The National Times - Urteil: Krankenkasse muss nicht für Nierentransplantation in den Niederlanden zahlen

Urteil: Krankenkasse muss nicht für Nierentransplantation in den Niederlanden zahlen


Urteil: Krankenkasse muss nicht für Nierentransplantation in den Niederlanden zahlen
Urteil: Krankenkasse muss nicht für Nierentransplantation in den Niederlanden zahlen / Foto: © AFP/Archiv

Die Kosten für eine Nierentransplantation in den Niederlanden muss die Krankenkasse nicht erstatten. Eine Transplantation sei auch in Deutschland möglich, erklärte das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle am Montag. Die Klage eines 66-Jährigen aus Niedersachsen hatte damit keinen Erfolg.

Textgröße ändern:

Der gesetzlich versicherte Mann litt an einer fortgeschrittenen Niereninsuffizienz. Seit 2020 war er dialysepflichtig. Schon im Dezember 2018 hatte er bei seiner Krankenkasse die Zustimmung zu einer Nierentransplantation im niederländischen Groningen beantragt. Dies sei nahe an seinem Wohnort und die Wartezeiten seien im Nachbarland kürzer.

Die Kasse lehnte den Antrag ab. Sie argumentierte, dass eine Kostenübernahme für Auslandsbehandlungen ohne zwingende medizinische Notwendigkeit das finanzielle Gleichgewicht der gesetzlichen Krankenversicherung und die Gewähr einer allgemein zugänglichen Versorgung gefährde. Sie verwies auf gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten in deutschen Transplantationszentren in Bremen, Hannover oder Münster.

Der Patient ließ sich dennoch 2022 in den Niederlanden eine Niere transplantieren. Er zog vor Gericht, um sich die Kosten von 42.000 Euro erstatten zu lassen. Das Landessozialgericht entschied aber nun gegen ihn.

Eine Behandlung im Ausland könne nur dann bezahlt werden, wenn es in Deutschland keine gleichwertige Versorgung gebe, begründete es seine Entscheidung. Längere Wartezeiten von zwei bis vier Jahren begründeten kein solches Defizit, sie könnten durch Dialyse überbrückt werden. In dem Fall habe es keine besondere medizinische Dringlichkeit gegeben.

Das Gericht verwies auch auf die Chancengleichheit bei der Organzuteilung. Die Aussicht auf ein Spenderorgan dürfe nicht vom Wohnort oder anderen persönlichen Umständen abhängen. Der Kläger könne seinen Anspruch nicht mit der Nähe zu den Niederlanden begründen.

P.Barry--TNT

Empfohlen

Cyberangriff auf Berliner Charité: Kontaktdaten abgegriffen

Die Berliner Charité ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Dabei wurden Daten von Mitarbeitenden, Studierenden und externen Kontakten abgegriffen, wie die Klinik am Freitag mitteilte. Sensible Daten seien nicht betroffen, hieß es. "Die Krankenversorgung war und ist durch den Vorfall nicht beeinträchtigt."

Kassen-Zusatzbeiträge sollen 2027 stabil bleiben - bei 2,9 Prozent

Der Zusatzbeitrag für die Krankenversicherung bleibt im kommenden Jahr stabil. Im Schnitt soll er bei 2,9 Prozent liegen: Diesen Wert legte das Bundesgesundheitsministerium am Freitag fest. Der Satz sei in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen, "diese Entwicklung haben wir jetzt gestoppt", erklärte Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU). Über die exakte Höhe des kassenindividuellen Zusatzbeitragssatzes entscheiden die Krankenkassen selbst.

Kritik an Linnemann-Äußerungen zu möglichen Leistungskürzungen in der Pflege

Sozialverbände und Patientenschützer haben die Ankündigung von Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) zu möglichen Leistungskürzungen in der Pflege kritisiert. "Pflegebedürftige und ihre Angehörigen brauchen Verlässlichkeit und nicht die Gewissheit, dass am Ende ohnehin gekürzt wird", sagte die Vorsitzende des Sozialverband VdK, Verena Bentele, der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). Sie forderte von Linnemann, die von ihm gerade eingesetzte Expertenkommission zur Pflegereform "unabhängig" arbeiten zu lassen.

Zahl der Organspenden in Deutschland bis Ende September 2026 leicht gestiegen

Die Zahl der Organspenden ist in Deutschland in den ersten neun Monaten leicht gestiegen. Von Januar bis Ende September spendeten 772 Menschen Organe nach ihrem Tod, wie die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Das sind 3,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Textgröße ändern: