The National Times - Frankreichs geplante Abschiebe-Aktion auf Mayotte stößt auf Widerstand

Frankreichs geplante Abschiebe-Aktion auf Mayotte stößt auf Widerstand


Frankreichs geplante Abschiebe-Aktion auf Mayotte stößt auf Widerstand
Frankreichs geplante Abschiebe-Aktion auf Mayotte stößt auf Widerstand / Foto: © AFP

Eine größere Abschiebeaktion auf der französischen Pazifikinsel Mayotte stößt auf Widerstand der benachbarten Komoren. "Kein Abgeschobener wird in einem Hafen unter komorischer Souveränität einlaufen", erklärte der komorische Innenminister Fakridine Mahamoud am Montag. Er warf Frankreich vor, die Abschiebungen "ohne jede Absprache" zu organisieren.

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Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat derzeit etwa 1800 Sicherheitskräfte auf der französischen Insel nahe Madagaskar im Einsatz. Sie sollen im großen Stil Bewohner von Mayotte ausweisen, die keine französischen Papiere haben.

Die Inselgruppe Mayotte gehört geografisch zum Komoren-Archipel, ist aber seit 2011 französisches Übersee-Departement und seit 2014 Teil der EU. Seit Jahren kommen zahlreiche Migranten auf den Kwassa-Kwassa genannten Fischerbooten nach Mayotte, das nur etwa 70 Kilometer von der nächsten Komoren-Insel entfernt ist.

Dies hat zur Folge, dass knapp die Hälfte der Einwohner von Mayotte nicht die französische Staatsangehörigkeit hat. Ein Drittel der Nicht-Franzosen ist allerdings bereits auf Mayotte geboren.

Frankreich schiebt regelmäßig tausende Einwohner von Mayotte auf die Komoren ab. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 25.000 - wobei viele Abgeschobene umgehend wieder zurückkommen.

Darmanin begründete die jüngste Abschiebeaktion damit, dass auf diese Weise Waffenhandel und Kriminalität bekämpft werden sollten. Mehrere hundert Sicherheitskräfte wurden eigens aus Frankreich eingeflogen, unter ihnen eine Eliteeinheit für urbane Gewalt. In den vergangenen Tagen kam es bereits zu Scharmützeln mit Jugendlichen in den Armenvierteln von Mayotte, welche die Sicherheitskräfte mit Steinen bewarfen und etwa ein Dutzend von ihnen leicht verletzten.

Der Innenminister gab das Ziel aus, tausend illegale errichtete Unterkünfte in den Armenvierteln zu zerstören. Die Menschenrechtsliga warnte davor, dass Frankreich auf diese Weise viele Minderjährige "inakzeptabler Gefahr" aussetze. In den vergangenen Tagen wurden diejenigen Unterkünfte markiert, die von den Zerstörungen verschont bleiben sollen, weil die Bewohner ein Bleiberecht haben oder noch ein Verfahren läuft.

Q.Marshall--TNT

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