The National Times - EU-Asylkompromiss steht auf der Kippe

EU-Asylkompromiss steht auf der Kippe


EU-Asylkompromiss steht auf der Kippe
EU-Asylkompromiss steht auf der Kippe / Foto: © GUARDIA COSTIERA/AFP

Die Verhandlungen der EU-Länder über Asylverfahren an den Außengrenzen stehen auf der Kippe. Beim Innenministertreffen in Luxemburg erklärten Italien und Griechenland am Donnerstagnachmittag, sie könnten einem neuen Kompromissvorschlag der schwedischen EU-Ratspräsidentschaft ohne Änderungen nicht zustimmen. Auch Malta, Österreich und sechs weitere Länder äußerten zum Teil schwerwiegende Bedenken. Die Beratungen wurden daraufhin erneut unterbrochen.

Textgröße ändern:

Eine EU-Diplomatin sagte, ohne Mittelmeerländer wie Italien oder Griechenland wäre die Asylreform politisch gescheitert. Schwedens Migrationsministerin Maria Malmer Stenergard kündigte nach Angaben schwedischer Medien einen "letzten Versuch" an, eine Lösung zu finden.

Der italienische Innenminister Matteo Piantedosi forderte weitere Zugeständnisse an sein Land. Der Vertreter Griechenlands, Michail Karamalakis, sagte in der öffentlichen Diskussionsrunde, sein Land sei vorerst "wie Italien nicht bereit, grünes Licht zu geben".

Bei den Beratungen geht es um neue Asylverfahren direkt an Europas Außengrenzen. Migranten mit geringen Aufnahmechancen etwa aus der Türkei, Pakistan oder Albanien sollen von dort direkt abgeschoben werden, damit sie erst gar nicht in die EU kommen.

Italien und Griechenland wollen abgelehnte Bewerber auch in sogenannte sichere Drittländer abschieben können, wie die Vertreter beider Länder betonten. Deutschland ist aber dagegen, wenn die Migranten gar keinen Bezug zu dem Land haben oder nur auf dem Weg Richtung EU durchgereist sind.

Auch der österreichische Innenminister Gerhard Karner verlangte erneut Möglichkeiten, "mit Drittstaaten zusammenzuarbeiten". Er könne dem Kompromiss sonst nicht zustimmen. Italien und andere Länder wollen Abkommen vor allem mit Tunesien schließen, von wo derzeit besonders viele Flüchtlinge über das Mittelmeer kommen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will am Sonntag nach Tunesien reisen und mit Präsident Kais Saied unter anderem über Migrationsfragen beraten, wie ihr Sprecher in Brüssel ankündigte. Begleitet wird sie von Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und dem niederländischen Regierungschef Mark Rutte.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte Meloni am Donnerstag in Rom getroffen und ein Ende der gegenseitigen Schuldzuweisungen in der Asylpolitik gefordert. "Alle Versuche, die Probleme entweder bei jemandem anders zu lassen oder mit dem Finger auf andere zu zeigen, werden scheitern", sagte Scholz.

B.Cooper--TNT

Empfohlen

Linnemann zu Pflegereform: "Werden Einsparungen vornehmen müssen"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat geplante Einsparungen bei der Pflege verteidigt. Das Pflegesystem stehe "massiv finanziell unter Druck", sagte Linnemann am Mittwoch in Berlin. Die Zahl der Pflegenden habe sich innerhalb von 20 Jahren auf sechs Millionen verdreifacht. "Wir werden Einsparungen vornehmen müssen", betonte der Minister. "Einnahmen und Ausgaben müssen in eine Balance gebracht werden."

Schülerproteste in Frankreich: Regierung zeigt Verständnis - verurteilt aber Gewalt

Die französische Regierung hat die Gewalt bei den anhaltenden Schülerprotesten verurteilt, zugleich aber auch Verständnis für die Forderungen der Schülerinnen und Schüler gezeigt. "Das Demonstrationsrecht gehört zu den grundlegenden Freiheiten, Gewalt aber nicht", sagte Bildungsminister Édouard Geffray am Mittwoch dem Sender RTL. "Die Forderungen sind legitim", betonte er zugleich. Die Protestierenden müssten "angehört und verstanden" werden.

Burnham schließt Rückkehr Großbritanniens in EU nicht aus: Eine von mehreren Optionen

Der britische Premierminister Andy Burnham schließt eine Rückkehr Großbritanniens in die EU nicht aus. Möglich seien ein Beitritt zum EU-Binnenmarkt und zur Zollunion "oder wir könnten noch einen Schritt weiter gehen", sagte Burnham am Mittwoch in einem Interview in der BBC. Es gebe also mehrere Optionen "und wir müssen schauen, was machbar ist und welche Vor- und Nachteile sie haben".

Nach langem Streit: Kabinett befasst sich mit Pflegereform

Nach langem Streit: Das Bundeskabinett befasst sich in seiner Sitzung am Mittwoch mit der Pflegereform. Auf der von der Bundesregierung bereitgestellten Liste mit den Kabinettsthemen tauchte das Thema nun auf, nachdem eine Befassung mit dem Entwurf für ein Pflegeneuordnungsgesetz aus dem Gesundheitsministerium lange unsicher war. Bis zuletzt hatte es intensive Gespräche zwischen Union und SPD über die Ausgestaltung der Reform gegeben.

Textgröße ändern: