The National Times - Albanische Regierung verteidigt Millionenausgaben im Zusammenhang mit Kanye-West-Konzert

Albanische Regierung verteidigt Millionenausgaben im Zusammenhang mit Kanye-West-Konzert


Albanische Regierung verteidigt Millionenausgaben im Zusammenhang mit Kanye-West-Konzert
Albanische Regierung verteidigt Millionenausgaben im Zusammenhang mit Kanye-West-Konzert / Foto: © AFP

Albaniens Regierung hat eine millionenschwere Geldspritze für ein geplantes Konzert des umstrittenen US-Rappers Kanye West verteidigt. Kulturminister Blendi Gonxhe erklärte am Freitag, das Konzert am Samstag solle trotz schleppender Ticket-Verkäufe stattfinden, um die albanische Hauptstadt Tirana auf die "Landkarte der Hauptstädte zu setzen, die Veranstaltungen dieser Größenordnung ausrichten".

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"Der Erfolg eines Konzerts bemisst sich nicht nur an den Einnahmen aus dem Kartenverkauf", erklärte Gonxhe und verwies auf die erwarteten Einnahmen für die Tourismusbranche.

Die albanische Regierung hatte nach Berichten über einen schleppenden Vorverkauf angekündigt, den Auftritt von Kanye West in Tirana mit vier Millionen Euro zu unterstützen. Regierungschef Edi Rama gab an, so solle eine Absage des Konzerts verhindert werden. Es solle vermieden werden, "dass Albanien blamiert wird".

Für das Konzert wurde eigens eine Arena für 60.000 Besucher am Stadtrand aufgebaut. Laut Berichten albanischer Medien wurden bisher deutlich weniger Karten verkauft. Kulturminister Gonxhe sagte, der Bau habe etwa 2,2 Millionen Euro gekostet. Er widersprach damit früheren Berichten, wonach die Kosten bei bis zu 60 Millionen Euro gelegen hätten.

Die Unterstützung des geplanten Konzerts mit Staatsgeldern sorgte bei der Opposition und in der albanischen Kunstszene für Kritik. Kulturschaffende gingen am Donnerstag aus Protest auf die Straße. Die Regierung sieht sich schon seit einiger Zeit mit Rücktrittsforderungen und Protesten konfrontiert, die sich an Plänen für ein Luxus-Bauprojekt von Jared Kushner, dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, in einem Naturschutzgebiet an der Küste entzündeten.

Andi Tepelena, ein Kurator für zeitgenössische Kunst, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag: "Albanien hat viele dringende Probleme", doch Rama habe sich dafür entschieden, einen Künstler zu unterstützen, "der Faschismus und Antisemitismus unterstützt hat und die die Sklaverei gerechtfertigt hat".

Der inzwischen unter dem Künstlernamen Ye auftretende West hatte in den vergangenen Jahren immer wieder mit antisemitischen Äußerungen Negativ-Schlagzeilen gemacht. Zum 80. Jahrestag des Weltkriegs-Endes im vergangenen Jahr veröffentlichte er einen Song mit dem Titel "Heil Hitler", zuvor vermarktete er T-Shirts mit Hakenkreuz-Aufdruck. Zuletzt hatte der Rapper seine antisemitischen Äußerungen mit einer bipolaren Störung begründet und betont, er sei weder Nazi noch Antisemit.

Seine in London und Polen geplanten Konzerte wurden dennoch abgesagt, weil die britische Regierung dem US-Rapper die Einreise untersagte und der polnische Stadionbetreiber ebenfalls absagte. Nach Widerstand der städtischen Behörden und der französischen Regierung sagte West zudem ein im Juni geplantes Konzert in Marseille ab.

A.M.Murray--TNT

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