The National Times - Scholz ruft zu engerer Zusammenarbeit mit globalem Süden auf

Scholz ruft zu engerer Zusammenarbeit mit globalem Süden auf


Scholz ruft zu engerer Zusammenarbeit mit globalem Süden auf
Scholz ruft zu engerer Zusammenarbeit mit globalem Süden auf / Foto: © AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat angesichts großer internationaler Herausforderungen zu mehr Zusammenarbeit insbesondere mit den Ländern des globalen Südens aufgerufen. Dabei sollten die Industriestaaten diesen Angebote machen und Engagement nicht immer nur dann zeigen, wenn "wir deren Rohstoffe oder Unterstützung für eine UN-Resolution wollen", sagte Scholz am Montag in einer Rede beim Global Solutions Summit in Berlin.

Textgröße ändern:

Alle Menschen hätten das Recht, "dasselbe Wohlstandsniveau zu erreichen wie Menschen in Europa und Nordamerika", betonte der Kanzler, der ab Freitag am Gipfel der Gruppe sieben großer Industrienationen (G7) in Japan teilnimmt. Als Beispiel für Zusammenarbeit nannte er den Ausbau erneuerbarer Energien. Er verwies dabei auf bereits vereinbarte Partnerschaften mit Indonesien, Südafrika und weiteren Staaten. Dies seien Angebote zur Unterstützung bei einer nachhaltigen Entwicklung. Diverse Länder könnten so sogar zu Energieexporteuren werden.

Nachdrücklich drang Scholz aber auf die Beachtung der Grundsätze der UN-Charta als Grundlage der internationalen Zusammenarbeit. Darin stimmten auch die meisten Staaten überein. Einige täten dies jedoch nicht, verwies der Kanzler auf Russland und dessen "brutalen Krieg" gegen die Ukraine.

Er kritisierte, dass einige Länder zwar "für eine Welt ohne Kolonialismus und Imperialismus" eintreten würden, aber zögerten, die russische Aggression zu verurteilen. Ihr Argument sei dabei weniger, dass sie sich nicht zu den Grundsätzen der Souveränität und territorialen Integrität bekennen würden, als Kritik an einer "ungleichen Anwendung dieser Prinzipien" und "westlichen Doppel-Standards".

Solche Vorwürfe halte er zwar nicht immer für berechtigt, aber "wir müssen darauf eingehen", forderte Scholz. Es müsse ein stärkeres Engagement für den globalen Süden und mehr Angebote zur Zusammenarbeit geben. Deutschland unterstütze beispielsweise auch Forderungen nach mehr Repräsentanz des Südens in internationalen Institutionen wie dem UN-Sicherheitsrat. Das Potenzial für globale Zusammenarbeit sei nie größer gewesen, "wir sollten dieses Potenzial nutzen", betonte der Kanzler.

Der Global Solutions Summit ist eine internationale Konferenz wichtiger Akteure der G7- und G20-Staaten aus unterschiedlichen Bereichen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Der G7-Gipfel im japanischen Hiroshima findet vom 19. bis zum 21. Mai statt. Zu den Mitgliedern der Gruppe gehören neben Deutschland die Länder Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA.

C.Bell--TNT

Empfohlen

Mehr als 100 israelische Siedler attackieren Dorf im Westjordanland

Mehr als 100 israelische Siedler haben am Dienstag ein Dorf im besetzten Westjordanland attackiert. Bei dem Angriff auf das Dorf Dschalud im Norden des Palästinensergebiets wurden nach Angaben der israelischen Armee zwei Häuser in Brand gesetzt und drei israelische Polizisten verletzt. Die Polizei teilte mit, sie habe einen Verdächtigen festgenommen und zwei Minderjährige zum Verhör mitgenommen.

Kasachstans Präsident preist bei Besuch in Berlin "exzellente" Beziehungen zu Putin

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat bei einem Besuch in Berlin seine "exzellenten Beziehungen" zu Kreml-Chef Wladimir Putin gepriesen. "Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind", sagte Tokajew am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Erste Regierungschefin Marokkos: König ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri

In Marokko wird zum ersten Mal eine Frau Regierungschefin: König Mohammed VI. hat die Bürgermeisterin von Marrakesch, Fatima Ezzahra El Mansouri, am Dienstag zur Ministerpräsidentin des nordafrikanischen Landes ernannt. Wie sein Büro mitteilte, empfing er die 50-jährige Juristin, die zuletzt auch Bauministerin war, am Dienstag im Königspalast und beauftragte sie offiziell mit der Bildung der neuen Regierung.

Britischer Premier Burnham: "Der Brexit hat mehr geschadet als genutzt"

Der britische Premierminister Andy Burnham sieht im Brexit mehr Schaden als Nutzen für sein Land und prüft verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union. Beim nächsten EU-Großbritannien-Gipfel werde er darlegen, wie eine langfristige Zusammenarbeit aussehen könne, sagte Burnham am Dienstag auf dem Labour-Parteitag in Liverpool.

Textgröße ändern: