The National Times - Klüssendorf lehnt Rückgriff auf private Ersparnisse für Pflegekosten ab

Klüssendorf lehnt Rückgriff auf private Ersparnisse für Pflegekosten ab


Klüssendorf lehnt Rückgriff auf private Ersparnisse für Pflegekosten ab
Klüssendorf lehnt Rückgriff auf private Ersparnisse für Pflegekosten ab / Foto: © AFP/Archiv

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf hat einen zusätzlichen Rückgriff auf private Ersparnisse zur Abdeckung von Pflegekosten abgelehnt. Klüssendorf wandte sich am Dienstag in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv erneut gegen Vorschläge von Unions-Fraktionsvize Albert Stegemann, der auch ein Heranziehen selbstgenutzten Wohneigentums befürwortet. "Diese Mittel und Wege, dann immer wieder an die privaten Ersparnisse heranzugehen, auch in einem niedrigen Bereich schon, das ist etwas, was wir ablehnen", sagte dazu der SPD-Generalsekretär.

Textgröße ändern:

Es gebe zur Abdeckung der Pflegekosten "bessere Lösungen", betonte Klüssendorf. Eine normale Familie, die ihr Leben lang gearbeitet, Steuern gezahlt und sich das Ziel eines abbezahlten Eigenheims gesetzt habe, sei der falsche Fokus. In der Gesellschaft gebe es ganz andere Vermögenswerte, die momentan nicht herangezogen würden.

"Bei der Debatte dann über das Eigenheim nachzudenken, aber zum Beispiel bei der Erbschaftssteuer sich kategorisch allem zu verweigern, was einer gerechteren Besteuerung dann zuträglich ist, das verstehe ich nicht ganz", sagte der SPD-Politiker. "Es geht uns als SPD nicht um das Eigenheim der Leute, die sich was angespart haben, die über ihr Leben lang gearbeitet haben. Und ich glaube, das muss auch deutlich werden in der Reform", stellte er klar.

Klüssendorf drang zudem auf Korrekturen an dem Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für die gesetzliche Krankenversicherung. "Es geht uns ganz stark darum, dass vor allen Dingen die Patientinnen und Patienten, die Versicherten, am Ende nicht die Hauptlast tragen", hob er hervor. Sowohl bei der Familienmitversicherung, den geplanten höheren Zuzahlungen für Versicherte und den Zahnarztbehandlungen wolle die SPD daher noch einmal verhandeln.

Der vom Kabinett beschlossene Gesetzentwurf Warkens sieht vor, dass gesetzlich Versicherte, deren Ehepartnerin oder -partner bisher kostenlos mitversichert war, künftig einen Beitragszuschlag von 2,5 Prozent auf ihr eigenes beitragspflichtiges Einkommen zahlen müssen. Ob die SPD diesen Prozentsatz nur absenken oder ganz streichen wolle, ließ Klüssendorf offen. „Das wird jetzt miteinander zu besprechen sein. Da will ich jetzt keine rote Linie aufmachen", sagte er.

Viele Menschen ächzten bereits unter steigenden Kosten für Miete, Lebensmittel und Mobilität und die Belastungen könnten infolge des Iran-Krieges noch weiter zunehmen, warnte der SPD-Generalsekretär. "Und dann zu sagen, wir machen jetzt zusätzliche Belastungen für einen Großteil von Menschen – das ist mit uns schwer zu verhandeln", warnte Klüssendorf. Daher wolle die SPD an diesen Stellen im parlamentarischen Verfahren nachhaken.

A.M.James--TNT

Empfohlen

WHO: Ebola-Ausbruch weitet sich auf neue Gebiete im Nordosten des Kongo aus

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo weitet sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf neue Gebiete im Nordosten des Landes aus. "Der Ausbruch wächst weiter, sowohl in Bezug auf die Fallzahlen als auch auf die geografische Ausdehnung", sagte der Leiter der Epidemiologie und Analytik der WHO, Olivier le Polain, am Freitag vor Journalisten in Genf. Das wahre Ausmaß des Ausbruchs sei "deutlich größer als das, was derzeit erfasst wird".

Heftige Kritik in Bundestag und Bundesrat an geplanter Gesundheitsreform

Die Pläne der Bundesregierung für eine Gesundheitsreform stoßen nicht nur bei der Opposition im Bundestag auf heftigen Widerstand, sondern auch im Bundesrat. Weitgehend einhellig mahnten die Bundesländer am Freitag eine stärkere Beteiligung des Bundes an der Finanzierung des Gesundheitswesens an. Im Bundestag kritisierten Politikerinnen und Politiker von Grünen, Linken und AfD die Reform in einer Plenardebatte als unsozial und unwirksam - und kündigten Gegenwehr an.

Heftige Kritik im Bundestag an Warkens Plänen für Gesundheitsreform

Die Pläne der Bundesregierung für eine Gesundheitsreform sind bei der Opposition im Bundestag auf heftigen Widerstand gestoßen. Politikerinnen und Politiker von Grünen, Linken und AfD kritisierten die Reform als unsozial und unwirksam - und kündigten Gegenwehr an. "Wir sagen dieser Sozialpolitik den Kampf an", sagte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen am Freitag im Bundestag.

Paritätischer pocht auf mehr Effizienz im Sozialsystem statt Leistungskürzungen

Der Paritätische Gesamtverband hat Vorschläge vorgelegt, wie sich aus seiner Sicht der Sozialstaat effizienter und gerechter gestalten ließe, ohne Benachteiligte zu belasten. Zugleich warnte der Verband am Freitag eindringlich vor Einschnitten zum Nachteil von sozial Schwachen, wie sie derzeit in der schwarz-roten Koalition diskutiert würden. "Was bislang hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde, darf nicht umgesetzt werden", verlangte Hauptgeschäftsführer Joachim Rock.

Textgröße ändern: