The National Times - Nach Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff mit 150 Menschen an Bord darf nicht anlegen

Nach Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff mit 150 Menschen an Bord darf nicht anlegen


Nach Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff mit 150 Menschen an Bord darf nicht anlegen
Nach Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff mit 150 Menschen an Bord darf nicht anlegen / Foto: © AFP

Nach dem Hantavirus-Ausbruch mit bislang drei Todesopfern haben am Dienstag fast 150 Menschen weiterhin auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff "Hondius" vor Kap Verde festgesessen. Ein WHO-Expertin sagte, das Schiff solle demnächst zu den Kanarischen Inseln fahren - das Gesundheitsministerium in Madrid bestätigte dies jedoch nicht. Seit Sonntag liegt das Schiff vor der kapverdischen Hauptstadt Praia vor Anker; die Behörden der afrikanischen Inselgruppe weigern sich, die Passagiere an Land zu lassen.

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Drei Passagiere, darunter eine Deutsche, starben in den vergangenen Wochen an dem Virus. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag mitteilte, wurden zwei weitere Infektionen mit dem gefährlichen Virus sowie fünf mutmaßliche Infektionsfälle bestätigt.

Der niederländische Kreuzfahrtveranstalter Ocean Expeditions erklärte dann am Dienstagnachmittag, es seien - abgesehen von den bereits gemeldeten Fällen - keine "neuen symptomatischen" Infektionen an Bord des Schiffes festgestellt worden.

Mit Blick auf eine weitere Ausbreitung der Krankheit an Bord sah die WHO-Epidemiespezialistin Maria Van Kerkhove eine nur geringe Gefahr: "Das Risiko für die breite Öffentlichkeit ist gering. Es handelt sich nicht um ein Virus, das sich wie die Grippe oder Covid-19 verbreitet. Das ist etwas ganz anderes", erklärte sie. Die Passagiere seien in ihren Kabinen unter Quarantäne gestellt worden.

Die "Hondius" mit derzeit 88 Passagieren und 59 Besatzungsmitgliedern an Bord war in Ushuaia in Argentinien gestartet. Nach Angaben der WHO breiteten sich die Krankheitsfälle während der Kreuzfahrt zwischen dem 6. und 28. April aus. Die Betroffenen litten demnach zunächst an Fieber und Magen-Darm-Problemen und entwickelten dann rasch Atemwegserkrankungen bis hin zu Lungenentzündung und akuter Atemnot.

Der erste auf dem Schiff erkrankte Passagier habe sich vermutlich schon vor Beginn der Reise infiziert, sagte Van Kerhove am Dienstag in Genf. Anschließend habe sich das Virus dann vermutlich an Bord von Mensch zu Mensch ausgebreitet. Hantaviren werden üblicherweise über die Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. In seltenen Fällen ist laut WHO jedoch auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich.

Ein erster Passagier aus den Niederlanden war nach Angaben von Oceanwide Expeditions am 11. April an Bord gestorben. Seine Frau ging am 24. April auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, um den Leichnam ihres Mannes nach Hause zu begleiten.

Einen Tag später flog die laut WHO ebenfalls an Symptomen einer Magen-Darm-Erkrankung leidende Witwe jedoch nach Johannesburg. Noch während des Fluges habe sich ihr Zustand deutlich verschlechtert, die Frau starb einen Tag später in Johannesburg im Krankenhaus. Eine deutsche Passagierin, die am 28. April Fieber bekam, erkrankte später an einer Lungenentzündung und starb am 2. Mai. Ihr Leichnam befand sich am Dienstag weiterhin auf dem Schiff.

In den vergangenen Tagen waren mehrere Ärzte auf das Schiff gekommen, um die Erkrankten zu untersuchen. Unter den fünf Verdachtsfällen befinden sich laut WHO mindestens zwei Besatzungsmitglieder aus Großbritannien und den Niederlanden.

Die beiden Besatzungsmitglieder sowie eine weitere Kontaktperson sollten so schnell wie möglich von Bord gebracht werden, sagte die für Kap Verde zuständige WHO-Vertreterin Ann Lindstrand der Nachrichtenagentur AFP. Sie sollten zum Flughafen von Praia gebracht und von dort ausgeflogen werden.

Das Schiff solle anschließend weiter in Richtung Kanarische Inseln oder Niederlande fahren, fügte Lindstrand hinzu. "Der ursprüngliche Plan sah vor, dass das Schiff von hier aus zu den Kanarischen Inseln und zum Hafen von Teneriffa fährt, aber das Schiff wird möglicherweise direkt in die Niederlande fahren", erklärte sie. Gespräche zwischen den Gesundheitsbehörden Spaniens, der Niederlande, Kap Verdes und der WHO seien im Gange.

G.Waters--TNT

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