The National Times - Branchenverband befürchtet Wohnungsknappheit für "noch mindestens zehn Jahre"

Branchenverband befürchtet Wohnungsknappheit für "noch mindestens zehn Jahre"


Branchenverband befürchtet Wohnungsknappheit für "noch mindestens zehn Jahre"
Branchenverband befürchtet Wohnungsknappheit für "noch mindestens zehn Jahre" / Foto: © AFP/Archiv

Die aktuelle Wohnungsknappheit in Deutschland dürfte nach Einschätzung des Bundesverbands der deutschen Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) noch bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein andauern. "Es ist nicht möglich, aus dem Stand einfach 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen. Die Wohnungsnot wird daher noch mindestens zehn Jahre lang dauern", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko der "Bild am Sonntag".

Textgröße ändern:

Der Wohnungswirtschaftsverband hatte vor einigen Tagen eine Einschätzung veröffentlicht, derzufolge das von der Regierung ausgegebene Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr in immer weitere Ferne rückt. Demnach sei mittelfristig nur der Bau von 200.000 Wohnungen jährlich möglich. In der "Bild am Sonntag" forderte Gedaschko nun ein energisches Gegensteuern von Bund und Ländern. Der Bund müsse den Bau mit Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen fördern, Länder und Kommunen müssten bebaubare Grundstücke bereitstellen.

Alarmiert zeigten sich gegenüber der Zeitung auch andere Verbände. So warnte der Vizechef der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau), Harald Schaum, vor den sozialen Folgen anhaltender Wohnungsknappheit. "Wohnen wird zum Armutsrisiko. Schon heute müssen knapp elf Prozent der Haushalte in Deutschland mehr als 40 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben." Es werde zu einer weiteren Verdrängung ärmerer Menschen aus den Städten kommen.

D.Cook--TNT

Empfohlen

Hälfte des Senats in Frankreich wird neu gewählt

In Frankreich werden am Sonntag Teilwahlen für den Senat, das Oberhaus des Parlaments, abgehalten. In rund 60 Départements traten die Wahlkollegien zusammen, um 178 der insgesamt 348 Senatoren für einen Zeitraum von sechs Jahren zu wählen. Bei den landesweit insgesamt mehr als 93.000 Wahlleuten in den Kollegien handelt es sich überwiegend um Kommunalpolitiker.

Nach Wahl in Berlin: SPD stimmt für Sondierungen mit Linkspartei und Grünen

Rund eine Woche nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl ist der Weg für Sondierungsgespräche zur möglichen Bildung eines von der Linken geführten rot-grün-roten Senats frei. Der SPD-Landesvorstand in der Hauptstadt stimmte nach Parteiangaben am Samstagabend für Gespräche mit Linkspartei und Grünen. Die Linke hatte bereits am Freitagabend auf einem Parteitag grünes Licht dafür gegeben. Der Grünen-Landesvorstand erklärte anschließend, er sei "baldmöglichst" zu Verhandlungen bereit.

Schweizer stimmen über strengere Auslegung von Neutralität ab

In der Schweiz hat am Sonntag eine Volksabstimmung über die politische Neutralität des Landes begonnen. Eine Initiative will damit eine strengere Auslegung des Schweizer Neutralitätsgrundsatzes durchsetzen. Die Neutralität ist zwar in der Schweizer Verfassung verankert. Die Initiative "Wahrung der schweizerischen Neutralität" beklagt aber, die Regierung habe den Nichteinmischungsgrundsatz durch die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs aufgeweicht.

Nach Zwangsräumung von Wohnung einer 87-Jährigen: Protestcamp in Madrid errichtet

Die Zwangsräumung der Wohnung einer 87-jährigen Frau in Madrid hat in der spanischen Hauptstadt scharfe Proteste ausgelöst. Nachdem zehntausende Demonstranten am Samstagabend durch die Stadt gezogen waren, errichteten hunderte Aktivisten in der Nacht zum Sonntag ein Protestcamp auf dem zentralen Platz Puerta del Sol und verbrachten dort die Nacht. Bilder davon, wie Maricarmen Abascal am Mittwoch auf einer Trage aus ihrer Wohnung geholt wurde, hatten die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in Spanien neu entfacht.

Textgröße ändern: