The National Times - Mehr als 50 Zivilisten bei Gefechten zwischen Armee und Miliz im Sudan getötet

Mehr als 50 Zivilisten bei Gefechten zwischen Armee und Miliz im Sudan getötet


Mehr als 50 Zivilisten bei Gefechten zwischen Armee und Miliz im Sudan getötet
Mehr als 50 Zivilisten bei Gefechten zwischen Armee und Miliz im Sudan getötet / Foto: © AFP

Bei schweren Kämpfen zwischen der Armee und einer paramilitärischen Gruppe im Sudan sind nach Angaben von Medizinern mindestens 56 Zivilisten getötet worden. Auch auf Seiten der Armee gebe es "dutzende Tote", erklärte das Zentralkomitee sudanesischer Ärzte am Sonntagmorgen. Etwa 600 weitere Menschen wurden demnach bei den Kämpfen verletzt.

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Die Kämpfe zwischen der Armee und der Miliz RSF hatten am Samstagvormittag in der Hauptstadt Khartum begonnen und dauerten bis in die Nacht hinein an. Die RSF meldete, sie habe den Präsidentenpalast, den Flughafen und weitere wichtige Einrichtungen in Khartum eingenommen. Die Armee wies dies zurück. Die Luftwaffe forderte die Bewohner der Hauptstadt am Samstagabend auf, in ihren Häusern zu bleiben, während die Luftangriffe auf RSF-Stellungen fortgesetzt wurden.

In den vergangenen Wochen hatten sich die Spannungen zwischen Militärmachthaber Abdel Fattah al-Burhan und seinem Stellvertreter, dem RSF-Anführer Mohamed Hamdan Daglo, über die geplante Eingliederung der RSF in die reguläre Armee verschärft. Der Schritt galt als zentraler Teil des Vorhabens, die Macht im Sudan wieder an eine zivile Regierung zu übertragen.

Daglo sagte dem Nachrichtensender Al-Dschasira am Samstag, Ziel seiner Kämpfer sei die Eroberung aller Armeestützpunkte. Die Miliz rief die Bevölkerung auf, sich gegen die Militärregierung zu erheben.

UN-Generalsekretär António Guterres forderte ein sofortiges Ende der Gewalt und rief Burhan und Daglo auf, zum Dialog zurückzukehren. Die Arabische Liga will am Sonntag in einer Dringlichkeitssitzung über die Lage beraten. In einer gemeinsamen Erklärung forderten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und US-Außenminister Antony Blinken ein Ende der militärischen Eskalation. Ähnliche Appelle kamen von der EU und der Afrikanischen Union.

Al-Burhan ist seit einem Militärputsch im Oktober 2021 der De-facto-Machthaber im Sudan. Er setzte die Regierung ab, die nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir 2019 den Übergang zu demokratischen Wahlen leiten sollte. Pro-demokratische Kräfte werfen dem Armeechef vor, die internen Konflikte im Land zu politischen Zwecken zu schüren.

Die nun gegen die Armee kämpfende RSF-Miliz ist aus der Dschandschawid-Miliz hervorgegangen, die in der südsudanesischen Region Darfur Gräueltaten an der Zivilbevölkerung begangen hatte. Bei der Entmachtung al-Baschirs hatten RSF und al-Burhan noch Seite an Seite gekämpft. Später wandte sich RSF-Anführer Daglo dann gegen al-Burhan.

P.Johnston--TNT

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