten gelten.

Sachsen will hierfür auf das "bewährte Integrationskonzept" der Vorbereitungsklassen zurückgreifen. So könnten die Kinder schrittweise in den normalen Unterricht integriert werden, erklärte Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) rief zu einer dauerhaften Unterstützung der Kommunen auf. "Viele Kommunen sind bereits dabei, Infrastruktur und Aufnahmeeinrichtungen für die Ankunft der Menschen zu schaffen", sagte Bas dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Kommunen dürften aber auch auf der langen Strecke nicht alleine gelassen werden. Das sei bei der Ankunft der Flüchtlinge aus dem Syrien-Krieg nicht gelungen. "Diesen Fehler sollten wir nicht wiederholen", mahnte Bas.

H.Davies--TNT

Empfohlen

Empörung in USA über Festnahme von Fünfjährigem bei Einsatz von Einwanderungspolizei

In den USA wächst die Empörung über die Festnahme eines fünfjährigen Jungen bei einem Einsatz der US-Einwanderungspolizei ICE in Minneapolis. Politikerinnen der oppositionellen Demokraten wie die frühere Vizepräsidentin Kamala Harris und Ex-Außenministerin Hillary Clinton verurteilten das Vorgehen. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk äußerte sich am Freitag "bestürzt über die inzwischen alltägliche Misshandlung und Herabwürdigung von Migranten und Flüchtlingen" in den Vereinigten Staaten.

Britischer Premier kritisiert "beleidigende" Trump-Äußerungen zu Nato-Soldaten

Der britische Premierminister Keir Starmer hat Behauptungen von US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert, europäische Nato-Soldaten hätten sich in Afghanistan von der Front ferngehalten. Er empfinde Trumps Äußerungen als "beleidigend und wirklich erschreckend" sowie verletzend für alle, deren Angehörige in Afghanistan getötet oder verletzt worden seien, sagte Starmer am Freitag. Er legte dem US-Präsidenten nahe, sich bei den Betroffenen zu entschuldigen.

Treffen zwischen Vertretern aus Russland, Ukraine und USA in Abu Dhabi begonnen

Vertreter der Ukraine, Russlands und der USA sind erstmals zu direkten Dreier-Gesprächen über den US-Plan für ein Ende des Krieges in der Ukraine zusammengetroffen. Die Verhandlungen begannen am Freitagnachmittag in Abu Dhabi, wie der emiratische Außenminister Abdallah ben Sajed al Nahjan mitteilte. Sie sollten demnach zwei Tage andauern.

Merz bekräftigt Willen zu engerer Zusammenarbeit mit Italien bei Migration und Wirtschaft

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat nach den deutsch-italienischen Regierungskonsultationen in Rom den gemeinsamen Willen zu einer engeren Zusammenarbeit bei Migration, Wirtschaft und Verteidigung bekräftigt. Deutschland und Italien hätten sich gemeinsam für eine "engagierte Migrationspolitik" ausgesprochen sowie dafür, "neuen Schwung" in die Wirtschaft zu bringen und für eine "neue Dynamik" in der Zusammenarbeit der Rüstungindustrie beider Länder, sagte Merz am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni.

Textgröße ändern: