The National Times - Intensivmediziner für vermehrte Behandlung von Corona-Patienten mit Paxlovid

Intensivmediziner für vermehrte Behandlung von Corona-Patienten mit Paxlovid


Intensivmediziner für vermehrte Behandlung von Corona-Patienten mit Paxlovid
Intensivmediziner für vermehrte Behandlung von Corona-Patienten mit Paxlovid / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Intensivmediziner werben für eine vermehrte Verabreichung des Corona-Medikaments Paxlovid, um schwere Covid-Erkrankungen zu verhindern und damit die Kliniken in Deutschland zu entlasten. "Ich glaube tatsächlich, dass die stärkere Behandlung mit diesem Medikament dazu beitragen könnte, dass weniger Corona-Patienten mit einem schweren Verlauf auf den Intensivstationen behandelt werden müssen", sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Textgröße ändern:

Marx betonte, die Studiendaten wiesen darauf hin, dass die Verabreichung von Paxlovid gerade zu Beginn einer Infektion einen schweren Verlauf verhindern könne. "Wenn die Behandlung mit dem Medikament angezeigt ist und der Patient dies auch möchte, sollten Ärzte dies auch stärker als bislang tun", sagte der Mediziner. Seine Hoffnung sei, dass dadurch ein Teil der schweren Krankheitsverläufe ausbleibe.

Zugleich rief der Divi-Präsident die Ständige Impfkommission (Stiko) dazu auf, rasch klare Regeln für neue Impfstoffe gegen Varianten des Coronavirus festzulegen. "Sobald es neue Impfstoffe gibt, die auch gegen die neueren Virus-Varianten wirken, würde ich mir wünschen, dass wir von der Stiko schnell eine Empfehlung bekommen, für welche Alters- und Berufsgruppen eine Verabreichung der neuen Vakzine sinnvoll ist", sagte Marx den Funke-Zeitungen.

Der Divi-Präsident forderte, der Ärzteschaft rasch einen Leitfaden zu geben, in welchen Fällen eine solche zusätzliche Impfung angezeigt sei, beispielsweise in Gesundheits- und Pflegeberufen. Biontech/Pfizer und Moderna wollen bald einen Corona-Impfstoff bereitstellen, der auf die Omikron-Variante abgestimmt ist.

Für einen verstärkten Einsatz von Paxlovid zur Verhinderung schwerer Covid-Fälle wirbt auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Er schloss am Wochenende die Ausrufung einer "epidemischen Lage" im Winter wegen des Coronavirus nicht aus.

O.Nicholson--TNT

Empfohlen

Rund jeder achte Mediziner in Deutschland ohne deutsche Staatsangehörigkeit

In Deutschland arbeiten immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, hatten im Jahr 2024 insgesamt 64.000 Mediziner keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das waren 13 Prozent der Ärzteschaft oder jeder achte. Zehn Jahre zuvor waren es noch sieben Prozent beziehungsweise 30.000 ausländische Mediziner und damit etwa halb soviel.

Ministerpräsident Günther will Zuckersteuer über Bundesrat durchsetzen

Nach seinem Scheitern auf dem CDU-Parteitag mit einem Vorstoß für eine Zuckersteuer will Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther die Abgabe über den Bundesrat durchsetzen. "Das Thema Zuckersteuer hat sich natürlich nicht erledigt", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Montagsausgaben). Schleswig-Holstein werde die Wege, "die uns jetzt offenbleiben im Bundesrat entsprechend nutzen, um erfolgreich zu sein."

Klinikversorgung: Chef von Expertengremium hält 700 Häuser für verzichtbar

In der Diskussion um Krankenhausschließungen hält der Chef des obersten Entscheidungsgremiums im Gesundheitswesen hunderte Kliniken für verzichtbar. Knapp zwei Drittel der bisherigen Hospitäler seien ausreichend für eine gute Versorgung, sagte Josef Hecken, der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von Kassen, Ärzten und Krankenhäusern der "Wirtschaftswoche" (Freitagsausgabe). "Etwa 1000 Krankenhäuser sollten genug sein. Heute haben wir 1700 in Deutschland."

RKI: Höhepunkt von Grippewelle scheint überschritten

Der Höhepunkt der Grippewelle scheint nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) überschritten zu sein. Wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Wochenbericht des RKI zu den in Deutschland kursierenden Atemwegserkrankungen hervorgeht, wurden für die vergangene Woche bislang 21.485 im Labor bestätigte Influenzafälle gemeldet. Die Fallzahlen seien im Vergleich zur Vorwoche gesunken.

Textgröße ändern: