The National Times - Reformen in Gesundheitssystem: Grünen-Politiker Dahmen fordert Eile von Regierung

Reformen in Gesundheitssystem: Grünen-Politiker Dahmen fordert Eile von Regierung


Reformen in Gesundheitssystem: Grünen-Politiker Dahmen fordert Eile von Regierung

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat die Bundesregierung zur Eile bei Reformen im Gesundheitsbereich aufgerufen. Es sei bislang "ein verlorenes Jahr" gewesen, kritisierte er am Montag im "Morgenmagazin" des ZDF. Leistungskürzungen bei der gesetzlichen Krankenversicherung erteilte der Grünen-Politiker aber eine Absage: "Das verängstigt die Menschen und hilft nicht weiter", sagte Dahmen in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv.

Textgröße ändern:

Im deutschen Gesundheitssystem gebe es "kein Einnahmenproblem, sondern ein großes Ausgabenproblem", betonte der gesundheitspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag im ZDF. Die zentralen Kostentreiber im Gesundheitswesen seien in erster Linie der Krankenhausbereich, teure Arzneimittel sowie eine "Über- und Fehlversorgung durch fehlende Patientensteuerung". Er verwies dazu auch auf mehrere angekündigte Reformvorhaben, die seit Monaten im Bundesgesundheitsministerium lägen. Es stocke vor allem an der Umsetzung durch die Politik, sagte er. "Das ist kein Naturgesetz".

Mut bei Reformen bedeute jetzt nicht, denen, die wenig haben, etwas wegzunehmen, sondern sich "mit einflussreichen Lobbygruppen im Gesundheitswesen anzulegen", betonte Dahmen in RTL und ntv. Dabei seien nicht nur Pharmaindustrie und Kliniken gemeint, sondern auch Alkohol, Tabak und Zucker. Man leiste sich in Deutschland eine hohe Krankheitslast, die durch Genussmittel entsteht. Dies werde auch durch deren im internationalen Vergleich niedrige Besteuerung mitverursacht.

Dahmen drang zudem auf eine Entlastung der Krankenkassen bei versicherungsfremden Leistungen. "Dort, wo der Staat eigentlich Aufgaben hat, beispielsweise für die beitragsfreie Mitversicherung von Bürgergeldbeziehenden, da muss der Staat auch mit Steuermitteln aufkommen", verlangte der Grünen-Politiker.

Die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission legt am Montag in Berlin ihre Reformvorschläge für die Krankenversicherung vor. Ziel ist eine Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge, die von den Versicherten und Arbeitgebern gezahlt werden müssen. Hintergrund sind seit Jahren steigende Ausgaben im deutschen Gesundheitssektor.

Die Regierung müsse "bis zur Sommerpause" Reformen umsetzen, verlangte Dahmen. Sonst drohten Beitragssteigerungen ab Januar kommenden Jahres. Allerdings erwarte er von der Kommission in erster Linie "eine Art Inventur überwiegend bekannter Vorschläge".

R.Campbell--TNT

Empfohlen

Weiterer Toter durch Bornavirus in Bayern

In Bayern ist erneut ein Mensch an dem durch Feldspitzmäuse übertragenen Bornavirus gestorben. Die Erkrankung wurde bei einer Obduktion festgestellt, wie das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen in Neuburg an der Donau am Mittwoch mitteilte. Weitere Infos zu dem oder der Toten teilte der Landkreis nicht mit. Für die Bevölkerung bestehe keine erhöhte Gefahr. Es handele sich um einen äußerst seltenen Einzelfall.

Hitzealarm und Stromausfälle - West- und Mitteleuropa ächzen unter hohen Temperaturen

Von der gegenwärtigen Hitzewelle in Europa sind hunderte Millionen Menschen betroffen. Fast überall in Deutschland galten am Mittwoch wieder amtliche Hitzewarnungen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Auch in Frankreich galt weiterhin fast im ganzen Land Hitze-Alarm, von hitzebedingten Stromausfällen in der Bretagne waren zehntausende Haushalte betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnte die Europäer eindringlich zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz.

Daten zeigen: Auch in Deutschland Anstieg von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen

Die Fälle von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen sind in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten leicht angestiegen. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 20 und 39 Jahren, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg am Dienstag mitteilte. Von jährlich rund 56.000 neuen Darmkrebsfällen entfallen demnach etwa fünf Prozent auf Menschen unter 50 Jahren.

Organspende: Patientenbeauftragter Schwartze wirbt für Widerspruchslösung

Vor der Bundestagsdebatte zur Organspende wirbt der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze (SPD), für einen Systemwechsel hin zur Widerspruchslösung. "Ich bin sehr froh, dass im Bundestag nun endlich wieder über eine Neuregelung der Organspende debattiert wird", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Er sei "persönlich überzeugt, dass wir dringend einen Systemwechsel brauchen und die Widerspruchsregelung dafür sehr naheliegend ist".

Textgröße ändern: