The National Times - Zahl der Toten nach Erdbeben in Indonesien steigt auf über 260

Zahl der Toten nach Erdbeben in Indonesien steigt auf über 260


Zahl der Toten nach Erdbeben in Indonesien steigt auf über 260
Zahl der Toten nach Erdbeben in Indonesien steigt auf über 260 / Foto: © AFP

Nach dem verheerenden Erdbeben auf der indonesischen Insel Java ist die Zahl der Todesopfer noch einmal drastisch gestiegen. Mindestens 268 Menschen seien bei dem Beben ums Leben gekommen, sagte Suharyanto, der Leiter der indonesischen Katastrophenschutzbehörde BNPB, am Dienstag. Am Montag hatten die Behörden zunächst 162 Tote gemeldet. Mindestens 151 Menschen werden laut BNPB noch vermisst, mehr als tausend weitere wurden bei dem Unglück verletzt.

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Das Erdbeben der Stärke 5,6 hatte am Montag insbesondere in der Stadt Cianjur für Zerstörungen gesorgt. Das Epizentrum lag nach Angaben der US-Erdbebenwarte (USGS) in der Nähe der Stadt in der Provinz West Java. Zahlreiche Menschen kamen durch einstürzende Gebäude, aber auch durch Erdrutsche ums Leben.

Rettungskräfte suchten am Dienstag in den betroffenen Gebieten weiter fieberhaft nach Überlebenden. Die Arbeiten wurden durch die zahlreichen Trümmer, welche die Straßen blockierten, und Stromausfälle in Teilen der überwiegend ländlichen, gebirgigen Region erschwert.

Die Teams beseitigten mit Kettensägen und Baggern die Trümmer und umgestürzten Bäume, um zu den Opfern vorzudringen, sagte der 34-jährige Dimas Reviansyah von den Rettungskräften. "Ich habe seit gestern nicht mehr geschlafen. Aber ich muss weitermachen, weil einige Opfer noch nicht gefunden wurden."

Unter den Opfern waren nach Angaben der indonesischen Rettungsbehörde Basarnas auch viele Kinder. "Sie waren in der Schule, um 13.00 Uhr hatten sie noch Unterricht", sagte Behördenleiter Henri Alfiandi.

Viele Überlebende verbrachten die Nacht im Freien, umgeben von Schutt, Glasscherben und Betonbrocken. Verletzte wurden in behelfsmäßigen Krankenstationen im Freien behandelt. Verschlimmert wurde die Lage durch eine Welle von 62 kleineren Nachbeben der Stärken 1,8 bis 4 in der 175.000-Einwohner-Stadt Cianjur.

Der 37-jährigen Nunung war es gelungen, sich und ihren zwölf Jahre alten Sohn selbst aus den Trümmern ihres Hauses zu befreien. "Ich musste uns ins Freie graben. Es ist nichts mehr übrig, es gibt nichts, was ich retten könnte", berichtete sie in einer Notunterkunft im Dorf Ciherang nahe Cianjur.

Drohnenaufnahmen der Nachrichtenagentur AFP zeigten das Ausmaß der Zerstörung. So zog sich infolge eines durch das Beben ausgelösten Erdrutsches eine regelrechte Wand brauner Erde durch das Gebiet.

Rahmi Leonita suchte inmitten des Chaos' nach ihrem Vater, der während des Bebens mit seinem Motorrad unterwegs war. "Sein Telefon ist tot. Ich stehe unter Schock. Ich mache mir große Sorgen, aber ich habe noch Hoffnung", sagte die 38-Jährige, während ihr Tränen über das Gesicht liefen.

Am Dienstag wurden die ersten Todesopfer von ihren sichtlich erschütterten Angehörigen beigesetzt. Die Hinterbliebenen des 48-jährigen Husein brachen bei seiner Beerdigung in einem Dorf nahe Cianjur in heftiges Weinen aus. Husein war beim Hausbau von dem Erdbeben überrascht und getötet worden. "Ich habe erst vor zehn Tagen einen Bruder verloren. Jetzt habe ich einen weiteren Bruder verloren", sagte seine Schwester Siti Rohmah schluchzend.

Präsident Joko Widodo begab sich am Dienstag an den Unglücksort und versprach den Betroffenen Entschädigung. Staats- und Regierungschefs aus aller Welt sprachen den Opfern ihr Beileid aus, unter anderen der russische Präsident Wladimir Putin.

Wegen Indonesiens Lage auf dem Pazifischen Feuerring ereignen sich in dem südostasiatischen Land häufig Erdbeben und Vulkanausbrüche. In schrecklicher Erinnerung ist immer noch das Beben der Stärke 9,1, das sich am 26. Dezember 2004 vor der Küste von Sumatra ereignete. Der dadurch verursachte Tsunami tötete in der gesamten Region 220.000 Menschen, davon allein 170.000 in Indonesien.

P.Barry--TNT

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