The National Times - Noch keine Entscheidung zu LNG-Terminal auf Rügen

Noch keine Entscheidung zu LNG-Terminal auf Rügen


Noch keine Entscheidung zu LNG-Terminal auf Rügen
Noch keine Entscheidung zu LNG-Terminal auf Rügen / Foto: © AFP

Im Streit über das geplante Importterminal für Flüssigerdgas (LNG) im Hafen von Mukran auf der Insel Rügen ist noch keine Entscheidung gefallen. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) betonte am Freitag nach einem Treffen mit Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) und weiteren Mitgliedern der Landesregierung, die Bundesregierung nehme "die Anregungen und die Kritik ernst". Die Regierung sei aber auch sicher, dass die Versorgung Ostdeutschlands und Deutschlands mit Gas "bei weitem noch nicht sichergestellt" sei.

Textgröße ändern:

Vorgesehen ist ein Anlandepunkt für LNG-Tanker, von dem aus eine Pipeline das regasifizierte Gas durch den Greifswalder Bodden nach Lubmin leitet. Für eine Anlandung direkt im Hafen von Lubmin ist der Bodden zu flach. Als besten Standort für den Anlandepunkt hat das Bundeswirtschaftsministerium den Hafen von Mukran ausgemacht.

Umweltschützer, Lokalpolitiker auf Rügen sowie der Tourismussektor der Insel wehren sich massiv gegen die Ausbaupläne. Sie befürchten Auswirkungen auf das Ökosystem und erhöhten Schiffsverkehr. Klimaschützer kritisieren die LNG-Pläne der Bundesregierung auch insgesamt als überdimensioniert und nicht kompatibel mit dem Klimaschutzgesetz.

Habeck war bereits im April zusammen mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach Rügen gereist und nahm dort an einer Gesprächsrunde mit Anwohnern und Umweltschützern zu dem Terminal teil. Am Freitag sagte er nun, die Bundesregierung schlage den Gemeinden auf Rügen nun vor, im Hafen von Mukran zwei LNG-Tanker "unterzubringen". Das sei ein Schiff weniger als ursprünglich vorgesehen. Zudem sollten die beiden Schiffe so "gepackt" werden, "dass sie aussehen wie eins". Lärm solle vermieden werden, Biozide würden nicht eingesetzt.

Der Bundeswirtschaftsminister betonte, er sehe die Sorge der Natur- und Wasserschutzverbände, als Mitglied der Bundesregierung müsse er aber die "gesamtstaatlichen Interessen" vertreten. Die Versorgungssicherheit Deutschlands müsse "am Ende gewährleistet sein".

Landesminister Meyer kündigte an, die am Freitag vom Bund und auch vom geplanten Betreiber Regas gelieferten Informationen würden nun bewertet. Umweltminister Till Backhaus (SPD) betonte, der Bedarf für das Importterminal müsse "exakt" und "plausibel" nachgewiesen werden.

Habeck sagte, Ziel müsse sein, zum Winter hin die Leitungen verlegt zu haben und dann eine Versorgung Deutschlands auch von Mukran aus bereitstellen zu können. "Wir befinden uns auf einem guten Weg."

A.Robinson--TNT

Empfohlen

Kasachstans Präsident preist bei Besuch in Berlin "exzellente" Beziehungen zu Putin

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat bei einem Besuch in Berlin seine "exzellenten Beziehungen" zu Kreml-Chef Wladimir Putin gepriesen. "Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind", sagte Tokajew am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Erste Regierungschefin Marokkos: König ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri

In Marokko wird zum ersten Mal eine Frau Regierungschefin: König Mohammed VI. hat die Bürgermeisterin von Marrakesch, Fatima Ezzahra El Mansouri, am Dienstag zur Ministerpräsidentin des nordafrikanischen Landes ernannt. Wie sein Büro mitteilte, empfing er die 50-jährige Juristin, die zuletzt auch Bauministerin war, am Dienstag im Königspalast und beauftragte sie offiziell mit der Bildung der neuen Regierung.

Britischer Premier Burnham: "Der Brexit hat mehr geschadet als genutzt"

Der britische Premierminister Andy Burnham sieht im Brexit mehr Schaden als Nutzen für sein Land und prüft verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union. Beim nächsten EU-Großbritannien-Gipfel werde er darlegen, wie eine langfristige Zusammenarbeit aussehen könne, sagte Burnham am Dienstag auf dem Labour-Parteitag in Liverpool.

Merz: Russland "nicht an ernsthaften" Ukraine-Gesprächen interessiert

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht das jüngste Gespräch zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow als Beleg für Russlands fehlende Bereitschaft zu ernsten Friedensverhandlungen. "Die anschließende Bewertung dieses Gesprächs durch Russland hat gezeigt, dass Russland offensichtlich überhaupt nicht an ernsthaften Gesprächen zum jetzigen Zeitpunkt interessiert ist", sagte Merz am Dienstag in Berlin bei einer Pressekonferenz mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew.

Textgröße ändern: