The National Times - Oberstes Gericht setzt Zwangsräumung von Häusern in Ost-Jerusalem aus

Oberstes Gericht setzt Zwangsräumung von Häusern in Ost-Jerusalem aus


Oberstes Gericht setzt Zwangsräumung von Häusern in Ost-Jerusalem aus
Oberstes Gericht setzt Zwangsräumung von Häusern in Ost-Jerusalem aus

Israels Oberster Gerichtshof hat die Zwangsräumung von Häusern im Ost-Jerusalemer Viertel Scheich Dscharrah ausgesetzt, die von vier palästinensischen Familien bewohnt werden. Bis zu einer Klärung der Frage, wem das Land und die Häuser gehören, würden die betroffenen Familien unter Mieterschutz stehen, ordnete das Gericht am Dienstag an.

Textgröße ändern:

So lange müssen die Betroffenen laut dem Urteil allerdings eine symbolische Jahresmiete von umgerechnet rund 660 Euro an eine jüdische Siedlerorganisation zahlen. Gleichzeitig erlaubten es die Richter den Palästinenserfamilien, gegen ein Urteil des Jerusalemer Bezirksgericht vorzugehen, wonach ihre Häuser rechtmäßig jüdischen Siedlern gehören.

Die drohende Zwangsräumung hatte im vergangenen Mai massive Spannungen ausgelöst und zu mehrtägigen blutigen Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Gruppen im Gazastreifen und der israelischen Armee geführt. Mehr als 250 Menschen starben und mehr als 2000 wurden verletzt, die meisten von ihnen Palästinenser.

Einen Kompromissvorschlag des Obersten Gerichts, wonach die betroffenen Familien unter Mieterschutz gestellt werden, wenn sie im Gegenzug das israelische Eigentumsrecht an den Häusern anerkennen, hatten diese im vergangenen August abgelehnt.

Der Streit um die Landrechte zieht sich seit Jahren hin. Nach israelischem Recht können jüdische Israelis vor Gericht Besitzanspruch auf Häuser in Ost-Jerusalem anmelden, wenn ihre Vorfahren vor dem arabisch-israelischen Krieg (1948-49) dort im Besitz von Grundstücken waren. Für Palästinenser, die ihr Eigentum ebenfalls infolge des Kriegs verloren haben, gibt es kein solches Gesetz.

Jordanien, das Ost-Jerusalem bis 1967 kontrollierte, hatte die Häuser in Scheich Dscharrah in den 50er Jahren für vertriebene Palästinenser gebaut. Im Gegenzug gaben diese ihren Status als anerkannte Flüchtlinge auf. Die Landrechte der Bewohner wurden jedoch von den jordanischen Behörden vor dem Sechs-Tage-Krieg 1967 nicht registriert, in dem Israel Ost-Jerusalem besetzte. 1980 dann wurde Ost-Jerusalem von Israel annektiert.

Nach Angaben der Jerusalemer Bewegung Ir Amim, die sich gegen jüdische Siedlungen im Ostteil der Stadt einsetzt, überlässt das Gericht die Entscheidung über den endgültigen Eigentumsstatus einem Referat im israelischen Justizministerium.

In Ost-Jerusalem leben heute mehr als 200.000 Siedler und etwa 300.000 Palästinenser. Die jüdischen Siedlungen dort gelten nach internationalem Recht als illegal.

Im von Israel besetzten Westjordanland wurden unterdessen drei Palästinenser von israelischen Soldaten getötet. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministerium wurde ein Bewohner des nördlich von Hebron gelegenen Flüchtlingslagers Al-Arub am Nachmittag von israelischen Soldaten nahe der Ortschaft Beit Fadschar erschossen. Die Hintergründe blieben zunächst offen, das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht.

Im Flüchtlingslager Dschenin töteten israelische Soldaten übereinstimmenden Angaben zufolge zwei Palästinenser, als sie beim Versuch, einen Palästinenser festzunehmen, unter Beschuss gerieten.

M.Wilson--TNT

Empfohlen

Flugbetrieb am Airport München wieder aufgenommen - keine Drohnen entdeckt

Nach einer einstündigen Sperrung wegen einer mutmaßlichen Drohnensichtung ist der Betrieb am Flughafen München wieder aufgenommen worden. Wie ein Sprecher des Flughafens am Samstag sagte, sind Start- und Landebahnen wieder in Betrieb. Ein Sprecher der Bundespolizei teilte mit, bei einer umfangreichen Suche nach möglichen Drohnen sei keine Gefährdung festgestellt worden.

Israelische Armee ordnet Evakuierung von sieben Dörfern im Südlibanon an

Die israelische Armee hat die Bewohner von sieben Dörfern im Süden des Libanon zur sofortigen Evakuierung aufgerufen. Wegen des "Bruchs der Waffenruhe-Vereinbarung durch die Terrororganisation Hisbollah" werde die israelische Armee "entschiedene Maßnahmen" gegen die pro-iranische Schiitenmiliz ergreifen, erklärte der auf Arabisch kommunizierende Armeesprecher Avichay Adraee am Samstag im Onlinedienst X. Einige der betroffenen Ortschaften befinden sich demnach in der Nähe der Großstadt Nabatäa.

FDP eröffnet Bundesparteitag in Berlin - Kubicki soll Vorsitz übernehmen

Die FDP ist am Samstag zu einem Bundesparteitag in Berlin zusammengekommen, bei dem die Delegierten eine neue Spitze wählen sollen. Einziger Kandidat für den Parteivorsitz ist der 74 Jahre alte bisherige FDP-Vize Wolfgang Kubicki. Er will den erst vor einem Jahr zum FDP-Chef gewählten Christian Dürr ablösen, der nach den Niederlagen seiner Partei bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vorzeitig abtritt. Kubickis Wahl ist für den Nachmittag geplant.

Vorgezogene Wahl: Bürger in EU-Land Malta stimmen über Parlament ab

Im EU-Land Malta ist am Samstag ein neues Parlament gewählt worden. Die Wahl könnte den Weg für eine vierte Legislaturperiode in Folge für die regierende Labour-Partei ebnen. Umfragen deuteten auf einen Sieg von Regierungschef Robert Abela hin. Der 48-Jährige hatte die vorgezogene Parlamentswahl im April angesetzt und erklärt, seine Regierung benötige angesichts der weltweiten Krisen ein neues Mandat.

Textgröße ändern: