The National Times - Umfrage: Mehrheit für höhere Steuern auf Alkohol und Tabak

Umfrage: Mehrheit für höhere Steuern auf Alkohol und Tabak


Umfrage: Mehrheit für höhere Steuern auf Alkohol und Tabak
Umfrage: Mehrheit für höhere Steuern auf Alkohol und Tabak / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts der angespannten Finanzsituation der gesetzlichen Krankenkassen befürwortet ein Großteil der Versicherten höhere Steuern auf Alkohol und Tabak sowie die Einführung einer Zuckersteuer. Dies geht aus einer repräsentativen Umfrage des Beratungsunternehmens Deloitte hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag. Zwei von drei gesetzlich Versicherten (66 Prozent) halten demnach eine Erhöhung der Alkoholsteuer auf Spirituosen für sinnvoll.

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Mehr als die Hälfte der Befragten erachtet zudem eine höhere Tabaksteuer (59 Prozent) und die Einführung einer Steuer auf zuckergesüßte Getränke (52 Prozent) für sinnvoll.

Alle drei Maßnahmen will die Bundesregierung auch umsetzen. Zuvor hatte eine Expertenkommission zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) diese vorgeschlagen.

Die Zustimmung der von Deloitte Befragten geht aber noch über die aktuell diskutierten Maßnahmen hinaus. So sprechen sich knapp zwei Drittel der Versicherten (64 Prozent) für eine Erhöhung der Steuer auch auf andere alkoholische Getränke wie Wein und Bier aus. Die Einführung einer Zuckersteuer nicht nur auf Getränke, sondern auch zuckerhaltige Produkte wie Süßigkeiten befürworten 53 Prozent.

"Das sind gute Nachrichten für ein Gesundheitssystem, das insgesamt mehr auf Prävention ausgerichtet werden muss", sagte der für die GKV zuständige Deloitte-Partner Gregor-Konstantin Elbel AFP. Prävention wirke jedoch vor allem langfristig. Um die Finanzlücke bei den Krankenkassen mittelfristig zu verringern, fordert Elbel, vor allem die Leistungsausgaben nachhaltig zu reduzieren.

Deloitte fragte auch die Zustimmung zu weiteren von der Regierung geplanten Reformmaßnahmen ab. Höhere Zuzahlungen zu Medikamenten erachten demnach 84 als wenig oder gar nicht sinnvoll. Über geringere Zuschüsse beim Zahnersatz sagten dies 80 Prozent.

Dass die von der Expertenkommission vorgeschlagenen und von der Regierung in Teilen übernommenen Maßnahmen zu einer Stabilisierung der Beiträge in der GKV führen, erwarten dabei die wenigsten Versicherten (17 Prozent). Mit 77 Prozent geht hingegen die große Mehrheit davon aus, dass sie kurzfristig mehr zahlen muss.

Mittelfristig erwarten der Auswertung zufolge sogar 84 Prozent eine weitere Erhöhung der Beiträge. Fast jede und jeder Zweite (45 Prozent) rechnet dabei zudem mit einer Verschlechterung der Gesundheitsversorgung in den kommenden ein bis zwei Jahren.

Für die Analyse befragte Deloitte von 13. bis 16. April mehr als 900 gesetzlich Versicherte aus einer repräsentativen Gruppe von 1000 Verbraucherinnen und Verbrauchern heraus.

Das Bundeskabinett hatte vergangene Woche die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung auf den Weg gebracht. Mit ihr sollen im kommenden Jahr rund 16 Milliarden Euro eingespart werden. Über den Gesetzentwurf muss nun als nächstes der Bundestag befinden.

L.Johnson--TNT

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