The National Times - Studie: Psychische Belastung von Kindern steigt erstmals seit Pandemie wieder an

Studie: Psychische Belastung von Kindern steigt erstmals seit Pandemie wieder an


Studie: Psychische Belastung von Kindern steigt erstmals seit Pandemie wieder an
Studie: Psychische Belastung von Kindern steigt erstmals seit Pandemie wieder an / Foto: © AFP/Archiv

Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland ist erstmals nach der Coronapandemie wieder angestiegen. Wie aus dem am Mittwoch in Stuttgart veröffentlichten Schulbarometer der Robert-Bosch-Stiftung hervorgeht, fühlte sich 2025 mit 25 Prozent ein Viertel der befragten Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen acht und 17 Jahren mental belastet. Im Jahr 2024 hatten dies 21 Prozent angegeben.

Textgröße ändern:

Die soziale Herkunft bleibt dabei ein entscheidender Faktor. Kinder aus einkommensschwachen Familien berichten demnach überdurchschnittlich häufig von psychischer Belastung (31 Prozent), geringem schulischem Wohlbefinden (29 Prozent) und niedriger Lebensqualität (36 Prozent). Gleichzeitig empfindet fast die Hälfte aller Befragten hohen Leistungsdruck und gibt an, auch am Wochenende für die Schule lernen zu müssen.

"Auch wenn es dem Großteil der jungen Menschen in Deutschland gut geht, ist der erneute Anstieg der psychischen Belastung ein Warnsignal, das wir nicht ignorieren dürfen", erklärte die Bildungsexpertin der Robert-Bosch-Stiftung, Anna Gronostaj.

Auch Mobbing ist demnach für viele Schülerinnen und Schüler Alltag. Ein Drittel der Elf- bis 17-Jährigen wird nach eigenen Angaben mindestens einmal im Monat von Mitschülern schikaniert, jede und jeder Zehnte sogar wöchentlich oder täglich. Besonders häufig sind mit 38 Prozent demnach 14-Jährige betroffen.

Dabei wird Mobbing im persönlichen Kontakt häufiger erlebt als Cybermobbing, tritt aber oft in Kombination auf. Als positiv werten die Studienautoren, dass die Aufklärung an den Schulen anzukommen scheint. Vier von fünf Schülerinnen und Schülern wissen demnach, an wen sie sich im Mobbingfall wenden können.

Das schulische Wohlbefinden von Schülerinnen und Schülern hängt demnach maßgeblich davon ab, ob sie sich von ihren Lehrkräften unterstützt fühlen, die schulischen Anforderungen als angemessen herausfordernd erleben und ein gutes Miteinander in der Klasse erfahren. Auch fühlten sich Kinder und Jugendliche, die Vertrauen in ihre eigenen schulischen Fähigkeiten haben, insgesamt wohler.

Mit dem Schulbarometer lässt die Robert-Bosch-Stiftung seit 2019 regelmäßig repräsentative Umfragen zur aktuellen Situation der Schulen in Deutschland erheben. Seit 2024 werden neben Lehrkräften auch Schülerinnen und Schüler befragt. Für die aktuelle Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Mai und Juni 2025 insgesamt rund 1500 Kinder und Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren sowie jeweils ein Elternteil.

K.M.Thompson--TNT

Empfohlen

Weiterer Toter durch Bornavirus in Bayern

In Bayern ist erneut ein Mensch an dem durch Feldspitzmäuse übertragenen Bornavirus gestorben. Die Erkrankung wurde bei einer Obduktion festgestellt, wie das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen in Neuburg an der Donau am Mittwoch mitteilte. Weitere Infos zu dem oder der Toten teilte der Landkreis nicht mit. Für die Bevölkerung bestehe keine erhöhte Gefahr. Es handele sich um einen äußerst seltenen Einzelfall.

Hitzealarm und Stromausfälle - West- und Mitteleuropa ächzen unter hohen Temperaturen

Von der gegenwärtigen Hitzewelle in Europa sind hunderte Millionen Menschen betroffen. Fast überall in Deutschland galten am Mittwoch wieder amtliche Hitzewarnungen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mitteilte. Auch in Frankreich galt weiterhin fast im ganzen Land Hitze-Alarm, von hitzebedingten Stromausfällen in der Bretagne waren zehntausende Haushalte betroffen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mahnte die Europäer eindringlich zu mehr Investitionen in den Hitzeschutz.

Daten zeigen: Auch in Deutschland Anstieg von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen

Die Fälle von Darmkrebs bei jungen Erwachsenen sind in Deutschland in den vergangenen zwei Jahrzehnten leicht angestiegen. Betroffen sind vor allem Menschen zwischen 20 und 39 Jahren, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg am Dienstag mitteilte. Von jährlich rund 56.000 neuen Darmkrebsfällen entfallen demnach etwa fünf Prozent auf Menschen unter 50 Jahren.

Organspende: Patientenbeauftragter Schwartze wirbt für Widerspruchslösung

Vor der Bundestagsdebatte zur Organspende wirbt der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Stefan Schwartze (SPD), für einen Systemwechsel hin zur Widerspruchslösung. "Ich bin sehr froh, dass im Bundestag nun endlich wieder über eine Neuregelung der Organspende debattiert wird", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Er sei "persönlich überzeugt, dass wir dringend einen Systemwechsel brauchen und die Widerspruchsregelung dafür sehr naheliegend ist".

Textgröße ändern: