The National Times - Caritas: Deutschland muss nach Bundeswehr-Abzug in Mali präsent bleiben

Caritas: Deutschland muss nach Bundeswehr-Abzug in Mali präsent bleiben


Caritas: Deutschland muss nach Bundeswehr-Abzug in Mali präsent bleiben
Caritas: Deutschland muss nach Bundeswehr-Abzug in Mali präsent bleiben / Foto: © AFP/Archiv

Der Wohlfahrtsverband Caritas hält das entwicklungspolitische Engagement der Bundesregierung in Mali auch nach dem geplanten Bundeswehr-Abzug für dringend notwendig. "Die humanitäre Situation in Mali verschlechtert sich zusehends, sowohl was die Ernährungssituation der Menschen als auch was die Binnenvertreibung angeht, diese reißt nicht ab", erklärte Caritas-Länderreferent Philipp Lang am Donnerstag.

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Der Verband begrüßte die Ankündigung von Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD), auch mit dem militärischen Ende des Bundeswehreinsatzes 2024 in Mali aktiv zu bleiben. "Wir nehmen die Ministerin beim Wort, mit dem Engagement nicht nachzulassen", erklärte Lang. Schulze hatte angekündigt, das entwicklungspolitische Engagement in der Region auszuweiten. Im Mai will ihr Ministerium eine eigene Sahel-Initiative vorstellen.

Die Einstellung der deutschen Hilfen dagegen würde die Lage weiter verschärfen und destabilisieren, warnte Mali-Experte Lang. "Profiteure davon wären die dschihadistischen Terrorgruppen in der Region, die dadurch weiteren Zulauf bekommen, Leidtragende die Menschen." Lang plädierte zudem dafür, lokale Partnerorganisationen in Zukunft "viel stärker als bisher in die Planung und Umsetzung der Hilfsprogramme" einzubeziehen. "Denn sie wissen am besten, wie die Hilfen optimiert werden können und tragen die höchsten Risiken."

Schulze unternahm in dieser Woche mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) eine Reise in die Sahel-Staaten Niger und Mali. Derzeit sind in Mali noch rund 1100 Männer und Frauen der Bundeswehr im Rahmen des Einsatzes Minusma eingesetzt, die Mandatsobergrenze liegt bei 1400 Soldaten. Im November hatte die Bundesregierung das Ende des seit rund zehn Jahren laufenden Einsatzes für Mai 2024 festgelegt.

Mali ist seit Jahren Schauplatz einer Rebellion islamistischer Extremisten, die 2012 im Norden des Landes begann und später auch auf die Nachbarländer Niger und Burkina Faso übergriff. Das Land wird inzwischen von einer Militärjunta regiert, die eine engere Anbindung an Russland anstrebt und den Einsatz der internationalen Truppen erschwert.

S.Collins--TNT

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