The National Times - Putin gibt Westen Schuld für Anschläge und Eskalation in Beziehungen

Putin gibt Westen Schuld für Anschläge und Eskalation in Beziehungen


Putin gibt Westen Schuld für Anschläge und Eskalation in Beziehungen
Putin gibt Westen Schuld für Anschläge und Eskalation in Beziehungen / Foto: © SPUTNIK/AFP

Der russische Präsident Wladimir Putin hat westlichen Geheimdiensten eine Mitverantwortung für "Terroranschläge" auf russischem Boden und von Russland besetztem ukrainischen Gebiet gegeben. Es gebe "allen Grund zu der Annahme", dass Drittstaaten und westliche Geheimdienste "in die Vorbereitung von Sabotage- und Terrorakten" verwickelt seien, sagte Putin am Mittwoch während einer im Fernsehen übertragenen Sitzung seines Sicherheitsrats.

Textgröße ändern:

An der Sitzung des Sicherheitsrats nahmen auch die von Moskau eingesetzten Leiter der ukrainischen Regionen Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson teil, deren Annexion Russland im September verkündet hatte. Der Ukraine warf Putin vor, in diesen Gebieten "terroristische Angriffe" gegen pro-russische Amtsträger und "schwere Verbrechen gegen die dort lebenden Zivilisten" zu begehen.

Am vergangenen Sonntag war Maxim Fomin, ein bekannter Militärblogger und Unterstützer der russischen Offensive in der Ukraine, bei einem Bombenanschlag in einem Café in St. Petersburg getötet worden. Moskau beschuldigte Kiew und "Agenten" des inhaftierten russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny, an dem Mord beteiligt gewesen zu sein.

Die Ukraine wiederum erklärte, es habe sich um eine interne Abrechnung innerhalb jener Kreise gehandelt, die die Offensive in Russland unterstützten. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, sagte am Mittwoch, dass der Mord an Fomin - der unter den Namen Wladlen Tatarski im Onlinedienst Telegram publiziert hatte - "eines der Themen" im UN-Sicherheitsrat sein werde. Russland hatte den Vorsitz des mächtigsten UN-Gremiums turnusmäßig am Samstag übernommen.

Putin machte unterdessen erneut die USA und die EU für die Verschlechterung der Beziehungen zwischen dem Westen und Russland verantwortlich. "Die Beziehungen zwischen Russland und den USA, auf denen die globale Sicherheit und Stabilität direkt beruhen, befinden sich in einer tiefen Krise", sagte Putin am Mittwoch bei der Akkreditierung neuer Botschafter im Kreml, darunter der US-Botschafterin Lynne Tracy und des EU-Botschafters Roland Galharague.

"Letztendlich" habe die US-Außenpolitik "zur heutigen Ukraine-Krise geführt", sagte Putin. Die EU habe ihrerseits eine "geopolitische Konfrontation mit Russland eingeleitet, eine Konfrontation mit unserem Land".

Putin hat dem Westen und insbesondere den USA schon mehrfach die Schuld am Ukraine-Konflikt gegeben. Er beschuldigt Washington, 2014 Massenproteste in Kiew organisiert zu haben, woraufhin ihm keine andere Wahl geblieben sei, als in dem Nachbarland einzugreifen.

Seit Putin im Februar vergangenen Jahres Truppen in die Ukraine geschickt hatte, sind die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Washington und Moskau auf einen neuen Tiefpunkt gesunken. Die Festnahme des US-Journalisten Evan Gershkovich wegen Spionagevorwürfen hatte in der vergangenen Woche die Spannungen weiter verschärft.

Lewis--TNT

Empfohlen

Bundeskanzler Merz empfängt Kasachstans Präsidenten Tokajew

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Dienstag Kasachstans Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew im Bundeskanzleramt in Berlin (16.00 Uhr). Bei dem Treffen werden nach Angaben eines Regierungssprechers Themen wie der Ausbau der bilateralen Energie- und Rohstoffpartnerschaft, Fragen der regionalen Zusammenarbeit sowie die internationale Sicherheitspolitik im Mittelpunkt stehen. Für 17.00 Uhr ist eine gemeinsame Pressekonferenz geplant.

Wadephul reist in die Slowakei und zum Europarat nach Straßburg

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Dienstag zu einem Besuch in die Slowakei. In der Hauptstadt Bratislava will Wadephul mit seinem slowakischen Kollegen Juraj Blanar und Ministerpräsident Robert Fico zusammenkommen. Bei den Gesprächen soll es unter anderem um den Krieg in der Ukraine gehen. Fico pflegt als einer der wenigen Regierungschefs der EU gute Kontakte nach Moskau und steht Sanktionen gegen Russland skeptisch gegenüber.

Organspende: Bundestagspräsidentin Klöckner will gegen Widerspruchslösung stimmen

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) will im Bundestag gegen die Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende stimmen. Sie sei für die Organspende, aber "gegen die Einführung der Widerspruchslösung", sagte Klöckner nach Angaben vom Dienstag im Podcast "Meine schwerste Entscheidung" der Funke Medien. "Es ist schon ein Unterschied, ob ich proaktiv aus freien Stücken zu etwas zustimme oder ob der Staat für mich erstmal eine Entscheidung trifft, generisch: Du bist erstmal Organspender."

Trump bestreitet Waffenangebot an China

US-Präsident Donald Trump hat bestritten, dem chinesischen Staatschef Xi Jinping den Verkauf von US-Waffen angeboten zu haben. Trump wies am Montag Angaben des US-Botschafters in China, David Perdue, zurück. Er habe mit Xi nicht über Rüstungsgeschäfte gesprochen, sagte der Präsident.

Textgröße ändern: