The National Times - Kämpfe im Sudan dauern trotz internationaler Forderungen nach Waffenruhe an

Kämpfe im Sudan dauern trotz internationaler Forderungen nach Waffenruhe an


Kämpfe im Sudan dauern trotz internationaler Forderungen nach Waffenruhe an
Kämpfe im Sudan dauern trotz internationaler Forderungen nach Waffenruhe an / Foto: © AFP/Archiv

Im Sudan dauern die Kämpfe zwischen Soldaten und Kämpfern der RSF-Miliz trotz internationaler Forderungen nach einer Waffenruhe an. Die Hauptstadt Khartum wurde am Dienstag erneut von Explosionen erschüttert, auch in anderen Teilen des nordostafrikanischen Landes wurde gekämpft. Nach UN-Angaben wurden inzwischen rund 200 Menschen getötet und etwa 1800 weitere verletzt. US-Außenminister Antony Blinken forderte die Konfliktparteien zu einer Waffenruhe auf.

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Der Sudan wird seit Samstag von heftigen Kämpfen zwischen der Armee und der RSF-Miliz erschüttert. Hintergrund sind verschärfte Spannungen zwischen Sudans Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan und seinem Stellvertreter, dem RSF-Anführer Mohamed Hamdan Daglo.

In den Straßen Khartums waren am Dienstag Panzer und Milizionäre zu sehen, über der Stadt hing Rauch. "Wir haben seit vier Tagen nicht geschlafen", sagte die Bewohnerin Dalia Mohamed Abdelmonem. Viele Menschen trauen sich trotz zur Neige gehender Lebensmittelvorräte nicht mehr aus dem Haus, andere versuchen in den wenigen Kampfpausen aus der Stadt zu fliehen.

US-Außenminister Blinken betonte in getrennten Telefonaten mit Militärmachthaber al-Burhan und seinem Stellvertreter Daglo "die Dringlichkeit einer Waffenruhe", wie ein Sprecher erklärte. Der Minister habe sich in den Telefonaten mit den beiden Generälen "ernsthaft besorgt" gezeigt über die vielen Toten und Verletzten in der sudanesischen Zivilbevölkerung.

Daglo erklärte nach seinem Telefonat mit Blinken, die RSF habe "ihre Zustimmung" zu einer 24-stündigen Waffenruhe bekräftigt, "um die sichere Durchreise von Zivilisten und die Evakuierung der Verletzten zu gewährleisten". Die Armee erklärte jedoch, sie wisse nichts von Gesprächen über eine Waffenruhe. Die RSF-Miliz wolle mit dieser Forderung nur die "vernichtende Niederlage vertuschen, die sie innerhalb weniger Stunden erleiden wird", erklärte die Armee auf Facebook.

Die G7-Außenminister, darunter neben Blinken auch Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne), riefen die Konfliktparteien im Sudan auf, "die Kampfhandlungen umgehend zu beenden" und Verhandlungen wieder aufzunehmen. Auch der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte am Montag für eine Feuerpause im Sudan geworben, um Vermittlungsversuche zu ermöglichen.

Am Montag wurde der Botschafter der EU im Sudan in seiner Residenz in Khartum angegriffen. Borrell machte keine Angaben dazu, ob der aus Irland stammende Diplomat Aidan O'Hara bei dem Angriff verletzt wurde. Eine EU-Sprecherin sagte zu O'Haras Zustand, er sei "okay".

Blinken bestätigte vor Journalisten, dass am Montag auch auf einen Konvoi von US-Diplomaten im Sudan geschossen wurde. Die Insassen seien bei dem Angriff unverletzt geblieben, sagte er.

Al-Burhan ist seit einem Militärputsch im Oktober 2021 an der Macht. Er setzte die Regierung ab, die nach dem Sturz des langjährigen Staatschefs Omar al-Baschir 2019 den Übergang zu demokratischen Wahlen leiten sollte. Die gegen die Armee kämpfende RSF-Miliz ist aus der Dschandschawid-Miliz hervorgegangen, die in der südsudanesischen Region Darfur Gräueltaten an der Zivilbevölkerung begangen hatte.

Auslöser der Kämpfe war die geplante Eingliederung der RSF-Miliz in die Armee. Dies gilt als zentraler Schritt bei dem Vorhaben, die Macht wieder an eine zivile Regierung zu übertragen.

S.Collins--TNT

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