The National Times - Bayern will Lehrkräfte aus anderen Bundesländern abwerben

Bayern will Lehrkräfte aus anderen Bundesländern abwerben


Bayern will Lehrkräfte aus anderen Bundesländern abwerben
Bayern will Lehrkräfte aus anderen Bundesländern abwerben / Foto: © AFP/Archiv

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will innerhalb der kommenden fünf Jahre 6000 neue Lehrkräfte einstellen und auch in anderen Bundesländern um sie werben. Zudem solle die Meisterausbildung in Bayern kostenlos werden, kündigte der CSU-Chef am Mittwoch bei der Klausurtagung der bayerischen CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz an. Der Ministerpräsident sprach von der Möglichkeit, im Fall eines Wahlsiegs auch 2028 noch einmal anzutreten. Bayern wählt am 8. Oktober einen neuen Landtag.

Textgröße ändern:

Sollte 2028 "der Wunsch da sein und die Kraft, dass ich erneut kandidieren würde, dann ist das offen", sagte Söder vor Journalisten. Damit änderte er seine noch vor fünf Jahren vertretene Meinung, dass eine Amtszeit auf zehn Jahre begrenzt sein solle.

Söder begründete das mit dem Widerstand, der ihm damals vor allem von SPD und Grünen begegnet sei. Diese hätten keine entsprechende Verfassungsänderung gewollt. "So ist jetzt die Realität, deswegen nehmen wir das an", sagte er.

Die CSU regiert derzeit mit den Freien Wählern. Er wolle diese Zusammenarbeit fortsetzen, sagte Söder. "Eine schwarz-grüne Koalition wollen wir als CSU nicht." Ziel sei eine stabile Mehrheit im Herbst. "Wenn es mehr als 2018 ist, ist das schön, aber wir machen keine Prozentdiskussionen."

Als Schwerpunkte für eine mögliche weitere Amtszeit nannte Söder Schule, berufliche Bildung und Mobilität. Neben 6000 neuen Lehrkräften sollten auch 2000 Arbeitskräfte in der Schulverwaltung sowie im psychologischen und pädagogischen Bereich eingestellt werden.

Für die Arbeit an Schulen in Bayern solle "überall" geworben werden, kündigte der Ministerpräsident an. Lehrkräfte würden teils deutlich besser bezahlt als in anderen Bundesländern. Wer von ihnen neu nach Bayern ziehe, solle ein Start- und Umzugspaket bekommen. Für das Lehramtsstudium plant er mehr Flexibilität, ein Praxissemester und die Möglichkeit, in der Nachhilfe zu arbeiten.

Daneben solle die berufliche Bildung gestärkt werden. "Master und Meister müssen gleich sein", sagte Söder. Deswegen solle die Meisterausbildung ab 2024 kostenfrei werden. Dies sei ein bayerisches Alleinstellungsmerkmal und ein "Signal für das Handwerk", sagte Söder.

Für den Bereich Mobilität kündigte er unter anderem ein 29-Euro-Ticket für Studierende und Auszubildende an, das im Wintersemester 2023/2024 starten solle. Bis zum Jahr 2030 sollten außerdem 1500 Kilometer neue Radwege gebaut werden, die Rechtsstellung des Fahrrads "im Konflikt mit anderen Verkehrsträgern" solle verbessert werden.

L.Johnson--TNT

Empfohlen

Stichwahlen um kommunale Spitzenposten in Niedersachsen

Zwei Wochen nach der Kommunalwahl in Niedersachsen finden am Sonntag (08.00 Uhr) Stichwahlen um Oberbürgermeisterposten und andere Spitzenämter statt. In der Landeshauptstadt Hannover tritt Grünen-Amtsinhaber Belit Onay gegen SPD-Kandidat Axel von der Ohe an. In der Stichwahl zum Präsidenten der Region Hannover treffen SPD-Bewerberin Eva Bender und CDU-Kandidat Oliver Junk aufeinander. Onay und Bender siegten in der ersten Runde jeweils klar, verpassten aber absolute Mehrheiten.

Papst Leo XIV. besucht Pilgerort Lourdes - Treffen mit Missbrauchsopfern

Am dritten Tag seiner Frankreich-Reise besucht Papst Leo XIV. am Sonntag den Pilgerort Lourdes. Dort wird er auch mit sieben Menschen zusammentreffen, die in ihrer Kindheit Opfer sexuellen Missbrauchs durch Priester oder Lehrer an katholischen Schulen wurden (18.00 Uhr). Die katholische Kirche in Frankreich bemüht sich seit Jahren um die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle, deren Zahl eine unabhängige Kommission seit 1950 auf 330.000 geschätzt hat.

Schweizer stimmen über Stärkung der Neutralität ab

Die Wähler in der Schweiz stimmen am Sonntag in einem Volksentscheid über den Vorschlag einer Initiative ab, die eine strengere Definition des Schweizer Neutralitätsgrundsatzes durchsetzen will. Zwar ist die Neutralität bereits in der Schweizer Verfassung verankert, die Initiative "Wahrung der Schweizer Neutralität" beklagt aber, dass Bern seinen Nichteinmischungsgrundsatz durch die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland aufgeweicht habe.

Hessischer Ministerpräsident Rhein fordert Fortsetzung der "Stadtbild"-Debatte

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) hat nach den jüngsten Wahlerfolgen der AfD eine Fortsetzung der von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) angestoßenen "Stadtbild"-Debatte gefordert. "Da sind wir wieder bei einem Thema - und das ist das Stadtbild", sagte Rhein der "Bild am Sonntag". Die von Merz angestoßene Debatte sei "richtig" gewesen. "Doch, wir müssen es diskutieren und wir müssen dann am Ende auch Lehren daraus ziehen."

Textgröße ändern: