The National Times - Mord an Tupac Shakur: Bandenchef zu mindestens 40 Jahren Haft verurteilt

Mord an Tupac Shakur: Bandenchef zu mindestens 40 Jahren Haft verurteilt


Mord an Tupac Shakur: Bandenchef zu mindestens 40 Jahren Haft verurteilt
Mord an Tupac Shakur: Bandenchef zu mindestens 40 Jahren Haft verurteilt / Foto: © POOL/AFP

30 Jahre nach dem Mord am US-Rapper Tupac Shakur ist der frühere Bandenchef Duane Davis zu mindestens 40 Jahren Haft verurteilt worden. "Sie können einem Mann nicht sein Leben, seine ganze Zukunft nehmen und dann einfach so davonkommen", sagte Richterin Carli Kierny bei der Strafmaßverkündung am Dienstag in Las Vegas im Bundesstaat Nevada. "Schon gar nicht, wenn dieser Mann Tupac Shakur ist."

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Der 63-jährige Davis ist der ehemalige Boss der Gang South Side Compton Crips. Er war Anfang September von einer Geschworenenjury schuldig gesprochen worden, nachdem er sich in seiner Autobiografie mit dem Mord an Tupac Shakur gebrüstet hatte.

Der Mord an Shakur gehörte zu den bekanntesten ungelösten Verbrechen in den USA. Der mit Spannung erwartete Prozess hatte im August begonnen. Shakur war im Alter von 25 Jahren in Las Vegas erschossen worden. Der auch als 2Pac bekannte Musiker war eine herausragende Persönlichkeit in der damals tobenden erbitterten Fehde zwischen Hip-Hop-Musikern von der West- und der Ostküste der Vereinigten Staaten.

Der mit Hits wie "California Love" und "All Eyez on Me" bekannt gewordene Shakur wuchs zwar im New Yorker Stadtteil Harlem und in Baltimore an der Ostküste auf. Er unterzeichnete jedoch einen Vertrag mit der Plattenfirma Death Row Records aus der Westküstenmetropole Los Angeles und wurde rasch zum Inbegriff des kalifornischen "Bad Boy".

In dem Prozess gegen Davis ging es vor allem um die Fehde zwischen Death Row Records und der von Sean "Diddy" Combs gegründeten Ostküsten-Plattenfirma Bad Boy Records. Den Ermittlern zufolge stand Death Row Records unter dem Schutz der Gang Mob Piru. Bad Boy Records wiederum heuerte die von Davis geführte rivalisierende Gang South Side Compton Crips als Leibwächter an.

Den Ermittlungen zufolge schlugen Shakur und Death-Row-Records-Boss Marion "Suge" Knight am Abend des 7. September 1996 den Neffen von Crips-Boss Davis zusammen. In derselben Nacht überholte dann ein weißer Cadillac mit Davis, dessen Neffen und weiteren Insassen an Bord Shakurs Wagen in Las Vegas. Aus dem Cadillac heraus wurden mehrere Schüsse abgefeuert, Shakur wurde schwer verletzt und starb sechs Tage später. Weder die Tatwaffe noch der Cadillac wurden jemals gefunden.

Aus Mangel an Beweisen kamen die Ermittlungen zum Mord an Tupac Shakur jahrzehntelang kaum voran. Dies änderte sich 2019, als Davis seine Memoiren veröffentlichte. Darin schilderte er, dass er am fraglichen Abend vorn im Cadillac gesessen und den Männern auf der Rückbank eine Pistole gegeben habe. Wer genau schoss, schrieb Davis nicht. Alle anderen Männer, die damals mit ihm in dem Auto saßen, sind inzwischen tot.

Auch vor Ermittlern prahlte Davis mit seiner Beteiligung an der Tat. Im September 2023 wurde er schließlich festgenommen. Später bestritt er eine Tatbeteiligung.

In seinem Schlussplädoyer hatte Staatsanwalt Binu Palal argumentiert, Davis habe den Mord an Shakur angeordnet. Die Prügel für seinen Neffen habe er "in der Gang-Kultur nicht einfach so hinnehmen" können. Davis' Verteidiger erklärte dagegen, bei den Schilderungen seines Mandanten in seinen Memoiren über seine angebliche Rolle bei dem Mord habe es sich um "Fiktion" und Lügen gehandelt, unter anderem damit sich das Buch gut verkauft.

S.Lee--TNT

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