The National Times - Deutsche Bahn kann Verlust weiter verringern

Deutsche Bahn kann Verlust weiter verringern


Deutsche Bahn kann Verlust weiter verringern
Deutsche Bahn kann Verlust weiter verringern / Foto: © AFP

Die Deutsche Bahn (DB) hat eine gemischte Bilanz für das Jahr 2022 gezogen - und blickt optimistisch nach vorn. Die Zahl der Fahrgäste und der Umsatz stiegen im vergangenen Jahr stark, der Konzern konnte seine Verluste weiter verringern. Die Pünktlichkeit allerdings war so schlecht wie nie. Schuld daran ist vor allem das veraltete Netz, erklärte die DB. Es soll ab 2024 "generalsaniert" werden.

Textgröße ändern:

Mit dem Nachlassen der Corona-Pandemie seien die Fahrgäste schnell zurückgekehrt, ihre Zahl stieg um gut 40 Prozent auf zwei Milliarden im Fern- und Regionalverkehr, wie die DB am Donnerstag mitteilte. Im Fernverkehr waren es 61 Prozent mehr Fahrgäste. Dieses Jahr rechnet der Konzern mit "deutlich mehr" als 150 Millionen Reisenden im Fernverkehr, das wäre ein neuer Rekord.

Der Umsatz der Bahn stieg kräftig um rund 19 Prozent im Vorjahresvergleich auf 56,3 Milliarden Euro, auch das eine neue Höchstmarke. Gewinn brachte vor allem die international tätige Logistiktochter Schenker mit 1,8 Milliarden Euro vor Steuern und Zinsen. Sie soll aber verkauft werden - der Aufsichtsrat hat das Management bereits damit beauftragt.

Der Betriebsgewinn der DB insgesamt stieg auf 1,3 Milliarden Euro. Der Konzern "schreibt wieder schwarze Zahlen", sagte Konzernchef Richard Lutz.

Unter dem Strich stand aber ein Minus von 227 Millionen Euro. Im Jahr 2021 hatte der Nettoverlust allerdings noch 911 Millionen Euro betragen, im ersten Corona-Jahr sogar 5,7 Milliarden Euro.

Das Schienennetz war stärker belastet als vor der Pandemie, wie Lutz erläuterte. "Es ist zu alt, zu störanfällig und hat zu wenig Kapazität." Gleichzeitig werde deutschlandweit auf Rekordniveau modernisiert und gebaut.

Die Pünktlichkeit im Fernverkehr sank nach 75,2 Prozent im Jahr 2021 auf nur noch 65,2 Prozent. "Qualität und Pünktlichkeit waren 2022 nicht akzeptabel, da gibt es auch gar nichts drumherum zu reden", sagte Lutz. 2022 markiert seiner Ansicht nach einen Wendepunkt: "Allen Beteiligten ist klar geworden: Wir müssen umsteuern und die Sanierung und Modernisierung der Infrastruktur gänzlich anders angehen."

2023 soll die Pünktlichkeit wieder auf über 70 Prozent steigen und sich dann in den kommenden Jahren "sukzessive" verbessern. In diesem Jahr will die DB vor allem Umleitungsstrecken "ertüchtigen", wie Lutz sagte. 2024 dann beginne die Generalsanierung der wichtigsten Korridore. Den Anfang mache die Strecke Frankfurt - Mannheim.

Lutz begrüßte noch einmal die Ergebnisse des Koalitionsausschusses, der zusätzliche Milliarden für die DB in Aussicht gestellt hat. Die Regierung geht von einem Investitionsbedarf von 45 Milliarden Euro bis 2027 aus - finanziert werden soll dies auch mit einer höheren Lkw-Maut.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) bekräftigte, der Koalitionsbeschluss sei "ein klares Bekenntnis zur Schiene". Mit den zusätzlichen Mitteln "können wir den Investitionsrückstau konsequent abarbeiten und das Netz fit für die Herausforderungen der Gegenwart machen".

T.Bailey--TNT

Empfohlen

Trump bestreitet Waffenangebot an China

US-Präsident Donald Trump hat bestritten, dem chinesischen Staatschef Xi Jinping den Verkauf von US-Waffen angeboten zu haben. Trump wies am Montag Angaben des US-Botschafters in China, David Perdue, zurück. Er habe mit Xi nicht über Rüstungsgeschäfte gesprochen, sagte der Präsident.

Putin ordnet weitere Aufstockung der russischen Armee an

Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Montag ein Dekret unterzeichnet, das die Personalstärke der Armee um weitere 15.500 Soldaten erhöht. "Die zulässige Personalstärke der russischen Streitkräfte wird auf 2.441.630 Menschen festgesetzt, darunter 1.550.500 Militärangehörige", hieß es in dem Dekret. Einen Grund nannte Putin nicht. Er hatte bereits im März, Juni und Juli eine Aufstockung der Armee verkündet.

USA: Keine Pläne für Waffenverkauf an China

Die USA halten nach Angaben aus Washington an ihrem langjährigen Waffenembargo gegen China fest. "Die US-Regierung hat keine Pläne, Waffen an China zu verkaufen", sagte ein Regierungsvertreter am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Er wies damit Angaben des US-Botschafters in China, David Perdue, zurück.

Eine Tote bei russischem Angriff auf Akademie der Wissenschaften in Kiew

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Akademie der Wissenschaften im normalerweise gut geschützten Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach ukrainischen Angaben eine Frau getötet worden. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag. Derweil wurde nach ukrainischen Angaben ein Grenzübergang zu Polen bei einem russischen Drohnenangriff beschädigt.

Textgröße ändern: