The National Times - Nach Sturzflut am Himalaya: Helfer suchen nach 1400 Vermissten - Mehr als 360 Tote geborgen

Nach Sturzflut am Himalaya: Helfer suchen nach 1400 Vermissten - Mehr als 360 Tote geborgen


Nach Sturzflut am Himalaya: Helfer suchen nach 1400 Vermissten - Mehr als 360 Tote geborgen
Nach Sturzflut am Himalaya: Helfer suchen nach 1400 Vermissten - Mehr als 360 Tote geborgen / Foto: © AFP

Nach der verheerenden Sturzflut am Himalaya suchen Helfer in den Schlammmassen nach mehr als 1400 Vermissten, während die Zahl der Todesopfer immer weiter steigt. Bis Donnerstagnachmittag wurden in Nepal und Tibet mindestens 362 Tote geborgen, die weitaus meisten in Nepal. Nach einem mutmaßlichen Gletscherabbruch war am Mittwoch eine riesige Sturzflut aus Wasser und Schlamm fast 170 Kilometer weit entlang zweier Flüsse durch Nepal geströmt und hatte ganze Ortschaften mitgerissen. Experten zufolge drohen weitere Flutwellen.

Textgröße ändern:

Die Behörden in Kathmandu gaben die Zahl der Vermissten auf der nepalesischen Seite der Grenze mit 910 an, darunter 517 ausländische Touristen. Unter den Vermissten sind nach Angaben der nepalesischen Tourismusbehörde auch mindestens acht Deutsche.

Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, den deutschen Botschaften in Kathmandu und Peking seien Berichte über deutsche Staatsangehörige bekannt, "die sich in der Region aufgehalten haben sollen und nach dem Unglück noch nicht erreicht werden konnten". Die Botschaften stünden mit den Familienangehörigen und mit den örtlichen Behörden in engem Kontakt und kümmerten sich "intensiv um belastbare Informationen zum Verbleib deutscher Staatsangehöriger und Kontaktaufnahme zu diesen".

Alljährlich unternehmen zahlreiche Besucher aus dem Ausland Wandertouren durch Nepal. In Tibet werden nach Angaben der chinesischen Staatsmedien 558 weitere Menschen vermisst, darunter 260 Ausländer.

Hubschrauber waren im Einsatz, um Überlebende aus dem nepalesischen Katastrophengebiet in Sicherheit zu bringen. Helfer wateten auf der Suche nach Opfern durch Matsch und Schlamm, Spürhunde waren im Einsatz.

Die US-Erdbebenwarte USGS hatte am Mittwochmorgen zunächst ein Erdbeben in der Region gemeldet. Weitere Analysen ergaben dann aber nach Angaben der Experten, dass die Erschütterung der Stärke 5,2 durch einen Gletscherabbruch mit "katastrophalen" Folgen verursacht wurde. Die vom Menschen verursachte Erderwärmung lässt weltweit die Gletscher schmelzen und erhöht die Gefahr, dass Eismassen abbrechen und Gletscherseen überlaufen.

Experten befürchten angesichts der riesigen Mengen von Geröll und Trümmern in den von der Sturzflut betroffenen Flussläufen weitere Überschwemmungen. "Stromaufwärts entlang der Flussgrenze zwischen Nepal und China gibt es Blockaden, eine zweite Sturzflut ist möglich", erklärte Qianggong Zhang vom Forschungsinstitut Icimod in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Ein Sprecher der chinesischen Volkspolizei teilte mit, ein Stausee in dem Grenzgebiet in Tibet sei "instabil".

Überlebende berichteten von dramatischen Szenen. "Alles ist vorbei", sagt der Zollbeamte Omkar Joshi, der per Hubschrauber aus der überschwemmten Stadt Timure gerettet wurde. Die ganze Stadt sei von der Sturzflut aus Schlamm, Geröll und Wasser vernichtet worden, "90 Prozent" der Bewohner seien tot, sagte der 35-Jährige. "Es ist ein riesiger Friedhof. Nur Sand und blutbeschmierte Kiesel sind noch übrig."

Der nepalesische Regierungschef Balendra Shah besuchte am Donnerstag besonders betroffene Gebiete des Landes. Wichtigstes Ziel sei es, den durch die Katastrophe obdachlos gewordenen Menschen zu helfen und durch den Schlamm blockierte Straßen freizuräumen, erklärte sein Büro.

Unterdessen lief die Hilfe aus dem Ausland an. Die UNO stellte nach Angaben von UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher zwei Millionen Dollar für medizinische Nothilfe, Trinkwasser und Unterkünfte bereit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO entsandte medizinisches Material zur Versorgung von 10.000 Menschen. Das Rote Kreuz stellt mehr als eine Million Dollar bereit. Die Hilfsorganisation Aktion Deutschland Hilft rief zu Spenden auf.

F.Hammond--TNT

Empfohlen

Gewalttat an Brandenburger Schule - vermutlich Verletzte

An einer Schule in Brandenburg ist am Donnerstag eine Gewalttat verübt worden. Ein Mann sei vorläufig festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin in Frankfurt an der Oder. Es gebe vermutlich Verletzte. Weitere Details zur Tat sowie zum mutmaßlichen Täter und zu möglichen Opfern nannte sie vorerst nicht.

Diebe stehlen chemischen Stoff und bieten ihn geschädigter Firma zum Kauf an

In Mecklenburg-Vorpommern haben Diebe große Mengen eines chemischen Stoffs geklaut und anschließend dem geschädigten Unternehmen zum Kauf angeboten. Der Diebstahl des Hafniumoxids, das in der Halbleiterproduktion und der optischen Industrie eingesetzt wird, ereignete sich im Juni im Landkreis Vorpommern-Rügen, wie die Polizei am Donnerstag in Neubrandenburg mitteilte. Das Pulver mit einem Marktwert von etwa zwei Millionen Euro war in einem Container gelagert.

Ermittlungen nach Bränden in Hürtgenwald dauern an: Ursache weiter unklar

Rund zwei Wochen nach den schweren Waldbränden im Hürtgenwald in der Eifel in Nordrhein-Westfalen ist die Brandursache weiter unklar. Eine sichere Aussage über die Entstehung der Brände könne derzeit noch nicht gemacht werden, teilte die Polizei in Düren am Donnerstag mit. Die Ermittler können demnach Brandstiftung als Ursache weiterhin nicht ausschließen. Über ein Hinweisportal seien bislang 220 Hinweise eingegangen, denen nachgegangen werde.

Rheinland-Pfalz: Fast fünf Jahre Haft für Erzieher wegen sexuellen Missbrauchs

Weil er eine Jugendliche in einer Einrichtung sexuell missbrauchte, hat das Landgericht im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach einen Erzieher zu vier Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde er zudem, weil er dem Mädchen Drogen gab, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP sagte. Demnach arbeitete der Angeklagte als Erzieher in einer Therapieeinrichtung.

Textgröße ändern: