The National Times - WHO und Unicef schlagen wegen deutlichen Rückgangs von Kinder-Impfungen Alarm

WHO und Unicef schlagen wegen deutlichen Rückgangs von Kinder-Impfungen Alarm


WHO und Unicef schlagen wegen deutlichen Rückgangs von Kinder-Impfungen Alarm
WHO und Unicef schlagen wegen deutlichen Rückgangs von Kinder-Impfungen Alarm / Foto: © AFP/Archiv

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef schlagen wegen eines deutlichen Rückgangs der Impfungen bei Kindern gegen schwere Krankheiten Alarm. Der Anteil der Kinder weltweit, welche die erforderlichen drei Impfdosen gegen Diphtherie, Keuchhusten und Tetanus bekommen hätten, sei zwischen 2019 und 2021 um fünf Prozentpunkte auf 81 Prozent gefallen, heißt es in einem Bericht, den die beiden UN-Organisationen am Donnerstag (Ortszeit) in New York veröffentlichten.

Textgröße ändern:

Die Quote bei der mit DTP abgekürzten Dreifachimpfung gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten (Pertussis) gilt als Marker für die Immunisierung durch Impfungen überhaupt. Unicef-Chefin Catherine Russell erklärte, der Rückgang der DTP-Impfquote bedeute "Alarmstufe rot für die Gesundheit von Kindern".

"Wir erleben den größten anhaltenden Rückgang bei der Immunisierung von Kindern seit einer Generation", führte Russell aus. "Die Folgen werden in Menschenleben zu messen sein."

Dem Bericht zufolge verpassten 2021 rund 25 Millionen Kinder eine oder mehrere DTP-Dosen. Das waren noch einmal zwei Millionen mehr als 2020 und sechs Millionen mehr als 2019. Bei einer wachsenden Zahl von Kindern bestehe daher die Gefahr, an eigentlich vermeidbaren Krankheiten zu erkranken, heißt es in dem Report.

Dafür wurden vielfältige Gründe aufgeführt. So lebe eine wachsende Zahl von Kindern in Konfliktgebieten, wo ihre gesundheitliche Versorgung nicht gewährleistet ist. Außerdem kursierten Falschinformationen über Impfungen und hielten Eltern davon ab, ihre Kinder impfen zu lassen. Die Corona-Pandemie führe zum einen zu Lieferproblemen bei Impfstoffen, zum anderen seien wegen Lockdowns und anderer Schutzvorkehrungen weniger Impfungen verabreicht worden.

Von den 25 Millionen Kindern, die vergangenes Jahr eine vollständige DTP-Impfung verpassten, bekamen 18 Millionen keine einzige der vorgesehenen drei Dosen. Die große Mehrheit von ihnen lebe in Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, hieß es in einer zu dem Bericht veröffentlichten Erklärung. Die meisten Kinder ohne eine einzige DTP-Impfspritze gab es demnach in Indien, Nigeria, Indonesien, Äthiopien und auf den Philippinen.

Nach den vielen Corona-Lockdowns im Jahr 2020 hatte die Hoffnung bestanden, dass 2021 ein besseres Jahr für die Kinder-Impfungen würde. Tatsächlich war es bei der DTP-Immunisierung aber das schlechteste seit 2008 und dies galt laut dem UN-Bericht auch für die Masern-Impfung.

Kombiniert mit den zunehmenden Versorgungskrisen in Folge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine stellt diese Entwicklung laut WHO und Unicef eine große Gefahr für Heranwachsende dar. "Das Zusammentreffen einer Hungerkrise mit einer wachsenden Immunisierungslücke droht die Bedingungen für eine Überlebenskrise für Kinder zu schaffen", warnten die UN-Organisationen.

T.Hancock--TNT

Empfohlen

Rabattaktionen bei Bestellung von Medikamenten: BGH verhandelt über Apothekenstreit

Der Wettkampf zwischen Apotheken vor Ort und Versandapotheken hat am Mittwoch den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beschäftigt. Verhandelt wurde ein Rechtsstreit, der sich seit Jahren zieht: Es ging um Rabattaktionen von 2012 und 2013. Der bayerische Apothekerverband klagte gegen ein Pharmaunternehmen mit Sitz in den Niederlanden, das später von DocMorris übernommen wurde. (Az. I ZR 74/24)

Weight Watchers beantragt Insolvenz - Betrieb läuft weiter

Zunehmende Konkurrenz durch kostenlose Online-Kurse, Fitnessarmbänder und zuletzt auch noch Abnehmspritzen: Der US-Diätkonzern Weight Watchers ist pleite. Das Unternehmen beantragte ein sogenanntes Chapter-11- Insolvenzverfahren, wie es am Dienstag mitteilte. Damit kann Weight Watchers (WW) geschützt vor Gläubigern sein Geschäft neu ordnen.

UNO warnt vor Verlangsamung menschlicher Entwicklung und sieht Chancen durch KI

Der weltweite Fortschritt in der menschlichen Entwicklung hat sich einem UN-Bericht zufolge 2024 in einem "alarmierenden Maße" verlangsamt. Anstelle eines nachhaltigen Aufschwungs nach den pandemiebedingten Krisenjahren 2020 und 2021 gebe es "unerwartet schwache Fortschritte", heißt es in dem am Dienstag vom UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) veröffentlichten Bericht. UNDP-Chef Achim Steiner rief dazu auf, das Potenzial der Künstlichen Intelligenz (KI) zu nutzen, um auch die menschliche Entwicklung wieder anzukurbeln.

Essstörungen: Starke Zunahme bei zwölf bis 17 Jahre alten Mädchen

Magersucht und andere Essstörungen haben nach Daten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) bei den Zwölf- bis 17-jährigen Mädchen besonders stark zugenommen. Zwischen dem Vor-Corona-Jahr 2019 und dem Jahr 2023 stieg die Zahl von 101 auf 150 Fälle pro 10.000 Versicherte, wie die Krankenkasse am Montag in Hannover berichtete. Das entspricht einem Plus von fast 50 Prozent.

Textgröße ändern: