The National Times - Anhaltende Wärme macht Deutschland zu schaffen - Zahl der Hitzetoten weiter gestiegen

Anhaltende Wärme macht Deutschland zu schaffen - Zahl der Hitzetoten weiter gestiegen


Anhaltende Wärme macht Deutschland zu schaffen - Zahl der Hitzetoten weiter gestiegen
Anhaltende Wärme macht Deutschland zu schaffen - Zahl der Hitzetoten weiter gestiegen / Foto: © AFP

Die anhaltende Hitze macht Mensch und Natur in Deutschland weiter zu schaffen. Während das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag eine erneute Zunahme der Hitzetoten meldete, kämpfte die Feuerwehr vielerorts weiterhin gegen Wald- und Flächenbrände. Der Deutsche Tierschutzbund schlug Alarm und warnte vor Gefahren für Wildtiere durch ausgetrocknete Wasserstellen. Linderung ist zunächst nicht in Sicht: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) werden weiter teils ungewöhnlich hohe Temperaturen erwartet.

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Bereits vergangene Woche hatte das RKI gemeldet, dass 2026 ein Rekordjahr bezüglich der Hitzetoten darstellt. Allein in der besonders heißen Woche vom 22. bis 28. Juni wurden 9600 hitzebedingte Sterbefälle registriert. Mittlerweile liegt die Zahl für den gesamten Sommer bei 12.500. Die bislang höchste Zahl an Hitzetoten wurde dem Bundesinstitut zufolge 2018 mit geschätzt 8900 Fällen registriert.

Die aktuellen Zahlen des RKI beziehen sich auf die 31. Kalenderwoche vom 27. Juli bis zum 2. August. Für jene Woche wird die Übersterblichkeit dem RKI zufolge derzeit auf insgesamt 14.500 geschätzt. Übersterblichkeit bedeutet, dass in einem bestimmten Zeitraum mehr Menschen sterben, als normalerweise zu erwarten wäre.

Unterdessen wurden am Donnerstag aus zahlreichen Regionen wieder Brände gemeldet. Im nordrhein-westfälischen Sundern im Sauerland kämpfte die örtliche Feuerwehr nach eigenen Angaben am Donnerstag weiter gegen einen Waldbrand, der am Mittwoch ausgebrochen war und sich zwischenzeitlich bis auf 200.000 Quadratmeter ausgedehnt hatte. Der Brand sei inzwischen aber eingedämmt, die Lage "statisch", hieß es.

Im Düsseldorfer Umland war die Feuerwehr am Mittwochabend mit einem kilometerlangen Flächenbrand entlang einer Bahnstrecke beschäftigt. In Kaarst musste deshalb ein Zug mit rund 150 Reisenden auf freier Strecke halten und evakuiert werden, wie die Helfer in Kaarst und Meerbusch berichteten. Einige Passagiere klagten wegen der Hitze über Kreislaufbeschwerden und wurden deshalb durch Rettungskräfte versorgt.

Zusätzlich sorgen austrocknende Bäche, Teiche und Wasserstellen bei Tieren für Stress. "Im schlimmsten Fall drohen sie zu verdursten oder zu ersticken", warnte Paulina Kuhn vom Deutschen Tierschutzbund. Auch Fische und andere Wassertiere litten unter sinkenden Wasserständen und steigenden Wassertemperaturen. Besonders gefährdet seien neben wasserlebenden Tieren zudem Jungtiere, die noch nicht mobil seien und keine weiter entfernten Wasserstellen aufsuchen könnten.

Der Tierschutzbund appellierte an die Bevölkerung, Wildtieren durch die heißen Tage zu helfen. An geschützten, schattigen Stellen sollten flache Schalen mit frischem Wasser für Wildvögel, Insekten, Igel und Eichhörnchen aufgestellt werden. Jungvögel, die aus Not aus ihrem überhitzten Nest springen, sollten in eine Wildtierauffangstation gebracht werden.

Auch an den großen deutschen Flüssen macht sich die Hitze weiter bemerkbar. Wie am Rhein wurden auch etwa an der Elbe teils extrem niedrige Wasserstände festgestellt. So lag der Wasserstand in Neu Darchau laut Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung bei 57 Zentimetern. Damit war der bisherige historische Tiefststand von 63 Zentimetern aus 2018 unterschritten.

Laut DWD bringen die nächsten Tage zunächst keine Erleichterung. So werden am Freitag im Westen und Südwesten örtlich wieder bis zu 38 Grad erreicht, auch am Samstag wird es mit 30 bis 38 Grad nochmals flächendeckend heiß. Am Sonntag soll es teilweise Gewitter geben, im Südosten werden aber trotzdem noch Temperaturen bis 32 Grad erwartet.

Besonders belastend könnten die Temperaturen in dicht bebauten Stadtgebieten werden, weil es dort nachts weniger abkühlt, hieß es vom DWD. Entsprechend riefen zahlreiche Städte und Gemeinden ihre Bewohner dazu auf, ihr Verhalten entsprechend anzupassen - etwa durch den Verzicht auf körperliche Anstrengung im Freien oder ausreichend Flüssigkeitszufuhr.

C.Bell--TNT

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