The National Times - Berufungsprozess sieben Jahre nach vereiteltem Anschlag im Thalys-Zug

Berufungsprozess sieben Jahre nach vereiteltem Anschlag im Thalys-Zug


Berufungsprozess sieben Jahre nach vereiteltem Anschlag im Thalys-Zug
Berufungsprozess sieben Jahre nach vereiteltem Anschlag im Thalys-Zug / Foto: © AFP/Archiv

Mutige Passagiere hatten 2015 einen Anschlag im Thalys-Zug zwischen Brüssel und Paris vereitelt - der Täter Ayoub El Khazzani muss sich im Berufungsverfahren seit Montag erneut in Paris vor Gericht verantworten. Der 33-Jährige verzichtete am ersten Prozesstag auf eine Aussage und machte einen abwesenden Eindruck, wie AFP-Reporter berichteten.

Textgröße ändern:

In einem ersten Verfahren vor zwei Jahren war er zur lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht hatte es als erwiesen angesehen, dass der Marokkaner "blindlings und wahllos" die 200 Passagiere des Zuges töten wollte. Drei Mitangeklagte waren ebenfalls zu Haftstrafen verurteilt worden. El Khazzani und zwei weitere Angeklagte waren in Berufung gegangen, die beiden anderen hatten sich jedoch wieder zurückgezogen.

Im August 2015 war er mit einer Kalaschnikow, einer Pistole und einem Cutter bewaffnet in Brüssel in den Thalys-Zug nach Paris gestiegen. Er hatte im ersten Prozess ausgesagt, dass er in Syrien mit dem Dschihadisten Abdelhamid Abaaoud zusammengetroffen war. Abaaoud gilt als Planer der Pariser Anschläge vom November 2015, bei dem 130 Menschen getötet wurden.

Wegen des beherzten Eingreifens mehrerer Passagiere und weil seine Waffen mehrfach nicht blockierten, wurden letztlich nur zwei Menschen verletzt. El Khazzani erklärte vor Gericht, dass er sich in letzter Minute entschlossen habe, nicht zu töten - was die Richter jedoch nicht überzeugte.

Unter den Passagieren befanden sich drei US-Soldaten in Zivil, die dabei halfen, den Angreifer zu überwältigen. Sie wurden in Frankreich später mit der Aufnahme in die Ehrenlegion ausgezeichnet. Der US-Regisseur Clint Eastwood verfilmte den Fall unter dem Titel "The 15:17 to Paris", die US-Bürger spielen sich darin selbst.

Im ersten Prozess waren drei mitangeklagte Helfer für schuldig befunden, El Khazzani und Abaaoud bei der Einreise in die EU geholfen zu haben. Sie wurden zu 27, sieben und 25 Jahren Haft verurteilt. El Khazzani ist der einzige, der in Berufung gegangen ist.

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Social-Media-Sucht: Tiktok in den USA ab Montag erstmals vor Gericht

Die Videoplattform Tiktok soll sich ab Montag erstmals vor einem US-Gericht verantworten. Bei dem Verfahren in Montgomery im Bundesstaat Alabama geht es um den Vorwurf, Tiktok schütze Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vor Social-Media-Sucht. Ähnliche geplante Gerichtsprozesse - unter anderem in Los Angeles - hatte Tiktok mit außergerichtlichen Vergleichen abgewendet.

US-Justiz: Pentagon darf Sanktionen gegen Anthropic aufrecht erhalten

Im Konflikt mit dem US-Verteidigungsministerium um seine Einstufung als "Sicherheitsrisiko" hat das US-Unternehmen Anthropic eine juristische Niederlage erlitten. Ein US-Berufungsgericht in Washington bestätigte am Freitag die Maßnahmen gegen das Unternehmen durch das Pentagon. Zwar habe Anthropic nicht in böser Absicht gehandelt. In den USA obliege es aber dem "Präsidenten und dem Verteidigungsminister, zu entscheiden, wie die Risiken gegeneinander abgewogen werden", fügte Richter Gregory Katsas hinzu.

Papst Leo XIV. grüßt von Papamobil aus Menschenmengen in Paris

Papst Leo XIV. hat von seinem Papamobil aus jubelnde Menschenmengen in der französischen Hauptstadt Paris gegrüßt. Nach einer rund zweieinhalb Kilometer langen Fahrt zwischen dem Viertel Montparnasse und dem Place Saint-Michel kam der Pontifex am Freitagnachmittag an der Kathedrale Notre-Dame an, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Leo XIV. ist der erste Papst, der das Pariser Wahrzeichen seit seiner Wiedereröffnung im Dezember 2024 nach dem verheerenden Brand besucht.

Haus von Bruder angezündet: Lange Haftstrafe für Mann aus Niedersachsen bestätigt

Weil er das Haus seines Bruders anzündete, muss ein Mann aus Niedersachsen lange ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte das Urteil des Landgerichts Verden, wie er am Freitag in Karlsruhe mitteilte. Das Landgericht hatte den zu dem Zeitpunkt 52 Jahre alten Angeklagten im Februar wegen versuchten Mordes schuldig gesprochen. (Az. 6 StR 330/26)

Textgröße ändern: