The National Times - UN-Vollversammlung fordert von Russland Abzug aus der Ukraine

UN-Vollversammlung fordert von Russland Abzug aus der Ukraine


UN-Vollversammlung fordert von Russland Abzug aus der Ukraine

Die internationale Gemeinschaft hat sich ungewöhnlich geschlossen gegen den Krieg in der Ukraine gestellt und Russland zum "sofortigen" Abzug seiner Truppen aufgefordert. 141 Mitgliedstaaten stimmten am Mittwoch in der UN-Vollversammlung in New York für die Resolution, fünf dagegen und 35 Staaten enthielten sich. Unterdessen machte die Regierung in Moskau erstmals genauere Angaben zu Verlusten ihrer Streitkräfte. Bislang seien 498 russische Soldaten getötet worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Textgröße ändern:

In der Resolution "beklagen" die UN-Mitgliedstaaten "mit größtem Nachdruck" die russische Invasion in der Ukraine und verurteilen die Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Atomstreitkräfte seines Landes in erhöhte Alarmbereitschaft zu versetzen. Gegen die Resolution stimmten neben Russland nur die weitgehend international isolierten Staaten Nordkorea und Eritrea sowie die Verbündeten Russlands, Belarus und Syrien. China enthielt sich der Stimme.

Der Resolutionstext war zuvor mehrfach abgeschwächt worden. Ursprünglich sollte die Vollversammlung den russischen Einmarsch "verurteilen". Dem abgeschwächten Text konnten nun offenbar mehr UN-Staaten zustimmen. In der UN-Vollversammlung, die erst das elfte Mal in seiner Geschichte zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkam, hat Russland anders als im Sicherheitsrat kein Veto-Recht.

In der kurzfristig einberufenen Sitzung am Vortag hatte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in New York dazu aufgerufen, für die Resolution zu stimmen. Russland habe die internationale Friedensordnung "brutal angegriffen". "Deswegen geht es bei diesem Krieg nicht nur um die Ukraine, nicht nur um Europa, sondern um uns alle", sagte sie.

Nach Tagen des Stillschweigens veröffentlichte Moskau am Mittwoch erstmal Zahlen zu den Verlusten in den Reihen des russischen Armee. Bei dem Einsatz in der Ukraine seien bislang 498 russische Soldaten getötet worden, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Nach seinen Angaben wurden zudem 1597 russische Soldaten verletzt.

Die Verluste auf Seiten des "ukrainischen Militärs und der Nationalisten" beliefen sich auf "2870 Tote und etwa 3700 Verletzte", sagte Konaschenkow weiter. Die ukrainische Seite hatte bislang von mehreren tausend getöteten russischen Soldaten sowie hunderten Gefangenen gesprochen. Die Angaben beider Seiten sind unabhängig kaum zu überprüfen.

Am Mittwochabend meldete das Bundesverteidigungsministerium, dass die angekündigten deutschen Waffenlieferungen in der Ukraine angekommen seien. Die Lieferung umfasste 1000 Panzerabwehrwaffen und 500 Boden-Luft-Raketen aus Bundeswehr-Beständen.

Während die russischen Streitkräfte ihre Angriffe auf die Städte in der Ukraine fortsetzten, hieß es aus Moskau, es gebe die Bereitschaft zu weiteren Gesprächen mit der Ukraine. Die am Montag ergebnislos gebliebenen Verhandlungen an der ukrainisch-belarussischen Grenze sollen nun am Donnerstag wieder aufgenommen werden.

Die ukrainische Delegation sei bereits auf dem Weg zum Verhandlungsort, der sich diesmal nahe der polnischen Grenze in Belarus befinde, teilte der russische Unterhändler Wladimir Medinski mit. Bei den Gesprächen solle es auch um eine Waffenruhe gehen.

Bei der andauernden Bombardierung der zweitgrößten ukrainischen Stadt Charkiw wurden am Mittwoch mindestens vier Menschen getötet, wie die örtlichen Rettungskräfte mitteilten. Die russische Armee meldete zudem die Einnahme der südlichen Hafenstadt Cherson.

Russland hatte seinen Großangriff auf die Ukraine am 24. Februar begonnen. Nach Angaben der UNO flohen inzwischen rund 840.000 Menschen vor den Kämpfen außer Landes.

P.Barry--TNT

Empfohlen

Israels Armee sucht Leiche der letzten Hamas-Geisel im Gazastreifen

Die israelische Armee ist am Sonntag zu einem Einsatz zur Bergung der Leiche der letzten noch im Gazastreifen verbliebenen Geisel ausgerückt. Die Streitkräfte suchten in einem Friedhof im Norden des Gazastreifens nach den sterblichen Überresten von Ran Gvili, wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mitteilte. "Alle verfügbaren nachrichtendienstlichen Erkenntnisse" würden "vollständig genutzt", hieß es. "Die Bemühungen werden so lange fortgesetzt, wie es notwendig ist."

US-Grenzschutzverantwortlicher nach Schüssen in Minneapolis: Beamte sind die "Opfer"

Nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen 37-Jährigen in der US-Großstadt Minneapolis hat ein Verantwortlicher des Grenzschutzes die Beamten mit provokanten Äußerungen in Schutz genommen. "Die Opfer sind die Grenzschutzbeamten", sagte der durch die Abschiebe-Razzien der Trump-Regierung bekannt gewordene Gregory Bovino am Sonntag dem US-Nachrichtensender CNN. "Der Verdächtige hat sich selbst in diese Situation gebracht. Die Opfer sind die Grenzschutzbeamten."

Großbritannien: Labour-Führung blockiert Kandidatur von möglichem Starmer-Rivalen

Die Führung der britischen Labour-Partei hat die Kandidatur eines möglichen parteiinternen Herausforderers von Premier Keir Starmer für einen Parlamentssitz blockiert. Das nationale Exekutivkomitee (NEC) legte am Sonntag ein Veto gegen die Kandidatur des Bürgermeisters von Manchester, Andy Burnham, für eine Neuwahl in einem Wahlkreis nahe der Stadt ein. Als Grund nannte das NEC die hohen Kosten für die vorgezogene Bürgermeisterwahl, die bei einem Sieg Burnhams nötig gewesen wäre.

Scharfer Widerspruch nach Trump-Äußerungen zu Afghanistan-Engagement der Verbündeten

"Inakzeptabel", "beleidigend": US-Präsident Donald Trump hat mit seinen Äußerungen zum Engagement von Nato-Truppen in Afghanistan scharfen Widerspruch bei den Verbündeten ausgelöst. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) verteidigte die gefallenen Bundeswehr-Soldaten in der "Welt am Sonntag" als "Helden", Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) verwies darauf, dass die Bundeswehr für die Unterstützung der US-Verbündeten mit 59 getöteten Soldaten "einen hohen Preis bezahlt" habe. Nach deutlicher Kritik auch aus London hob Trump die Rolle der britischen Soldaten in Afghanistan hervor.

Textgröße ändern: