The National Times - Ukrainische Armee will Stellungen in umkämpfter Stadt Bachmut verstärken

Ukrainische Armee will Stellungen in umkämpfter Stadt Bachmut verstärken


Ukrainische Armee will Stellungen in umkämpfter Stadt Bachmut verstärken
Ukrainische Armee will Stellungen in umkämpfter Stadt Bachmut verstärken / Foto: © AFP/Archiv

Die ukrainische Armee will Bachmut nicht aufgeben: Nach Spekulationen über einen Abzug aus der heftig umkämpften Stadt in der Ostukraine erklärte das ukrainische Präsidialamt am Montag, die Armeespitze wolle die Stellungen in Bachmut sogar verstärken. Der Chef der am Kampf um Bachmut maßgeblich beteiligten russischen Söldnertruppe Wagner beschwerte sich unterdessen erneut über eine mangelnde Belieferung seiner Kämpfer mit Munition.

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Bachmut ist bereits seit dem vergangenen Sommer heftig umkämpft. Beim Kampf um die kleine Industriestadt, die vor dem russischen Angriff etwa 70.000 Einwohner hatte, handelt es sich um die bisher längste Schlacht im Ukraine-Krieg mit großen Verlusten auf beiden Seiten.

Experten zufolge ist Bachmut von geringer strategischer Bedeutung, eine Einnahme hätte für Russland demnach vor allem symbolischen Wert. Inzwischen ist die Stadt von drei Seiten umzingelt, als Versorgungs- und mögliche Rückzugsroute ist den ukrainischen Verteidigern nur noch die Straße nach Tschassiw Jar westlich von Bachmut geblieben.

Am Sonntag hatte das in den USA ansässige Institute for the Study of War (ISW) erklärt, die ukrainische Armee werde wahrscheinlich eher aus Bachmut abziehen als eine vollständige Einkreisung zu riskieren. Bei einem Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj sprachen sich Armeechef Walerij Saluschnyj und der Kommandeur der ukrainischen Bodentruppen, Oleksandr Syrskyj, am Montag aber für eine "Fortsetzung des Verteidigungseinsatzes" und eine "Stärkung unserer Stellung in Bachmut" aus, wie das Präsidialamt mitteilte.

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin erklärte unterdessen, eine für den 23. Februar angekündigte Munitionslieferung für seine Kämpfer in der Ukraine sei bis heute nicht erfolgt. Für diese Verzögerung gebe es zwei mögliche Erklärungen: "die übliche Bürokratie oder Verrat", erklärte Prigoschin in einer Video-Botschaft.

Am Wochenende hatte Prigoschin gewarnt, würde sich die Wagner-Gruppe "jetzt in Bachmut zurückziehen, würde die gesamte Front zusammenbrechen". Die Front drohe sich dann "bis an die Grenzen Russlands, vielleicht sogar noch weiter" zu verschieben. Der Wagner-Chef hatte schon mehrfach heftige Kritik an der russischen Armeeführung sowie an Verteidigungsminister Sergej Schoigu geübt und sich über ausbleibende Munitionslieferungen beklagt.

Am Montag teilte das russische Verteidigungsministerium mit, Schoigu habe die zerstörte Hafenstadt Mariupol im Süden der Ukraine besucht. Bei seinem dritten Besuch im Kriegsgebiet sei Schoigu nach Mariupol gereist, um dort die Wiederaufbauarbeiten zu überwachen.

Die ukrainische Luftwaffe meldete unterdessen den Abschuss von 13 Drohnen. Russland habe die Ukraine in der Nacht zum Montag mit insgesamt 15 Drohnen aus iranischer Produktion angegriffen, von denen 13 abgeschossen worden seien, erklärte die Luftwaffe. Verletzte oder Sachschäden meldeten die ukrainischen Behörden zunächst nicht. In der Hauptstadt Kiew war am frühen Montagmorgen aber stundenlang Luftalarm zu hören.

Russland hat seit Oktober immer wieder Raketen- und Drohnenangriffe auf Strom- und Heizkraftwerke in der Ukraine gestartet. Kiew verstärkte daraufhin seine Luftabwehrsysteme mit westlicher Hilfe und kann russische Luftangriffe mittlerweile besser abwehren.

A.M.Owen--TNT

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