The National Times - Kosten für pflegebedürftige Menschen in Heimen erneut gestiegen

Kosten für pflegebedürftige Menschen in Heimen erneut gestiegen


Kosten für pflegebedürftige Menschen in Heimen erneut gestiegen
Kosten für pflegebedürftige Menschen in Heimen erneut gestiegen / Foto: © AFP/Archiv

Die Eigenbeteiligungen für Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen sind erneut gestiegen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung des Verbandes der Ersatzkassen (vdek) mussten Pflegebedürftige nach Stand vom 1. Juli im ersten Aufenthaltsjahr im Heim durchschnittlich 3364 Euro monatlich aus eigener Tasche zahlen. Dies seien 256 Euro mehr pro Monat als ein Jahr zuvor.

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"Die Pflegekosten steigen ungebremst und bei einer Teilleistungsversicherung wie der Pflegeversicherung geht das zulasten der Betroffenen", warnte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. Eine Ursache seien die hohen Steigerungen bei den Personalkosten. So seien die Gehälter von Pflegekräften in den vergangenen Jahren stark gestiegen und lägen im Branchenvergleich nunmehr über dem Durchschnitt.

"Es gab Nachholbedarf und es ist richtig, dass Pflegekräfte gut bezahlt werden", betonte Elsner. "Doch es kann nicht sein, dass das zu immer stärkeren Belastungen der Pflegebedürftigen führt", kritisierte sie weiter. die vdek-Chefin forderte eine Begrenzung des Kostenanstiegs. Die geplante Pflegereform müsse daher "eine faire Lastenteilung und austarierte Eigenanteile erreichen".

Die Heimkosten setzen sich zusammen aus dem sogenannten Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil (EEE) für die pflegerische Versorgung und die Ausbildungskosten der Pflegekräfte, den Investitionskosten für die Pflegeeinrichtung und den Kosten für Verpflegung und Unterkunft. Die vdek-Daten zeigen einen besonders hohen Anstieg beim EEE. Dieser habe im vergangenen Jahr um mehr als zwölf Prozent von 1583 Euro auf 1775 Euro zugelegt.

Doch auch für die weiteren Bestandteile der Eigenbeteiligung müssen die Pflegebedürftigen mehr zahlen. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung stiegen laut vdek im Jahresvergleich von 1018 auf 1068 Euro, die Investitionskosten von 507 auf 521 Euro. Diese Kosten fallen unabhängig von der Aufenthaltsdauer an.

Der EEE sinkt hingegen mit der Wohndauer im Heim ab. Ursache ist der Zuschuss der Pflegeversicherung, der nur für den EEE gezahlt wird. Er beträgt im ersten Aufenthaltsjahr davon 15 Prozent, im zweiten Jahr 30 Prozent, im dritten Jahr 50 Prozent und danach 75 Prozent, sofern die Betroffenen mindestens in Pflegegrad 2 eingestuft sind.

Der vdek verlangte, dass zudem die Investitionskosten für Bau oder Instandhaltung der Gebäude "vollumfänglich" von den Ländern getragen werden. Das gleiche gelte für die im EEE enthaltenen Kosten der Ausbildung des Pflegefachpersonals. "Würden die zuständigen Bundesländer ihre Kosten für Investitionen und Ausbildung komplett übernehmen, müssten Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner auf einen Schlag monatlich 649 Euro weniger im Durchschnitt bezahlen", erklärte Elsner.

Die bisherigen Pläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sehen hingegen vor, Pflegebedürftige noch stärker zu belasten. Warken plant unter anderem, den Anstieg des Zuschusses der Pflegeversicherung bei längeren Heimaufenthalten zeitlich zu strecken.

Deutliche Kostenunterschiede gibt es nach wie vor zwischen den Bundesländern. So ist die Eigenbeteiligung für Pflegebedürftige in Heimen in Sachsen-Anhalt aktuell mit durchschnittlich 2891 Euro monatlich im ersten Aufenthaltsjahr am niedrigsten und in Bremen mit durchschnittlich 3761 Euro am höchsten.

I.Paterson--TNT

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