The National Times - Meloni bestreitet Verantwortung der Regierung für tödliches Bootsunglück

Meloni bestreitet Verantwortung der Regierung für tödliches Bootsunglück


Meloni bestreitet Verantwortung der Regierung für tödliches Bootsunglück
Meloni bestreitet Verantwortung der Regierung für tödliches Bootsunglück / Foto: © AFP

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat eine Verantwortung ihrer Regierung für das verheerende Bootsunglück mit mindestens 69 Toten vor der Küste Kalabriens bestritten. "Die Situation ist so einfach wie tragisch: Wir haben keine Notsignale von der europäischen Grenz- und Küstenwache Frontex erhalten", sagte Meloni am Samstag während eines Besuchs in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Textgröße ändern:

Vorwürfe, die Behörden hätten zu langsam reagiert, stritt sie ab: "Wir haben alles Mögliche getan, um Leben zu retten, nachdem wir auf das Problem aufmerksam gemacht worden waren", sagte Meloni.

Die italienische Justiz untersucht derzeit, weshalb die Rettungsdienste so lange brauchten, um das aus der Türkei kommende Flüchtlingsboot mit etwa 200 Migranten an Bord zu erreichen. Das Boot war am Samstagabend vor einer Woche von Mitarbeitern der europäischen Grenzschutzagentur Frontex gesichtet worden. Zwei von italienischen Behörden entsandte Patrouillenboote mussten wegen des schlechten Wetters wieder umkehren.

Das überladene Boot zerschellte am frühen Sonntagmorgen nicht weit von Crotone in der süditalienischen Region Kalabrien entfernt bei heftigem Seegang an einem Felsen. Die Zahl der Todesopfer stieg zuletzt auf 69, nachdem die Behörden die Leiche eines etwa dreijährigen Kindes fanden. Die Staatsanwaltschaft in Crotone leitete am Donnerstag Ermittlungen zu dem Rettungseinsatz ein.

Der Bürgermeister von Crotone, Vincenzo Voce, übte in einem offenen Brief scharfe Kritik an Meloni. "Die von großem Schmerz geplagte Gemeinde Crotone hatte von Ihnen eine Botschaft, einen Appell, ein Zeichen erwartet - was nicht geschah", schrieb Voce. Die Ministerpräsidentin erwiderte: "Ich suche nach Lösungen. Italien kann das Problem nicht allein lösen - aber um zu verhindern, dass noch mehr Menschen sterben, müssen wir die illegale Ausreise stoppen".

Meloni hatte im Oktober die Amtsgeschäfte in Rom übernommen. Ihre weit rechts stehende Regierung hatte im Wahlkampf angekündigt, die Ankünfte von Flüchtlingen in Italien zu stoppen.

Italien wirft anderen EU-Ländern mangelnde Solidarität in der Flüchtlingspolitik vor und fordert mehr Unterstützung. Nach Angaben des italienischen Innenministeriums haben in diesem Jahr bereits mehr als 14.000 Migranten, darunter 1700 Minderjährige, die italienische Küste erreicht - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

Gescheiterte Abwahl von Bürgermeister in Hessen: Ermittlungen wegen Fälschungsverdachts

In Hessen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Fälschung von Wahlunterlagen im Zusammenhang mit der Abstimmung über die Abwahl des Bürgermeisters von Raunheim. Ein Mitarbeiter der Stadt habe nach Schließung der Wahllokale am Sonntag in einem Keller des Rathauses Säcke mit Papierschnipseln gefunden, teilte die Polizei in Darmstadt am Montag mit. In den Säcken habe sich ein grauer Umschlag mit der Aufschrift "Wahlsache" befunden.

Venezolanische Oppositionsvertreterin Macero in ihre Heimat zurückgekehrt

Die venezolanische Oppositionsvertreterin Claudia Macero ist aus dem zweijährigen Exil in ihre Heimat zurückgekehrt. Macero wurde am Sonntagabend am Flughafen in Caracas von hunderten Anhängern empfangen, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP feststellte. Die 34-Jährige gilt als wichtigste Stellvertreterin der Oppositionsführerin María Corina Machado.

Wadephul reist zu Antrittsbesuch in die Niederlande

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Montag zu seinem Antrittsbesuch in die Niederlande. In Den Haag trifft er zunächst seinen niederländischen Kollegen Tom Berendsen zu Gesprächen über den EU-Haushalt, die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die bilaterale militärische Zusammenarbeit. Danach ist am Nachmittag gegen 16.30 Uhr eine Preesekonferenz geplant. Das Deutsch-Niederländische Korps hatte kürzlich eine Führungsrolle in der Nato-Verteidigungsplanung für Estland und Lettland übernommen.

EU-Verteidigungsminister beraten über Patriot-Raketen für die Ukraine

Die Verteidigungsminister der EU beraten am Montag in Brüssel unter anderem darüber, wie die Ukraine mit mehr Raketen des US-Luftabwehrsystems Patriot ausgestattet werden kann. Ein Vorschlag sieht nach Angaben eines ranghohen EU-Beamten vor, dass Mitgliedstaaten ihren Platz in der Warteschlange für Bestellungen mit der Ukraine tauschen. Das Patriot-System spielt eine zentrale Rolle beim Schutz vor ballistischen Raketen aus Russland.

Textgröße ändern: