The National Times - Zwei Passagiere nach Evakuierung von Kreuzfahrtschiff positiv auf Hantavirus getestet

Zwei Passagiere nach Evakuierung von Kreuzfahrtschiff positiv auf Hantavirus getestet


Zwei Passagiere nach Evakuierung von Kreuzfahrtschiff positiv auf Hantavirus getestet
Zwei Passagiere nach Evakuierung von Kreuzfahrtschiff positiv auf Hantavirus getestet / Foto: © AFP

Kurz nach dem Verlassen des Kreuzfahrtschiffs "Hondius" sind zwei Passagiere - eine Französin und ein US-Bürger - positiv auf das gefährliche Hantavirus getestet worden. 28 weitere Menschen sollten am Montag auf Teneriffa von Bord des Schiffes gebracht und in die Niederlande geflogen werden, wie die spanische Regierung mitteilte. Vier am Sonntag ausgeflogene deutsche Passagiere wurden unterdessen von Frankfurt am Main nach Berlin, Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen gebracht.

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Der Zustand der Französin habe sich in der Nacht "leider verschlechtert"; Tests hätten eine Infektion mit dem Hantavirus bestätigt, sagte die französische Gesundheitsministerin Stéphanie Rist dem Radiosender France Inter. Die erkrankte Frau war unmittelbar nach ihrer Ankunft in Paris am Samstag ebenso wie vier weitere französische Passagiere isoliert worden.

Ein US-Passagier wurde auf dem Rückflug in die USA positiv auf das Hantavirus getestet, wie das US-Gesundheitsministerium am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte. Ein weiterer Passagier habe leichte Symptome. Insgesamt wurden demnach 18 in die USA zurückgekehrte Passagiere zur medizinischen Überwachung und Isolierung in Spezialeinrichtungen untergebracht.

Von den zuletzt noch 54 Menschen auf der "Hondius" sollten nach Angaben der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García 28 am Montagnachmittag das Schiff verlassen und in die Niederlande geflogen werden. Ein ursprünglich Richtung Australien geplanter Flug wurde gestrichen. 26 Besatzungsmitglieder bleiben García zufolge an Bord und setzen die Fahrt Richtung Niederlande fort. Auch die Leiche einer deutschen Passagierin, die am 2. Mai am Hantavirus gestorben war, wird mit dem Schiff nach Rotterdam gebracht.

Mit Blick auf die jüngsten bestätigten Hanta-Infektionen verteidigte das spanische Gesundheitsministerium sein Vorgehen. Es habe "von Beginn an alle Maßnahmen" ergriffen, "um mögliche Ansteckungsketten zu unterbrechen"; "alle Vorkehrungen zur Prävention und Eindämmung der Übertragung" seien umgesetzt worden. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen dankte den spanischen Behörden für die "rasche und effiziente" Evakuierung der Passagiere auf Teneriffa. Nach Einschätzungen aus Brüssel ist das Risiko für eine Ausbreitung des Hantavirus in Europa weiterhin gering.

Am Sonntag hatten bereits 94 Passagiere und Besatzungsmitglieder aus insgesamt 19 Ländern das Kreuzfahrtschiff verlassen und von Teneriffa aus mit Sondermaschinen die Heimreise angetreten. Vor Verlassen des Schiffs waren nach Angaben Garcías alle Passagiere und Besatzungsmitglieder noch einmal untersucht und für symptomfrei befunden worden.

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin teilte mit, alle vier deutschen Passagiere seien "vollständig ohne Symptome". Die vier Deutschen waren am Sonntag gemeinsam mit weiteren Betroffenen mit einer niederländischen Maschine von Teneriffa nach Eindhoven gebracht worden. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden sie anschließend ins Frankfurter Universitätsklinikum gebracht, wo sie in der Nacht zum Montag eintrafen.

In ihren Heimatregionen sind dann die jeweiligen Gesundheitsämter zuständig. In Berlin und Baden-Württemberg sollten die Passagiere unter häusliche Quarantäne gestellt werden. Wie mit den Menschen aus Bayern und Sachsen verfahren werden sollte, war zunächst unklar.

Die "Hondius" war am 1. April in Ushuaia im Süden Argentiniens zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. Ein erster Passagier aus den Niederlanden starb am 11. April an Bord an den Folgen des Hantavirus. Seine Frau ging am 24. April auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, um die Leiche ihres Mannes in die Heimat zu begleiten. Zwei Tage später starb sie nach einem Flug nach Johannesburg im Krankenhaus. Am 2. Mai starb eine deutsche Passagierin an Bord der "Hondius".

Eine weitere Deutsche, die mit ihr Kontakt hatte und bereits vor einigen Tagen von Bord geholt wurde, befindet sich seit vergangenen Woche im Universitätsklinikum Düsseldorf. Bislang wurde bei ihr keine Infektion nachgewiesen, wie das Krankenhaus am Montag mitteilte.

Gegen das schwere Atemwegserkrankungen verursachende Hantavirus gibt es keine Impfung und auch keine Behandlung. Die WHO vermutet, dass sich der zuerst gestorbene Niederländer in Südamerika mit einer seltenen und von Mensch zu Mensch übertragbaren Variante des Hantavirus infizierte, bevor er an Bord ging. Anschließend verbreitete sich das Virus dann offenbar an Bord.

S.Collins--TNT

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