The National Times - "Ampel" und Union liefern sich im Bundestag Schlagabtausch über Einbürgerung

"Ampel" und Union liefern sich im Bundestag Schlagabtausch über Einbürgerung


"Ampel" und Union liefern sich im Bundestag Schlagabtausch über Einbürgerung
"Ampel" und Union liefern sich im Bundestag Schlagabtausch über Einbürgerung / Foto: © AFP

Ampel-Koalition und Union haben sich am Donnerstag im Bundestag einen Schlagabtausch über die Regierungspläne für ein neues Einbürgerungsrecht geliefert. In einer von der CDU/CSU beantragten Aktuellen Stunde sagte die Union-Innenexpertin Andrea Lindholz (CSU), die geplante doppelte Staatsbürgerschaft werde "den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht stärken, sondern schwächen". Und die Verkürzung der Wartefrist von acht auf fünf Jahre bei der Einbürgerung widerspreche dem Grundsatz, dass diese am Ende der Integration stehen solle.

Textgröße ändern:

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Reem Alabali-Radovan (SPD), hielt der Union vor, sie verbreite "Märchen und Mythen, die richtig gefährlich sind für unseren Zusammenhalt". Deutschland sei auch wegen seiner eingebürgerte Menschen "ein starkes Land". Sie appellierte zugleich an die Union: "Stoppen Sie die Respektlosigkeit, kommen Sie in der Lebensrealität an." Sie fügte hinzu: "Wir wollen das modernste Einbürgerungsrecht der Welt."

Grünen-Chef Omid Nouripour hielt der Union vor, sie erzähle den "Weltuntergang herbei" und wolle "einfach nur die Leute verunsichern". Er rief zugleich dazu auf, bei der Einbürgerung an einem Strang zu ziehen: "Lassen Sie uns alles dafür tun, um nicht weiter zu spalten. Dafür strecken wir unsere Hand aus."

Der FDP-Innenexperte Konstantin Kuhle erneuerte die Forderung seiner Partei, Einbürgerung und Fachkräftezuwanderung gemeinsam neu zu regeln. Beides müsse eingebettet sein in ein Gesamtkonzept, sagte er in der Debatte. Wenn es gesellschaftliche Akzeptanz geben solle, müsse die Einbürgerung regelbasiert erfolgen.

Linken-Chefin Janine Wissler unterstütze die Regierungspläne. "Deutschland ist ein Einwanderungsland, und diese Realität muss sich endlich auch im Staatsbürgerschaftsrecht widerspiegeln", sagte sie in der Debatte. "Diese Reform ist längst überfällig."

Für die AfD wiederum übte der Abgeordnete Gottfried Curio Fundamentalkritik an den Regierungsplänen: Mit dem Gesetz sollten die Voraussetzungen für die Einbürgerung "komplett geschleift" werden. Die Regierung verschleudert den Pass an "ungenügend Integrierte". Dies sei ein Aufbauprogramms für Parallelgesellschaften".

Nach den Plänen von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sollen Ausländerinnen und Ausländer künftig in der Regel schon nach fünf statt nach acht Jahren einen deutschen Pass bekommen können. Für Angehörige der sogenannten Gastarbeitergeneration sollen die Hürden für die Einbürgerung gesenkt werden. Die Möglichkeiten zur Mehrfachstaatsangehörigkeit sollen ausgeweitet werden.

A.Robinson--TNT

Empfohlen

Bericht: Trump lehnt Irans Hormus-Vorschlag ab - erneute Huthi-Angriffe

Der Iran hat seinen Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen bekräftigt - US-Präsident Donald Trump hat ihn einem Bericht zufolge jedoch abgelehnt. Wie das "Wall Street Journal" am Freitag (Ortszeit) berichtete, bezweifelt Trump, dass Teheran die von Washington gestellten Bedingungen erfüllen wird. Zugleich meldete Saudi-Arabien neue Angriffe der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz: Zwei auf die Hauptstadtregion Riad zufliegende Drohnen und eine ballistische Rakete seien abgefangen worden.

Lula verbietet Online-Wettplattformen neun Tage vor Präsidentenwahl

Neun Tage vor der Präsidentenwahl in Brasilien hat Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva Online-Wettplattformen verboten. Der linksgerichtete Lula erließ am Freitag eine entsprechende vorläufige Maßnahme, die sofort in Kraft trat, aber noch vom Parlament gebilligt werden muss. Ab dem 6. Oktober soll es nach Regierungsangaben in Brasilien weder legale Wett-Websites oder -Apps noch Sponsoring durch Sportwettenanbieter geben.

Papst Leo XIV. feiert am Samstag riesige Messe in Paris

Am zweiten Tag seines Frankreich-Besuchs will Papst Leo XIV. am Samstag eine riesige Messe auf der Place de la Concorde in Paris feiern (15.00 Uhr). Die erwarteten 600.000 Teilnehmer werden sich von dem Platz über die gesamte Länge des Prachtboulevards Champs-Elysées und über den Triumphbogen hinaus verteilen. Dort wo der Altar unter einem Zelt aufgebaut ist, nimmt üblicherweise der französische Präsident die Militärparade am Nationalfeiertag ab.

Wadephul hält Rede bei UN-Generaldebatte in New York

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hält am Samstag eine Rede bei der UN-Generaldebatte in New York. Wadephul tritt nach Angaben des Auswärtigen Amts in der ersten Tageshälfte vor die Delegierten in New York. Der Außenminister vertritt wie schon im Vorjahr Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Merz steht wegen des schlechten Abschneidens seiner Partei bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin innenpolitisch unter großem Druck und war deshalb nicht nach New York gereist.

Textgröße ändern: