The National Times - CDU fordert Notfallplan zur Sicherung der Energieversorgung

CDU fordert Notfallplan zur Sicherung der Energieversorgung


CDU fordert Notfallplan zur Sicherung der Energieversorgung
CDU fordert Notfallplan zur Sicherung der Energieversorgung

CDU-Chef Friedrich Merz fordert angesichts des Ukraine-Kriegs von der Bundesregierung Notfallpläne, um die Energieversorgung Deutschlands sicherzustellen. "Wir wissen, dass wir uns in den letzten Jahren zu sehr in die Abhängigkeit von Russland begeben haben", sagte Merz am Samstag nach der Klausurtagung des Parteivorstands im saarländischen Sankt Ingbert. Er warnte, dass Lieferungen aus Russland reduziert oder unterbrochen werden könnten.

Textgröße ändern:

Spätestens im nächsten Winter werde es "ziemlich sicher" kritisch, sagte Merz. Es sei Aufgabe der Bundesregierung, ein geschlossenes Konzept zu erarbeiten. Wenn die Regierung "mit rationalen und vernünftigen Antworten kommt", werde die CDU das Konzept "vorurteilsfrei" prüfen.

Merz sagte, dass es ein Fehler gewesen sei, 2011 aus der Kernenergie auszusteigen - "jedenfalls in dieser Reihenfolge" - aber es sei nicht rückgängig zu machen. Ob einige Atomkraftwerke weiter betrieben werden könnten, sei offen. Es gebe viele Gründe, die dagegen sprächen wie etwa fehlendes Personal. Das Gleiche gelte für Gas- und Kohlekraftwerke, für die vor allem der Energieträger vorhanden sein müsse.

Der saarländische CDU-Ministerpräsident Tobias Hans kritisierte, dass bei den aktuellen Plänen der Bundesregierung zur Unterstützung von Geringverdienern kleine und mittlere Unternehmen sowie die "fleißigen Leute in der Mittelschicht" zu kurz kämen. Auch diese müssten angesichts der hohen Energiepreise entlastet werden, darum müsse die Stromsteuer abgesenkt werden.

Merz warnte zudem vor möglichen Verknappungen bei der Versorgung mit Nahrungsmitteln. Die Ukraine exportiere beispielsweise Saatgut und Getreide. Die Bundesregierung müsse "eine nachhaltige und ertragsstarke deutsche und europäische Landwirtschaft sicherstellen", forderte die CDU in einem am Samstag veröffentlichten Vorstandsbeschluss.

Merz forderte zudem die EU-Kommission auf, auf geplante Programme "der Flächen- und Produktionsverknappung" zu verzichten. Unter einer "Neuordnung der europäischen Agrarordnung" sollten aber nicht die ärmsten Länder der Welt leiden, fügte er hinzu. Deutschland müsse "einen wirksamen Beitrag dazu leisten, zu verhindern, dass die Nahrungsmittelverknappung und -verteuerung auf dem Weltmarkt Hunger und Mangelernährung von Millionen Menschen in den ärmsten Ländern der Welt weiter verschärft", heißt es in dem Beschluss.

Die CDU unterstütze die Pläne der Bundesregierung, mehr Geld für die Bundeswehr bereitzustellen, sagte Merz. Dabei handele es sich aber um einen "nationalen Kraftakt". Das geplante Sondervermögen von 100 Milliarden Euro müsse ausschließlich der Bundeswehr zugute kommen. Diese müsse ihre "Abschreckungsfähigkeit als Teil des Bündnisses" wieder erlangen.

Merz räumte auch Versäumnisse der eigenen Partei in der Verteidigungspolitik der Vergangenheit ein. Die CDU sei aber nicht bereit, diese "ausschließlich uns zurechnen zu lassen". Die SPD sei den größten Teil der vergangenen Jahrzehnte mit an der Regierung gewesen.

Der CDU-Bundesvorstand tagte auf Einladung von Hans in Saarbrücken und Sankt Ingbert. Der saarländische Ministerpräsident stellt sich am 27. März zur Wiederwahl. Er regiert derzeit in einer Koalition mit der SPD, die aber in den Umfragen im Land seit Monaten vor der CDU liegt.

T.F.Russell--TNT

Empfohlen

Dschihadisten in Mali rufen zu "gemeinsamer Front" gegen Junta auf - Tuareg rücken vor

Knapp eine Woche nach Beginn ihrer gemeinsamen Angriffe mit Tuareg-Rebellen haben die Dschihadisten in Mali zur Bildung einer "gemeinsamen Front" gegen die regierende Militärjunta aufgerufen. "Wir rufen alle aufrichtigen Patrioten, ohne jegliche Unterscheidung, dazu auf, sich zu erheben und unsere Kräfte in einer gemeinsamen Front zu vereinen", erklärte die Dschihadistengruppe JNIM am Donnerstag. Unterdessen meldete die Tuareg-Rebellengruppe FLA am Freitag die Einnahme des wichtigen Militärstützpunktes Tessalit im Norden des Landes.

Trump übt erneut scharfe Kritik an Merz: "Soll sein marodes Land in Ordnung bringen"

US-Präsident Donald Trump hat bei seinen verbalen Attacken gegen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) noch einmal nachgelegt: Statt sich um den Iran-Krieg zu kümmern, solle der Kanzler lieber "mehr Zeit darauf verwenden", den Krieg zwischen Russland und der Ukraine zu beenden, wo er "nichts erreicht" habe, erklärte Trump am Donnerstag in Onlinemedien. Zudem solle Merz "sein marodes Land in Ordnung bringen". Zuvor hatte Trump offenbar aus Verärgerung über die Kritik von Merz am Iran-Krieg mit einer Verlegung von US-Truppen aus Deutschland gedroht. Trump sagte später, er werde "wahrscheinlich" auch Truppen aus Italien und Spanien abziehen.

Moschee in Memmingen mit Schweinekopf und Tierblut geschändet

Im bayerischen Memmingen haben Unbekannte eine Moschee mit Tierblut und einem Schweinekopf geschändet. Nach Angaben des Polizeipräsidiums in Kempten wurde Freitagfrüh eine etwa anderthalb Meter hohe Mauer mit aufgesetztem Halbmond der türkisch-islamischen Gemeinde Memmingen beschmiert.

EU begrüßt vorläufiges Inkrafttreten des Mercosur-Abkommens

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat das vorläufige Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten begrüßt. Ab sofort würden "die Zölle sinken" und europäische Unternehmen "Zugang zu neuen Märkten erhalten", erklärte von der Leyen am Freitag im Onlinedienst X. Die Einigung mit Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay trat am Freitag vorläufig in Kraft, da die EU-Mitgliedsstaaten einen wichtigen Teil des Vertragswerks noch nicht ratifiziert haben.

Textgröße ändern: