The National Times - Siebentägige Waffenruhe im Sudan schon am ersten Tag gebrochen

Siebentägige Waffenruhe im Sudan schon am ersten Tag gebrochen


Siebentägige Waffenruhe im Sudan schon am ersten Tag gebrochen
Siebentägige Waffenruhe im Sudan schon am ersten Tag gebrochen / Foto: © AFP

Die Bemühungen um eine Waffenruhe im Sudan sind erneut gescheitert. Augenzeugen berichteten am Donnerstag von "Zusammenstößen mit verschiedenen Waffen und Explosionen" in der Hauptstadt Karthum, obwohl die Konfliktparteien sich erst am Dienstag auf eine siebentägige Waffenruhe bis zum 11. Mai geeinigt hatten. Die UNO warnte vor mehr als 860.000 Flüchtlingen und forderte mehr Geld für deren Versorgung.

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"Mit jeder Minute des Krieges sterben mehr Menschen oder landen auf der Straße und der Staat wird schwächer und zerfällt ein bisschen mehr", sagte der ehemalige sudanesische Minister Khalid Omar Youssef.

Die Kämpfe zwischen der Armee unter dem Kommando von Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan und der von General Mohamed Hamdan Daglo angeführten RSF-Miliz dauern seit nunmehr 20 Tagen an. Bei den Gefechten wurden nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Acled bereits mehr als 700 Menschen getötet, die meisten in Khartum und in der Region Darfur.

Die Konfliktparteien vereinbarten schon mehrere Feuerpausen, die aber immer wieder gebrochen wurden. Die zuletzt vereinbarte Waffenruhe lief am Mittwoch aus. Bemühungen von Saudi-Arabien, der Afrikanischen Union (AU) und den USA, die Konfliktparteien zu einer dauerhaften Waffenruhe zu bewegen, scheiterten bislang.

Die UNO forderte am Donnerstag 445 Million Dollar (402 Millionen Euro) für die Versorgung der rund 860.000 Flüchtlinge, die bis Oktober wegen der andauernden Kämpfe flüchten könnten. "Wir brauchen dringend neue Mittel, um auf die wachsenden Bedürfnisse reagieren zu können", sagte ein Mitarbeiter des UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). "Die Bedürfnisse sind riesig und die Herausforderungen zahlreich. Sollte die Krise andauern, stehen der Frieden und die Stabilität in der Region auf dem Spiel."

UN-Angaben zufolge haben die Kämpfe im Sudan seit Mitte April hunderttausende Menschen in die Flucht getrieben. Allein innerhalb des Landes seien mehr als 330.000 Menschen geflohen. Dazu kommen 100.000, die das Land verlassen haben. Am Mittwoch überquerten "mehr als 50.000 Menschen" die Grenze zu Ägypten, wie die UNO mitteilte. Das UN-Flüchtlingshilfswerk schätzt, dass mehr als 800.000 Menschen aus dem Sudan fliehen könnten, sollten die Kämpfe andauern.

Die Menschen im Sudan leiden nicht nur unter den Kampfhandlungen, sondern auch an Wassermangel, es fehlt an Strom und Lebensmitteln. Nach Angaben des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) fehlen den Hilfsorganisationen 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,37 Milliarden Euro), um die durch die Kämpfe verschärfte humanitäre Krise im Land zu bewältigen. Der Konflikt habe das Land in eine "echte Katastrophe" gestürzt.

P.Johnston--TNT

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