The National Times - Aussagen der Angeklagten in Prozess zu Brüsseler Anschlägen begonnen

Aussagen der Angeklagten in Prozess zu Brüsseler Anschlägen begonnen


Aussagen der Angeklagten in Prozess zu Brüsseler Anschlägen begonnen
Aussagen der Angeklagten in Prozess zu Brüsseler Anschlägen begonnen / Foto: © AFP/Archiv

Im Prozess um die Brüsseler Anschläge vom März 2016 mit 32 Toten haben am Mittwoch vor einem Schwurgericht in der belgischen Hauptstadt die Aussagen der neun Angeklagten begonnen. Zum ersten Mal seit Beginn des Verfahrens im Dezember kommen somit mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge zu Wort. Der Angeklagte Salah Abdeslam sagte, er habe nichts von den Anschlagsplänen gewusst.

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In Brüssel hatten sich am 22. März 2016 drei Selbstmordattentäter am Flughafen und in einer U-Bahn-Station in die Luft gesprengt. Dabei wurden 32 Menschen getötet und 340 weitere verletzt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Anschläge für sich.

Der 33-jährige Franzose Abdeslam war bereits in Frankreich wegen seiner Beteiligung an der Vorbereitung der Pariser Anschläge vom 13. November 2015 mit 130 Todesopfern zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er ist der einzige Überlebende des Pariser Terrorkommandos. Die Ermittler gehen davon aus, dass dieselbe Dschihadistenzelle hinter den Anschlägen in Brüssel und in Paris steckte.

Abdeslam sagte hingegen am Mittwoch vor dem Brüsseler Gericht, er habe nichts von den Anschlagsplänen in der belgischen Hauptstadt gewusst. "Meine Anwesenheit auf dieser Anklagebank ist eine Ungerechtigkeit", sagte er. Es gehe in dem Prozess nicht um "Gerechtigkeit", sondern darum, "ein Exempel zu statuieren".

Er sei nicht an den Anschlägen in Brüssel beteiligt gewesen, beteuerte Abdeslam. "Der Anschlagsplan entstand nach meiner Festnahme am 18. März 2016", sagte der Franzose. "Ich wusste von nichts."

Auch Abdeslams Kindheitsfreund Mohamed Abrini bestritt eine Beteiligung an den Brüsseler Anschlägen: "Wie in Paris werden wir für das verurteilt, was andere getan haben", sagte der 38-Jährige, der genauso wie Abdeslam bereits in dem Pariser Prozess verurteilt wurde. Bei dem Anschlag am Brüsseler Flughafen hatte er sich in letzter Minute dagegen entschieden, sich zusammen mit seinen beiden Komplizen in die Luft zu sprengen.

Wie schon im Pariser Prozess sitze auch in Brüssel nicht "die Spitze der Pyramide" auf der Anklagebank, sagte Abrini. "Sie haben nicht die Auftraggeber, aber Sie müssen jemanden verhauen, und dieser Jemand sind wir", sagte er. Der Prozess diene lediglich dazu, "den Blutdurst der Öffentlichkeit zu stillen".

Die Befragungen der Angeklagten werden in dem Verfahren nach einzelnen Themenbereichen geordnet, die mutmaßlichen Täter werden also - anders als im Verfahren zu den Pariser Anschlägen - nicht einer nach dem anderen aussagen.

Die Vernehmungen sind auf zwei Wochen angesetzt, der Zeitplan wurde seit Beginn des Prozesses jedoch bereits mehrfach verändert. In dem Verfahren drohen den neun Angeklagten lebenslange Haftstrafen wegen "Mordes und versuchten terroristischen Mordes".

J.Sharp--TNT

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