The National Times - Wirtschaftsweiser Truger stellt Beamtenstatus von Lehrern infrage

Wirtschaftsweiser Truger stellt Beamtenstatus von Lehrern infrage


Wirtschaftsweiser Truger stellt Beamtenstatus von Lehrern infrage
Wirtschaftsweiser Truger stellt Beamtenstatus von Lehrern infrage / Foto: © AFP/Archiv

Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat die hohe Zahl an Beamten in Deutschland hinterfragt und deren Einbeziehung in die gesetzliche Krankenversicherung gefordert. "Man sollte sich fragen, ob es überhaupt so viele Beamte braucht", sagte Truger der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) nach Angaben vom Montag. "Lehrer und Universitätsprofessoren wie ich müssten beispielsweise nicht zwingend verbeamtet werden."

Textgröße ändern:

Langfristig sei dies ein guter Weg, Staatsdiener stärker in die Solidargemeinschaft einzubinden, um die Entstehung eines Klassensystems zu verhindern. "Dass Beamte aus der gesetzlichen Krankenversicherung rausgehalten werden, halte ich für völlig falsch", betonte Truger. Durch die guten Gehälter der Beamten könne die Kassenlage der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gestärkt werden.

Der Wirtschaftswissenschaftler kritisierte zudem eine unfaire Verteilung der Kosten im Gesundheitssystem zulasten der Beitragszahler. "Dass es den Beamten zum Teil so gut geht, hängt auch damit zusammen, dass man das Leben der anderen über die Jahre verschlechtert hat. Etwa indem der Beitragszahler für den Großteil der Kosten der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern aufkommen muss." Truger fügte hinzu: "Da macht sich der Bund einen schlanken Fuß."

Truger ist Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, den sogenannten Wirtschaftsweisen. Das Gremium beurteilt für die Bundesregierung die konjunkturelle Lage.

Die gesetzlichen Kassen - und damit die Versicherten - bezahlen aktuell einen Großteil der Versicherungskosten der Bürgergeld- beziehungsweise Grundsicherungs-Beziehenden. Das heißt, dass Privatversicherte nicht zur Finanzierung beitragen.

Aktuell gibt es fast zwei Millionen Beamtinnen und Beamte in Deutschland. Sie können zu Beginn ihrer Laufbahn wählen, ob sie in der gesetzlichen oder der privaten Krankenversicherung versichert sein wollen. Aufgrund finanzieller Vorteile sind rund 93 Prozent aller Beamtinnen und Beamten privat krankenversichert.

S.M.Riley--TNT

Empfohlen

Ebola: Bereits mehr als 200 Todesopfer in Demokratischer Republik Kongo

Durch den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind nach Behördenangaben schon mehr als 200 Menschen gestorben. 204 der 867 gemeldeten Verdachtsfälle hätten tödlich geendet, teilte das Gesundheitsministerium des zentralafrikanischen Landes am Samstagabend mit.

Gesundheitsbehörden: Ebola-Ausbruch bedoht zehn weitere afrikanische Länder

Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda droht sich nach Einschätzung der Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union (Africa CDC) auch zehn weitere Länder Zentralafrikas auszuweiten. Der Südsudan, Ruanda, Kenia, Tansania, Äthiopien, der Kongo, Burundi, Angola, die Zentralafrikanische Republik und Sambia seien gefährdet, sagte Africa-CDC-Präsident Jean Kaseya am Samstag.

WHO stuft Gesundheitsgefahr im Kongo durch Ebola als "sehr hoch" ein

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Bedrohung der öffentlichen Gesundheit in der Demokratischen Republik Kongo wegen des Ebola-Ausbruchs auf die Stufe "sehr hoch" heraufgestuft. In der Region um das zentralafrikanische Land sei die Gefahr für die Gesundheit weiterhin hoch, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag. Weltweit werde die Bedrohung nach wie vor als niedrig eingestuft.

Krankenkassen warnen vor Milliardenkosten durch Apothekenreform

Die Gesetzlichen Krankenkassen haben scharfe Kritik an der Apothekenreform der Bundesregierung geäußert und vor Mehrkosten in Milliardenhöhe gewarnt. "Für nächstes Jahr kommen damit Mehrkosten von deutlich über einer Milliarde Euro auf uns zu", kritisierte Stefanie Stoff-Ahnis, Vize-Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, am Freitag kurz vor der geplanten Verabschiedung der Reform im Bundestag. Bezahlen müssten das "die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler - also die 75 Millionen gesetzlich Versicherten und ihre Arbeitgeber".

Textgröße ändern: