The National Times - Baerbock wirbt für Mehrheitsvoten in der EU-Außenpolitik

Baerbock wirbt für Mehrheitsvoten in der EU-Außenpolitik


Baerbock wirbt für Mehrheitsvoten in der EU-Außenpolitik
Baerbock wirbt für Mehrheitsvoten in der EU-Außenpolitik / Foto: © AFP

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich auf EU-Ebene für Mehrheitsentscheidungen in der Außen- und Sicherheitspolitik stark gemacht. "Wenn wir als geopolitischer Akteur wahrgenommen und vor allen Dingen Verantwortung übernehmen wollen, dann braucht man Schnelligkeit und Effektivität", sagte sie am Montag in Brüssel nach einem ersten Treffen mit ähnlich gesinnten Kolleginnen und Kollegen aus einem Dutzend Mitgliedsländern.

Textgröße ändern:

Bisher gilt in der EU-Außenpolitik das Prinzip der Einstimmigkeit. Das gibt Ländern wie Ungarn oder Polen Blockademöglichkeiten. Zu der von Deutschland mit gegründeten "Freundesgruppe" für qualifizierte Mehrheitsentscheidungen gehören große Länder wie Frankreich, Spanien und Italien, aber auch kleinere wie die Benelux-Staaten, Finnland oder Rumänien. Schweden als amtierender EU-Ratsvorsitzender und Dänemark waren als Beobachter dabei.

Als Beispiel für Mehrheitsentscheidungen nannte Baerbock die Ausweitung bereits einstimmig beschlossener Sanktionen. Es gebe aber noch "viele Bedenken", räumte sie ein. Länder wie Ungarn, Österreich oder Irland pochen bisher auf das Konsens-Prinzip. Sie fürchten, ansonsten überstimmt zu werden. Für eine qualifizierte Mehrheit müssen im Ministerrat 15 der 27 EU-Länder zusammenkommen, die mindestens 65 Prozent der EU-Gesamtbevölkerung umfassen.

Zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Europa-Reden in Straßburg und Prag für Mehrheitsbeschlüsse geworben, wie sie die Ampel-Regierung laut Koalitionsvertrag anstrebt. Die Bundesregierung will die sogenannte Passerelle-Klausel im EU-Vertrag nutzen, um langwierige Rechtsänderungen zu vermeiden. Damit könnten die Staats- und Regierungschefs der 27 Mitgliedsländer vereinbaren, in bestimmten Bereichen zu Mehrheitsvoten überzugehen. Allerdings gibt es dafür eine hohe Hürde: einen einstimmigen Beschluss.

F.Harris--TNT

Empfohlen

Mehr als 100 israelische Siedler attackieren Dorf im Westjordanland

Mehr als 100 israelische Siedler haben am Dienstag ein Dorf im besetzten Westjordanland attackiert. Bei dem Angriff auf das Dorf Dschalud im Norden des Palästinensergebiets wurden nach Angaben der israelischen Armee zwei Häuser in Brand gesetzt und drei israelische Polizisten verletzt. Die Polizei teilte mit, sie habe einen Verdächtigen festgenommen und zwei Minderjährige zum Verhör mitgenommen.

Kasachstans Präsident preist bei Besuch in Berlin "exzellente" Beziehungen zu Putin

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat bei einem Besuch in Berlin seine "exzellenten Beziehungen" zu Kreml-Chef Wladimir Putin gepriesen. "Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind", sagte Tokajew am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Erste Regierungschefin Marokkos: König ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri

In Marokko wird zum ersten Mal eine Frau Regierungschefin: König Mohammed VI. hat die Bürgermeisterin von Marrakesch, Fatima Ezzahra El Mansouri, am Dienstag zur Ministerpräsidentin des nordafrikanischen Landes ernannt. Wie sein Büro mitteilte, empfing er die 50-jährige Juristin, die zuletzt auch Bauministerin war, am Dienstag im Königspalast und beauftragte sie offiziell mit der Bildung der neuen Regierung.

Britischer Premier Burnham: "Der Brexit hat mehr geschadet als genutzt"

Der britische Premierminister Andy Burnham sieht im Brexit mehr Schaden als Nutzen für sein Land und prüft verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union. Beim nächsten EU-Großbritannien-Gipfel werde er darlegen, wie eine langfristige Zusammenarbeit aussehen könne, sagte Burnham am Dienstag auf dem Labour-Parteitag in Liverpool.

Textgröße ändern: