The National Times - Drängen auf Handeln bei zugesagter Militärhilfe für Ukraine

Drängen auf Handeln bei zugesagter Militärhilfe für Ukraine


Drängen auf Handeln bei zugesagter Militärhilfe für Ukraine
Drängen auf Handeln bei zugesagter Militärhilfe für Ukraine / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts von Berichten über Verzögerungen bei Panzer-Lieferungen an die Ukraine aus weiteren EU-Staaten hat Grünen-Fraktionsvize Agnieszka Brugger zu raschem Handeln aufgerufen. Auch der SPD-Außenpolitiker Michael Roth sagte am Montag im ZDF, es sei nicht zielführend, über "immer neue Waffensysteme" für die Ukraine zu sprechen. Stattdessen solle das Zugesagte schnell geliefert werden.

Textgröße ändern:

"Wir haben angesichts der drohenden russischen Großoffensive keine Zeit zu verlieren, um in einem großen europäischen Kraftakt alle Panzersysteme an die Ukraine zu geben, die wir nur irgendwie entbehren können", sagte Brugger dem Berliner "Tagesspiegel". Das sei im europäischen Interesse. "Gerade die Staaten, die in den letzten Wochen lautstark Beiträge gefordert und angekündigt haben, müssen jetzt im wahrsten Sinne des Wortes liefern." Russlands Machthaber Wladimir Putin können nicht allein durch "markige Worte" gestoppt werden.

Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach es neben Deutschland bislang nur aus Polen und Portugal feste Zusagen für die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine gibt. Deutschland will zunächst 14 Leopard-2-Panzer zur Verfügung stellen, Polen ebenso viele.

Der FDP-Verteidigungspolitiker Alexander Müller äußerte sich zuversichtlich, dass weitere Lieferzusagen folgen werden. "Die anderen Länder wollen liefern, aber sie müssen jetzt die Logistik aufbauen und sie müssen erstmal reparieren und ukrainische Soldaten ausbilden", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. "Das läuft jetzt erst an und deswegen kennt man da noch keine Termine." Spanien habe zum Beispiel Leopard-2-Panzer, die aber erst repariert werden müssten "und das wird ein halbes Jahr dauern".

Vize-Regierungssprecher Wolfgang Büchner sagte in Berlin zu den geplanten Lieferungen von Panzern in Bataillonsstärke im europäischen Verbund: "Wir gehen davon aus, dass wir das in Abstimmung mit europäischen Partnern hinkriegen." Es werde aber noch einmal intensive Gespräche darüber geben, "wie exakt sozusagen aus welchen Staaten welche Kontingente kommen sollen". Klar sei aber: "Die Zusage der Bundesregierung steht."

Roth sagte zu den Berichten über ein Stocken bei den Panzer-Lieferungen, Deutschland sei hier "ganz konkret", ebenso Polen, Großbritannien, die USA und Kanada. Aber zur europäischen Allianz für den Leopard-2-Kampfpanzer gehörten noch andere. "Da müssen jetzt auch die anderen Staaten liefern". verlangte er.

Weiter verwies der SPD-Politiker erneut auch auf das Problem fehlender Munition. Expertinnen und Experten zufolge sei der Westen nicht in der Lage, "so schnell die Munition wieder herzustellen, die die Ukraine in einem Monat" verbrauche, sagte er dem ZDF. "Jetzt geht es um die Verstetigung. Munition, Instandsetzung, Reparatur", hob er hervor.

Vor Beratungen im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages drängte Roth zudem auf die Verfolgung von Straftaten der russischen Streitkräfte. Russland begehe täglich Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. "Wir schulden es den Opfern, dass wir das aufarbeiten und dass wir dann auch die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen", stellte er klar.

L.A.Adams--TNT

Empfohlen

Hannovers Oberbürgermeister Onay bei Stichwahl in Amt bestätigt

Der Grünen-Politiker Belit Onay bleibt für weitere acht Jahre Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Er setzte sich am Sonntag in einer Stichwahl mit 61,5 Prozent der Stimmen klar gegen den SPD-Bewerber Axel von der Ohe durch, der nach Angaben der Stadt auf 38,5 Prozent kam.

Volksabstimmung: Schweizer wollen keine striktere Linie bei Neutralität ihres Landes

Die Menschen in der Schweiz wollen keine strengere Auslegung der politischen Neutralität ihres Landes. Bei einer Volksabstimmung am Sonntag lehnen sie mit klarer Mehrheit einen Vorschlag für eine schärfere Linie in dieser Frage ab. Laut dem amtlichen Endergebnis votierten rund 70 Prozent der Teilnehmenden dafür, die Neutralität in der bestehenden Form beizubehalten. Damit kann die Schweiz auch weiterhin EU-Sanktionen etwa gegen Russland übernehmen.

"Fundamentale Unterschiede": Keine Annäherung bei Treffen Wadephuls mit Lawrow

Es war das erste Treffen der Außenminister von Deutschland und Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren - doch eine Annäherung haben Johannes Wadephul (CDU) und Sergej Lawrow nicht erreicht. Bei dem Gespräch am Samstag in New York seien die "fundamentalen Unterschiede" bei der Beurteilung des Krieges deutlich geworden, sagte Wadephul in der ARD.

CDU-Außenpolitiker kritisiert Treffen von Wadephul und Lawrow

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York scharf kritisiert. "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche", sagte Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ", Montagsausgabe). Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow "wie immer lächerlich gemacht".

Textgröße ändern: