The National Times - Linken-Chefin Wissler übersteht Erdbeben in der Türkei unversehrt

Linken-Chefin Wissler übersteht Erdbeben in der Türkei unversehrt


Linken-Chefin Wissler übersteht Erdbeben in der Türkei unversehrt
Linken-Chefin Wissler übersteht Erdbeben in der Türkei unversehrt / Foto: © AFP

Das schwere Erdbeben in der Türkei hat auch Linken-Chefin Janine Wissler vor Ort miterlebt - und unverletzt überstanden. Die Politikerin hielt sich in der Großstadt Diyarbakir im Osten der Türkei auf, wo sie mit Vertretern der pro-kurdischen HDP-Opposition zusammengetroffen war. "Ich bin aus dem Schlaf gerissen worden, es war ein sehr, sehr heftiges und langes Beben", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP telefonisch. Es seien "ganze Wohnblöcke zusammengestürzt".

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Wissler berichtete, dass auch die Einheimischen ein Beben einer solchen Stärke noch nie erlebt hätten. "Wir müssen raus", hätten ihre Begleiter ihr in der Nacht im Hotel zugerufen. Alle seien auf die Straße gerannt, "überall Menschen, teils nur in Sandalen, bei Minusgraden", erzählte sie. Auf der Straße hätten dann alle abgewartet, auch wegen der vielen Nachbeben, die den Ort danach noch erschütterten.

Die Lage war nach Wisslers Worten am Morgen "chaotisch". Immer noch seien Menschen unter den Trümmern eingeschlossen. Es seien nicht nur kleine Häuser eingestürzt, sondern ganze Blocks. Vor Ort werde dringend Hilfe gebraucht.

In Diyarbakir kamen nach vorläufigen Angaben mindestens 14 Menschen bei dem Erdbeben der Stärke 7,8 ums Leben, 225 Menschen wurden verletzt. Im gesamten Südosten der Türkei starben mindestens 912 Menschen, mehr als 5380 wurden verletzt.

Auf der syrischen Seite der Grenze starben den Behörden zufolge in den von der Regierung kontrollierten Gebieten 326 Menschen, mehr als tausend wurden verletzt. Mehr als 120 weitere Menschen starben in den Rebellengebieten.

Wissler wollte am Dienstag dem sogenannte Kobane-Prozess gegen hochrangige Vertreter der HDP in Ankara beiwohnen, darunter die früheren HDP-Chefs Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag. Trotz Schneefalls konnte sie am Vormittag von Diyarbakir nach Ankara fliegen. In der überwiegend kurdischen Stadt im Osten des Landes war der Flugverkehr wegen heftiger Schneefälle teilweise eingeschränkt.

Bei dem Prozess in Ankara sind 108 Oppositionelle angeklagt. Ihnen drohen langjährige Haftstrafen. Eine Verurteilung der Angeklagten würde nach Ansicht der Linken dem Bestreben der türkischen Behörden, die HDP noch vor den türkischen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im Mai zu verbieten, weiteren Rückenwind geben.

Seit Jahren sieht sich die Opposition in der Türkei Repressalien ausgesetzt, tausende Politiker und Journalisten sind in Haft. Der islamische-konservative Präsident Recep Tayyip Erdogan steht derzeit innenpolitisch insbesondere wegen der hohen Inflation immens unter Druck.

T.Ward--TNT

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