The National Times - AfD nimmt zehn Jahre nach Gründung Regierungsbeteiligung in Ländern ins Visier

AfD nimmt zehn Jahre nach Gründung Regierungsbeteiligung in Ländern ins Visier


AfD nimmt zehn Jahre nach Gründung Regierungsbeteiligung in Ländern ins Visier
AfD nimmt zehn Jahre nach Gründung Regierungsbeteiligung in Ländern ins Visier / Foto: © AFP/Archiv

Zehn Jahre nach der Parteigründung will die AfD ihre Strategie verstärkt auf erste Beteiligungen an Landesregierungen ausrichten. AfD-Parteichefin Alice Weidel verwies gegenüber der "Welt am Sonntag" auf gute Umfragewerte vor den Landtagswahlen im kommenden Jahr in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Textgröße ändern:

"Regierungsverantwortung anzustreben ist unser strategisches Ziel und Anspruch", sagte Weidel. Dies sei "auch durchaus realistisch". Dem Willen der Wähler werde "sich auch die CDU nicht dauerhaft verweigern können, wenn sie sich nicht selbst überflüssig machen will".

Die AfD begeht am Montag den zehnten Jahrestag ihres Bestehens. Die Partei wurde am 6. Februar 2013 im hessischen Oberursel gegründet. Sie feiert den Gründungstag am Montagabend in Königstein im Taunus.

Die AfD ist derzeit in 15 der 16 Landesparlamente vertreten. Im Mai 2022 musste die Partei bei der Wahl in Schleswig-Holstein erstmals wieder einen Landtag verlassen.

Der Kasseler Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder erwartete, dass 2024 mit den drei Landtagswahlen in Ostdeutschland tatsächlich "das große Jahr der AfD" werden könnte. Die AfD könnte dann erstmals stärkste Kraft bei einer Landtagswahl werden, sagte Schroeder der Nachrichtenagentur AFP.

Folge wäre nach Einschätzung des Politologen aber nicht, dass ein gutes Wahlergebnis auch in Regierungsverantwortung führe. Er sehe in der aktuellen Führung niemanden, der die AfD auf einen Regierungskurs bringen könne, sagte er. Mit dem vor einem Jahr abgetretenen Parteichef Jörg Meuthen habe "die letzte Figur das Schiff verlassen, die vielleicht das Potenzial gehabt hätte, die AfD auf einen Koalitionskurs mit anderen konservativen Parteien zu bringen".

Der AfD-Ehrenvorsitzende und Mitgründer Alexander Gauland setzte auf die CDU: "Eine Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD wird kommen, und sie wird aus dem Osten kommen", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland nach Angaben vom Sonntag. Der CDU fehle "jede Möglichkeit zum Regieren", wenn sie nicht mit den Grünen zusammenarbeiten wolle. Bei den Grünen werde sich aber "der Linkstrend durchsetzen. So wird die CDU gezwungen sein, sich uns anzunähern."

Der Politikwissenschaftler Schroeder sagte mit Blick auf die Strategie der CDU, deren Parteichef Friedrich Merz sei "unklar, ob er wirklich einen klaren Abgrenzungskurs verfolgen will oder eher eine Pendelpolitik betreibt". Aussagen wie "Sozialtourismus" im Zusammenhang mit ukrainischen Flüchtlingen oder "kleine Paschas" im Kontext der Silvesterkrawalle zielten darauf, "das Geschäft der AfD ohne die AfD zu machen", sagte Schroeder. "Das wird aber nicht funktionieren, schließlich präferieren die Menschen das Original."

F.Morgan--TNT

Empfohlen

Hannovers Oberbürgermeister Onay bei Stichwahl in Amt bestätigt

Der Grünen-Politiker Belit Onay bleibt für weitere acht Jahre Oberbürgermeister der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Er setzte sich am Sonntag in einer Stichwahl mit 61,5 Prozent der Stimmen klar gegen den SPD-Bewerber Axel von der Ohe durch, der nach Angaben der Stadt auf 38,5 Prozent kam.

Volksabstimmung: Schweizer wollen keine striktere Linie bei Neutralität ihres Landes

Die Menschen in der Schweiz wollen keine strengere Auslegung der politischen Neutralität ihres Landes. Bei einer Volksabstimmung am Sonntag lehnen sie mit klarer Mehrheit einen Vorschlag für eine schärfere Linie in dieser Frage ab. Laut dem amtlichen Endergebnis votierten rund 70 Prozent der Teilnehmenden dafür, die Neutralität in der bestehenden Form beizubehalten. Damit kann die Schweiz auch weiterhin EU-Sanktionen etwa gegen Russland übernehmen.

"Fundamentale Unterschiede": Keine Annäherung bei Treffen Wadephuls mit Lawrow

Es war das erste Treffen der Außenminister von Deutschland und Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als viereinhalb Jahren - doch eine Annäherung haben Johannes Wadephul (CDU) und Sergej Lawrow nicht erreicht. Bei dem Gespräch am Samstag in New York seien die "fundamentalen Unterschiede" bei der Beurteilung des Krieges deutlich geworden, sagte Wadephul in der ARD.

CDU-Außenpolitiker kritisiert Treffen von Wadephul und Lawrow

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York scharf kritisiert. "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche", sagte Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ", Montagsausgabe). Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow "wie immer lächerlich gemacht".

Textgröße ändern: