The National Times - Linke zieht gegen Wahlrechtsreform vor Bundesverfassungsgericht

Linke zieht gegen Wahlrechtsreform vor Bundesverfassungsgericht


Linke zieht gegen Wahlrechtsreform vor Bundesverfassungsgericht
Linke zieht gegen Wahlrechtsreform vor Bundesverfassungsgericht / Foto: © AFP/Archiv

Die Linke zieht gegen die Wahlrechtsreform vor das Bundesverfassungsgericht. "Diese Reform ist ein Angriff auf die Demokratie und deshalb werden wir dagegen klagen", sagte Parteichefin Janine Wissler am Freitag in Berlin. Auch die bayerische Landesregierung und die CSU haben bereits Klagen gegen das neue Wahlrecht in Karlsruhe eingereicht.

Textgröße ändern:

"Gesicht und Stimme" der Klage der Linkspartei soll Co-Parteichef Martin Schirdewan zufolge der frühere Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi sein. Der Jurist Gysi kündigte an, dass sich neben der Partei voraussichtlich auch die Fraktion an das Bundesverfassungsgericht wenden werde. Gysi selbst sei bereit, die Partei auch als Rechtsanwalt zu vertreten. Er werde das aber nicht allein tun, sagte er.

Die Linke stört sich vor allem an der Abschaffung der sogenannten Grundmandatsklausel. Diese sorgte bisher dafür, dass Parteien mit mindestens drei gewonnenen Direktmandaten als Fraktion im Bundestag vertreten sei können, auch wenn sie an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Derzeit ist dies bei der Linkspartei der Fall.

Die Streichung der Grundmandatsklausel sei ein "Angriff auf die Opposition" und schwäche die Demokratie, sagte Wissler. Wenn ein Direktkandidat seinen Wahlkreis gewinne, aber seine Partei die Fünf-Prozent-Hürde verpasse, würde derjenige nicht in den Bundestag einziehen.

Die Wahlrechtsänderung hat eine Verkleinerung des Bundestags von derzeit 736 auf 630 Abgeordnete zum Ziel. Die Bundestagssitze sollen künftig komplett anhand der Mehrheitsverhältnisse bei den Zweitstimmen vergeben werden. Es wäre somit möglich, dass Wahlkreisgewinner nicht in den Bundestag einziehen. Das könnte besonders die CSU treffen.

B.Scott--TNT

Empfohlen

Bundeskabinett beschließt Pflegereform - Beitragserhöhung für 2027 abgewendet

Mit einem in letzter Minute gefundenen Kompromiss will die schwarz-rote Koalition weitere Beitragserhöhungen in der Pflegeversicherung für kommendes Jahr abwenden. Eine tiefer greifende Reform verschob die Bundesregierung aber auf Mitte 2027 - der am Mittwoch vom Bundeskabinett verabschiedete Reformentwurf zielt vor allem auf eine kurzfristige Stabilisierung der Pflegekassen ab. Zentrale Fragen sind weiter zwischen Union und SPD umstritten.

Elterngeldreform: Prien bereit für nochmalige Prüfung der Sparmaßnahmen

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat Bereitschaft signalisiert, ihre Elterngeldreform noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Sie plädiere nach den Debatten des Sommers dafür, "dass wir uns nochmal zusammensetzen und schauen, ob die Sparmaßnahmen beim Elterngeld in diesem Umfang zielführend und gerechtfertigt sind", sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland vom Mittwoch. Offen zeigte sie sich auch dafür, die maximale Bezugsdauer von 14 Monaten doch beizubehalten.

Antisemitismusvorwurf gegen Bardella: Macron nennt Äußerungen "inakzeptabel"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die dem Rechtspopulisten Jordan Bardella zugeschriebenen antisemitischen Äußerungen als "äußerst schlimm und inakzeptabel" bezeichnet. Er forderte die Verantwortlichen der Partei Rassemblement National (RN) am Mittwoch auf, "ihre Linie zu klären". Die antisemitischen Äußerungen, die Bardella nach einem Bericht des Investigativmagazins "Mediapart" im Alter von 17 oder 18 Jahren gemacht haben soll, "müssen schärfstens verurteilt werden", sagte Macron am Rande seines Staatsbesuchs in der spanischen Hauptstadt Madrid.

Krise in Rumänien: Wahl von neuem Regierungschef im Parlament erneut gescheitert

In Rumänien hat das Parlament den pro-europäischen Politiker Siegfried Muresan als neuen Regierungschef abgelehnt und damit die seit Monaten anhaltende politische Krise in dem EU- und Nato-Land weiter verschärft. Der Europaabgeordnete erhielt am Mittwoch 182 Stimmen, nötig gewesen wären 233 Stimmen für die Bestätigung seiner Regierung.

Textgröße ändern: