The National Times - South Carolina verbietet Abtreibungen nach der sechsten Schwangerschaftswoche

South Carolina verbietet Abtreibungen nach der sechsten Schwangerschaftswoche


South Carolina verbietet Abtreibungen nach der sechsten Schwangerschaftswoche
South Carolina verbietet Abtreibungen nach der sechsten Schwangerschaftswoche / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Im US-Bundesstaat South Carolina ist am Dienstag ein Abtreibungsverbot nach der sechsten Schwangerschaftswoche verabschiedet worden. Die einzigen fünf Frauen im Senat, unter ihnen drei Republikanerinnen, kämpften vergeblich für einen Kompromiss mit weniger strengen Abtreibungsvorschriften.

Textgröße ändern:

Während der Debatten hatte die republikanische Senatorin Sandy Senn ihren männlichen Parteikollegen vorgeworfen, "die Frauen sprichwörtlich zu ohrfeigen, indem sie immer und immer wieder die Abtreibungsfrage aufgebracht" hätten. Letztlich bekamen die Abtreibungsgegner genug Stimmen zusammen, um das Gesetz zu verabschieden.

Es wird weitreichende Folgen für den Zugang zu Abtreibungsmöglichkeiten haben, zumal viele Frauen in der sechsten Schwangerschaftswoche noch nicht wissen, dass sie ein Kind bekommen. Zudem haben viele Abtreibungskliniken lange Wartelisten, womit das Gesetz Kritikern zufolge de facto fast einem Verbot gleichkommt.

Das Gesetz muss noch vom republikanischen Gouverneur Henry McMaster unterzeichnet werden, bevor es in Kraft treten kann. Seine Zustimmung gilt als sicher. Er könne es "kaum erwarten, den Text zu unterzeichnen" und "so schnell wie möglich" in Kraft zu setzen, erklärte er auf Twitter.

Der Oberste Gerichtshof der USA hatte im vergangenen Juni ein historisches Grundsatzurteil aus dem Jahr 1973 zur Legalisierung von Abtreibungen im ganzen Land gekippt. Zahlreiche Bundesstaaten schränkten in der Folge den Zugang zu Abtreibungen ein oder verboten Schwangerschaftsabbrüche. Ein früheres sechswöchiges Verbot in South Carolina war vom Obersten Gerichtshof des Bundesstaates gekippt worden.

South Carolina war zuletzt von mehreren Bundesstaaten umgeben, in denen Abtreibungen verboten wurden, und zu einem Zufluchtsort für Frauen geworden, die abtreiben wollten. Diese Tatsache werteten die republikanischen Senatoren in South Carolina als weiteres Argument für die Gesetzesverschärfung. Der Bundesstaat sei zur "Abtreibungshauptstadt im Südosten" geworden, erklärte etwa der Senator Shane Massey.

Befürworter des Rechts auf Abtreibungen verurteilten den Senatsbeschluss in South Carolina. Es handele sich um eine "verheerende Entscheidung für die Menschen in South Carolina und für eine ganze Region, in der der Zugang zu Abtreibungen für Patientinnen immer schwieriger wird", erklärte Alexis McGill Johnson, Präsidentin der einflussreichen Beratungsorganisation Planned Parenthood. Sie kündigte an, dass die Politiker "nicht das letzte Wort haben werden", und versicherte, gerichtlich gegen das Gesetz vorzugehen.

R.Hawkins--TNT

Empfohlen

Mehr als 100 israelische Siedler attackieren Dorf im Westjordanland

Mehr als 100 israelische Siedler haben am Dienstag ein Dorf im besetzten Westjordanland attackiert. Bei dem Angriff auf das Dorf Dschalud im Norden des Palästinensergebiets wurden nach Angaben der israelischen Armee zwei Häuser in Brand gesetzt und drei israelische Polizisten verletzt. Die Polizei teilte mit, sie habe einen Verdächtigen festgenommen und zwei Minderjährige zum Verhör mitgenommen.

Kasachstans Präsident preist bei Besuch in Berlin "exzellente" Beziehungen zu Putin

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat bei einem Besuch in Berlin seine "exzellenten Beziehungen" zu Kreml-Chef Wladimir Putin gepriesen. "Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind", sagte Tokajew am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Erste Regierungschefin Marokkos: König ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri

In Marokko wird zum ersten Mal eine Frau Regierungschefin: König Mohammed VI. hat die Bürgermeisterin von Marrakesch, Fatima Ezzahra El Mansouri, am Dienstag zur Ministerpräsidentin des nordafrikanischen Landes ernannt. Wie sein Büro mitteilte, empfing er die 50-jährige Juristin, die zuletzt auch Bauministerin war, am Dienstag im Königspalast und beauftragte sie offiziell mit der Bildung der neuen Regierung.

Britischer Premier Burnham: "Der Brexit hat mehr geschadet als genutzt"

Der britische Premierminister Andy Burnham sieht im Brexit mehr Schaden als Nutzen für sein Land und prüft verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union. Beim nächsten EU-Großbritannien-Gipfel werde er darlegen, wie eine langfristige Zusammenarbeit aussehen könne, sagte Burnham am Dienstag auf dem Labour-Parteitag in Liverpool.

Textgröße ändern: